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      Mit Menschen. Gegen Vertreibung.


      Mit der Kamera gegen Raubbau und Vertreibung

      Eigentlich träumt Eriberto Gualinga von Hollywood. "Am liebsten würde ich einen Blockbuster drehen", sagt der 44-jährige Filmemacher aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet. Doch sein Lebensziel muss warten. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer kämpft weiter mit der Kamera gegen die Vertreibung der indigenen Gemeinschaften aus dem Regenwald. Dabei kann sein Dorf auch auf die Unterstützung von MISEREOR zählen.

      "Die Erdölkonzerne wollen uns auslöschen", sagt Eriberto Gualinga. Der vierfache Vater sitzt in der traditionellen Wohnhütte seiner Familie unter dem riesigen Dach aus Palmenblättern. "Meine Aufgabe ist es, den Kampf von Sarayaku zu dokumentieren. Wer erzählt unsere Geschichte, wenn ich es nicht tue?"

      In der 1.350 Seelen-Gemeinde im ecuadorianischen Regenwald, die nur per Kanu oder Kleinflugzeug erreichbar ist, leben die indigenen Familien noch im Einklang mit der Natur.

      "Wir besitzen keine Reichtümer, aber wir führen ein würdevolles Leben", sagt Eriberto Gualinga.

      "Im Kawsak Sacha — dem lebendigen Wald — ist alles miteinander verbunden", erklärt Eriberto Gualinga. "Der Mensch ist nur ein kleiner Teil des Ganzen. Wir müssen die Natur respektieren, sonst droht eine Katastrophe. So verstehen wir die Welt."

      Ein Szenario, das für die Gemeinschaft 2002 Realität wurde, als eine Katastrophe über Sarayaku einbrach. Die Regierung Ecuadors hatte einem Erdölkonzern die Freigabe zur Ausbeutung der Bodenschätze erteilt. Militär und Arbeiter drangen in das Territorium der indigenen Gemeinde ein.

      "Ich griff sofort zu meiner Kamera, um alles festzuhalten", erzählt der autodidaktische Filmer. Aus den dramatischen Szenen entstand der erste Film eines Indigenen, der den Kampf gegen die Erdölkonzerne dokumentierte. "Dieser Film hatte einen enormen Einfluss", erzählt Eriberto Gualinga.

      Die weltweite Entrüstung sorgte mit dafür, dass der Fall Sarayaku vor einen Gerichtshof für Menschenrechte kam. Und das Gericht gab der Gemeinschaft recht. Das Urteil verpflichtete den Staat, Land und Kultur der indigenen Gemeinschaften zu schützen und ihre Mitsprache zu sichern.

      Doch der Kampf geht weiter. Der Staat braucht Devisen. Internationale Rohstoffkonzerne dringen immer tiefer ins Amazonasgebiet vor. Während seine Geschwister auf politischer Ebene für ihre Rechte kämpfen, schärft Gualinga das Bewusstsein der Menschen vor Ort und weltweit mit weiteren, preisgekrönten Dokumentarfilmen. Und er setzt auf die Kraft der Jugend. Gualinga unterrichtet Film in mehreren Universitäten und gibt Handy-Workshops für Jugendliche.

      "Die jungen Leute sind unsere Zukunft", sagt Eriberto Gualinga. "Viele kehren nach ihrer Ausbildung zurück, um den lebendigen Wald mit den Mitteln der sozialen Medien zu schützen." Die nächste Aktivistin oder der nächste Aktivist steht so schon in den Startlöchern, um den Lebensraum der indigenen Gemeinschaft zu verteidigen — diesmal mit der Handykamera.

      MISEREOR unterstützt den Wiederaufbau einer Brücke, die von einer Flut zerstört wurde, fördert die Öffentlichkeitsarbeit von Eriberto Gualinga und seiner Gemeinschaft und leistete medizinische Versorgung in der Covid-Krise.


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