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      Länder in der Schuldenkrise

      Sri Lanka, Dschibuti, Kap Verde oder Mosambik, immer mehr Länder im Globalen Süden sind hoch verschuldet. Mit besorgniserregenden Folgen gerade für die arme Bevölkerung. Denn eine fortschreitende Überschuldung von Staaten trägt zu Armut und Ungleichheit bei. Es fehlt Geld für eine ausreichende Gesundheitsvorsorge oder für ein Bildungssystem, das für alle zugänglich ist.



      Mit der COVID19 Pandemie ist eine weitere Gefahr hinzugekommen. Sie offenbart strukturelle Schwächen in unserem globalen Wirtschafts- und Finanzsystem, aber auch soziale Missstände wie unter einem Brennglas. Mangelnde soziale Absicherung und strukturelle gesundheitliche Unterversorgung treffen vor allem die, die bereits zuvor von einer fehlgeleiteten Globalisierung betroffen waren. Und treibt arme Länder weiter in die Schuldenfalle .


      Schuldenreport

      Der Schuldenreport, der jährlich von dem Entschuldungsbündnis erlassjahr.de und MISEREOR herausgegeben wird, analysiert jeweils aktuell die Verschuldungssituation von Entwicklungs- und Schwellenländern sowie die Rolle Deutschlands als Gläubiger.

      Bereits vor Ausbruch der COVID19-Pandemie waren 124 von 154 der im aktuellen Schuldenreport untersuchten Länder kritisch verschuldet. In über 60 Prozent dieser Länder hat sich die Situation seit 2014 immer weiter verschlechtert. Aktuell haben 19 Staaten die Zahlungen an ihre ausländischen Gläubiger ganz oder teilweise eingestellt. Hauptauslöser der Schuldenkrise ist der weltweite Trend aus niedrigen Zinsen im Globalen Norden und einem hohen Finanzierungsbedarf für Infrastruktur im Globalen Süden. Im Globalen Süden können Gläubigerländer höhere Zinsen erzielen. In den vergangenen Jahren waren v.a. kleine Staaten wie Somalia, Eritrea oder der Sudan zahlungsunfähig. Es ist ein weiteres Warnzeichen, dass sich mit Argentinien nun auch das erste wirtschaftliche Schwergewicht im teilweisen Zahlungsausfall befindet.


      Titelblatt Publikation Schuldenreport

      Schuldenreport 2020

      Publikation

      124 sogenannte Entwicklungs- und Schwellenländer sind kritisch verschuldet, 19 Länder mussten ihre

      124 sogenannte Entwicklungs- und Schwellenländer sind kritisch verschuldet, 19 Länder mussten ihre Schuldenrückzahlungen aktuell ganz oder zumindest teilweise einstellen. Hauptursache sind niedrige Zinsen im Globalen Norden und der hohe Finanzierungsbedarf im Globalen Süden. Der Klimawandel verstärkt zudem die Schuldenkrise: Naturkatastrophen belasten die betroffenen Staaten zusätzlich und zwingen diese Länder zu weiteren Kreditaufnahmen – ein Teufelskreis.

      Der Schuldenreport bewertet das Überschuldungsrisiko von Entwicklungs- und Schwellenländern und analysiert jüngste Entwicklungen im Bereich der Staatsverschuldung im Kontext aktueller Weltwirtschaftspolitik.

      • Herausgeber: MISEREOR; Erlassjahr.de
      • Erscheinungsjahr: 2020
      • 36 Seiten

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      Artikelübersicht

      • Die globale Schuldenkrise in Zeiten des Klimawandels
        Vorwort – von Pirmin Spiegel und Eva-Maria Hartmann
      • Verschuldete Staaten weltweit
        von Jürgen Kaiser
      • Deutschland als Gläubiger des Globalen Südens
        von Jürgen Kaiser
      • Zwischen Weltschmerz und Schlafwandeln: wie Staaten weltweit unvorbereitet in die nächste Schuldenkrise geraten
        von Kristina Rehbein
      • Wenn der Klimawandel zur Schuldenfalle wird: mit Schuldenerlass Schäden und ­Verluste ­bewältigen
        von Jürgen Kaiser


      Auswirkungen der COVID19-Krise auf hochverschuldete Länder

      Die COVID19-Pandemie hat die Weltwirtschaft in einer kritischen Phase getroffen. In vielen Ländern des Globalen Südens hatte sich die gesamtwirtschaftliche Lage bereits vor Ausbruch des Virus dramatisch verschlechtert. Ein Teufelskreis von wachsender Verschuldung und immer restriktiveren Sparpolitiken bedroht die sozio-ökonomische Entwicklung vieler besonders armer Staaten. Die Pandemie hat die Gesundheitssysteme einiger reicher Länder überlastet, doch in vielen armen Ländern des Globalen Südens ist die Lage dramatischer. Derzeit haben fast drei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser oder angemessener medizinischer Behandlung. Vielerorts ist die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen oder die Gesundheitsdienste sind aufgrund der Verschuldung nicht in der Lage, die Menschen vor einer Corona-Erkrankung zu schützen. Denn der Schuldendienst zwang hochverschuldete Länder schon vor der aktuellen COVID19-Krise zu dramatischen Kürzungen der Gesundheits- und Sozialbudgets.

      Was MISEREOR fordert

      Mitten in einer dramatischen Gesundheits- und Wirtschaftskrise und 20 Jahre nach der von den G8 beschlossenen Entschuldungsinitiative für hoch verschuldete Staaten (Heavily Indebted Poor Countries Initiative, kurz HIPC-Initiative) ist der Ruf nach einem „Erlassjahr 2020“ für überschuldete Länder aktueller denn je. Über 200 Organisationen, darunter MISEREOR, haben sich zusammengeschlossen und fordern in einem weltweiten Positionspapier von den Gläubigerregierungen die Streichung aller im Jahr 2020 fälligen Schuldendienstzahlungen sowie eine langfristige Lösung der Schuldenkrise.

        „MISEREOR setzt sich für eine Entschuldungsinitiative ein, da es trotz der seit Jahren steigenden Verschuldung noch immer kein international koordiniertes Verfahren zur Bewältigung neuerlicher Schuldenkrisen gibt. Nur ein umfassendes und rechtsverbindliches Staateninsolvenzverfahren kann aktuelle Schuldenkrise lösen und künftigen Krisen vorbeugen.“


      Dr. Klaus schilder, Experte für entwicklungsfinanzierung


      Klimakrise verschärft Schuldenkrise

      Der fortschreitende Klimawandel verstärkt die Schuldenkrise weiter: Naturkatastrophen belasten die von Überschuldung betroffenen Staaten zusätzlich und zwingen diese Länder zu weiteren Kreditaufnahmen – ein Teufelskreis. Aktuell warnen die UN vor einer Hungerkrise im südlichen Afrika, die auch hoch verschuldete Länder wie Mosambik, Sambia und Simbabwe bedroht. Denn die durch den Klimawandel immer häufiger und heftiger auftretenden Wetterextreme wie Wirbelstürme, Starkregen und Dürren stellen eine besondere Gefährdung für die Menschen in hoch verschuldeten Ländern dar. Durch den erdrückenden Schuldendienst fehlt Geld, um im Katastrophenfall schnelle und effektive Hilfe leisten zu können. Manches Land – wie etwa Mosambik – sah sich nach Katastrophen gar gezwungen, erneut Kredite aufzunehmen, um die Katastrophenhilfe und den Wiederaufbau stemmen zu können. Die Finanzierung von Wiederaufbau auf Pump birgt aber die große Gefahr einer Schuldenfalle.


      Was MISEREOR tut

      Dringend notwendig ist die Streichung aller im Jahr 2020 fälligen Schuldendienstzahlungen sowie eine langfristige Lösung der Schuldenkrise für alle von der aktuellen Krise betroffenen Länder durch bilaterale und private Gläubiger. Denn trotz der seit Jahren steigenden Verschuldung von Entwicklungs- und Schwellenländern gibt es noch immer kein international koordiniertes Verfahren zur Bewältigung neuerlicher Schuldenkrisen. Und das, obwohl dies nicht nur von der Zivilgesellschaft, sondern auch von Niedrigeinkommensländer und der Gemeinschaft Karibischer Staaten immer wieder gefordert wird.

      MISEREOR setzt sich darüber hinaus für eine Entschuldungsinitiative für Länder ein, die aufgrund des Klimawandels immer stärker von Naturkatastrophen betroffen sind. Direkt nach einer Naturkatastrophe braucht es einen automatischen Zahlungsstopp der laufenden Schuldenzahlungen ähnlich wie das von den G20 unter Corona beschlossenen Schuldenmoratorium. Im Anschluss müssen umfassende Verhandlungen über die Forderungen möglichst aller Gläubiger eingeleitet werden, mit dem Ziel, durch Umschuldung und Schuldenerlasse die Verschuldung auf ein tragfähiges Maß zu senken.

       

      Was Sie tun können

      Unterstützen Sie uns in unseren Forderungen an die Bundesregierung für die Schaffung einer Entschuldungsoption zugunsten von Ländern, die besonders von der COVID19-Pandemie und den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Gerade auch im Falle einer unvorhergesehenen Naturkatastrophe soll Deutschland – am besten zusammen mit EU-Mitgliedern und anderen Gläubigerstaaten, nötigenfalls aber auch allein – ein Moratorium für den Schuldendienst eines betroffenen Landes aussprechen.

      Verbreiten Sie den Aufruf der internationalen Kampagne in den sozialen Medien. Verwenden Sie  dazu den Hashtag #CancelTheDebt. Ein Visual zur freien Nutzung finden Sie hier: Visual herunterladen (jpg)  

       


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      • April 2016

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