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      Thema – Unternehmensverantwortung

      Verantwortliches Wirtschaften in globalen Lieferketten

      MISEREOR tritt für eine Wirtschaftsordnung ein, in der Menschenrechte und Umwelt Vorrang haben und wirtschaftliche Entwicklung allen zugutekommt, auch und gerade in Krisenzeiten. Aktuell beteiligen wir uns daher an einer breiten Bündnis-Kampagne für ein wirksames EU-Lieferkettengesetz und treten für ein UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte ein.

      „Diese Wirtschaft tötet“, erklärte Papst Franziskus 2013 in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium. Gemeint waren keineswegs alle Unternehmen, sondern eine bestimmte Form des Wirtschaftens, welche Umwelt und Menschenrechte rücksichtlos dem Profitstreben unterordnet.

      Gegen Gewinne ohne Gewissen

      Viele Menschen hat dieses Wirtschaftsmodell tatsächlich das Leben gekostet: Hunderte Frauen und Männer starben in Pakistan und Bangladesch an ihrem Arbeitsplatz. Sie nähten in Textilfabriken, als diese wegen Vernachlässigung der Gebäudesicherheit einstürzten oder niederbrannten. Bei Dammbrüchen brasilianischer Eisenerzminen kamen 2015 in Mariana 19 Menschen und 2019 in Brumadinho 272 Menschen ums Leben. Giftige Schlammlawinen verursachten Umweltkatastrophen und zerstörten die Lebensgrundlagen tausender Menschen. Und aktuell bedroht der Bau einer Erdölpipeline in Ostafrika fragile Ökosysteme, das Klima und die Landrechte der umliegenden Gemeinden. Auch deutsche und europäische Unternehmen tragen in diesen Fällen eine Mitverantwortung.


      Welche menschenrechtlichen Probleme Energieprojekte aufwerfen


      Unternehmensrecht sticht Menschenrecht?

      Es gibt einen rechtlichen Grundwiderspruch der Globalisierung. Opfer von Menschenrechtsverstößen haben kaum eine Chance, Mutterkonzerne an deren Hauptsitz gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen, wenn deren Tochter- und Zulieferbetrieb im Ausland die Menschenrechte mit Füßen tritt. Sehr wohl aber können dieselben Mutterkonzerne auf Basis von Handels- und Investitionsabkommen fremde Staaten verklagen, wenn diese durch Regulierungen die Gewinnerwartungen ihrer Tochterunternehmen einschränken. Das betrifft auch Regulierungen in Bereichen der Wasserversorgung, Umwelt- und Gesundheitsschutz oder der Landverteilung, welche der Umsetzung sozialer Menschenrechte dienen.


      Deutsches Lieferkettengesetz ein erster wichtiger Schritt

      Gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz hat MISEREOR einen wichtigen Etappenerfolg erreicht. Im Juni verabschiedete der deutsche Bundestag ein Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz , das große deutsche Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten und bestimmten Umweltstandards verpflichtet. Bei Verstößen drohen ihnen Bußgelder bis hin zum Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. Allerdings war es der Wirtschaftslobby gelungen, das Gesetz stark zu verwässern. So müssen Unternehmen menschenrechtliche Risiken bei mittelbaren Zulieferern nur dann untersuchen und ihnen vorbeugen, wenn ihnen bereits zuvor „substantiierte Kenntnisse“ vorliegen – wenn es also möglicherweise schon zu spät ist. Zudem fehlt eine zivilrechtliche Haftungsregel, die die Erfolgsaussichten von Betroffenen bei Schadensersatzklagen vor deutschen Zivilgerichten verbessern würde.

      Einsatz für EU-Lieferkettengesetz und UN-Abkommen

      Gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz tritt MISEREOR daher für eine EU-Richtlinie ein, welche die Sorgfaltspflichten europaweit gesetzlich verankert und eine Nachbesserung des deutschen Gesetzes zu Folge hätte. Insbesondere fordert die Initiative eine effektive zivilrechtliche Haftungsregel, eine lückenlose Erfassung der gesamten Wertschöpfungskette sowie eine deutliche Ausweitung umwelt- und klimabezogener Sorgfaltspflichten.

      Gemeinsam mit der Treaty Alliance Deutschland und internationalen Partnern fordert MISEREOR zudem ein neues UN-Menschenrechtsabkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten, das den Vorrang von Menschenrechten vor Gewinnerwartungen von Unternehmen völkerrechtlich festschreibt und alle Staaten verpflichtet, wirksame Lieferkettengesetze zu verabschieden.


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      Initiative Lieferkettengesetz

      Die Erfahrung zeigt: Es reicht nicht aus, dass sich einige Unternehmen freiwillig um die Achtung der Menschenrechte in ihren Lieferketten bemühen. Es braucht gesetzliche Vorgaben, die von allen Unternehmen umgesetzt werden müssen. Zur Kampagne


      Publikationen zum Thema

      Der Krieg und die Rohstoffe

      In der aktuellen Lage ist die Suche nach alternativen Rohstoffquellen ethisch durchaus geboten. Allerdings drohen hochproblematische Nebeneffekte, weil in vielen möglichen Lieferländern Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen mit der Förderung einhergehen. Ein wirksames EU-Lieferkettengesetz ist deshalb dringlicher denn je. Artikel lesen

      Das deutsche Lieferketten- sorgfaltspflichtengesetz

      MISEREOR-Mitarbeiter Armin Paasch schreibt über das beschlossene Lieferketten- sorgfaltspflichtgesetz und dessen Hintergründe und Perspektive. Jetzt lesen

      Rechtsgutachten

      Prof. Markus Krajewski zum dritten Entwurf des UN-Abkommens zu Wirtschaft und Menschenrechten


      Der Ukrainekrieg und die Rohstoffe: Warum wir jetzt erst recht ein wirksames EU-Lieferkettengesetz brauchen

      Der Ukrainekrieg und die Rohstoffe: Warum wir jetzt erst recht ein wirksames EU-Lieferkettengesetz brauchen

      Publikation

      In dem Briefing der Initiative Lieferkettengesetz analysiert Armin Paasch, Referent für

      In dem Briefing der Initiative Lieferkettengesetz analysiert Armin Paasch, Referent für verantwortliches Wirtschaften bei MISEREOR, wie deutsche Unternehmen und die Bundesregierung aufgrund des Überfalls auf die Ukraine nach alternativen Quellen für Steinkohle, metallische Rohstoffe und Erdöl aus Russland suchen. Dabei geraten zunehmend Regionen in den Fokus, in denen die Rohstoffindustrie zu massiven Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen beiträgt. Ein wirksames EU-Lieferkettengesetz wird dadurch umso dringlicher.

      • Herausgeber: Initiative Lieferkettengesetz, Stresemannstraße 72, 10963 Berlin
      • Erscheinungsjahr: Juni 2022
      • Seitenzahl: 13

       


      Deutsche Wirtschaftslobby gegen wirksames EU-Lieferkettengesetz

      Deutsche Wirtschaftslobby gegen wirksames EU-Lieferkettengesetz

      Aktuell Publikation

      Immer mehr Unternehmen sprechen sich öffentlich für ein ambitioniertes EU-Lieferkettengesetz zum

      Immer mehr Unternehmen sprechen sich öffentlich für ein ambitioniertes EU-Lieferkettengesetz zum Schutz von Menschenrechten, Umwelt und Klima in ihren Aktivitäten und Geschäftsbeziehungen aus. Wie unveröffentlichte Positionspapiere, Briefe und Emails an Entscheidungsträger*innen zeigen, setzen deutsche Wirtschaftsverbände hinter den Kulissen hingegen alles daran, eine solche Gesetzgebung zu verhindern oder weichzuspülen und damit auch das deutsche Lieferkettengesetz deutlich abzuschwächen.

      • Herausgeber: MISEREOR, Global Policy Forum
      • Erscheinungsjahr: 2022
      • Seiten: 4

      Menschenrechtsfitness von Audits und Zertifizierern?

      Menschenrechtsfitness von Audits und Zertifizierern?

      Publikation

      Die Studie untersucht vier Fälle schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen, die zeigen: Audits und

      Die Studie untersucht vier Fälle schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen, die zeigen: Audits und Zertifizierungen können Menschenrechtsrisiken sogar erhöhen. Sie macht konkrete Vorschläge, um die Auditierungs- und Zertifizierungsbranche menschenrechtskonform zu machen.

      • Herausgeber: ECCHR, BROT für die Welt und MISEREOR
      • Erscheinungsjahr: Mai 2021
      • Seiten: 64

      Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit: Warum wir die Mobilitäts- und Rohstoffwende zusammendenken müssen

      Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit: Warum wir die Mobilitäts- und Rohstoffwende zusammendenken müssen

      Publikation

      Die Studie analysiert den Rohstoffverbrauch der Automobilindustrie und die Auswirkungen auf Umwelt

      Die Studie analysiert den Rohstoffverbrauch der Automobilindustrie und die Auswirkungen auf Umwelt und Menschenrechte. Fazit: Der Ausbau der Elektromobilität ist wichtig, doch auch die Zahl der Autos muss deutlich verringert sowie Menschenrechte und die Umwelt beim Rohstoffabbau besser geschützt werden.

      • Herausgeber: Brot für die Welt, MISEREOR, PowerShift
      • Erscheinungsjahr: September 2021
      • Seiten: 48

      Lieferkettengesetz: Aufstand der Lobbyisten

      Lieferkettengesetz: Aufstand der Lobbyisten

      Publikation

      Das Briefing beleuchtet die bisherige Verwässerung des Lieferkettengesetzes und den gemeinsamen

      Das Briefing beleuchtet die bisherige Verwässerung des Lieferkettengesetzes und den gemeinsamen Versuch von Wirtschaftsverbänden und dem Wirtschaftsflügel der Union, das Gesetz im Bundestag ganz zu verhindern.

      • Herausgeber: MISEREOR, Global Policy Forum, Brot für die Welt
      • Erscheinungsjahr: April 2021
      • Seiten: 9

      Globale Lieferketten in der Corona-Krise: Menschenrechte auf dem Abstellgleis?

      Globale Lieferketten in der Corona-Krise: Menschenrechte auf dem Abstellgleis?

      Publikation Aktionsmaterial

      Einige Unternehmen wälzen die Verluste aus der Corona-Krise auf die schwächsten Glieder in den

      Einige Unternehmen wälzen die Verluste aus der Corona-Krise auf die schwächsten Glieder in den globalen Lieferketten ab – mit fatalen Folgen für die Beschäftigten im globalen Süden. Das zeigt das aktuelle Briefing der „Initiative Lieferkettengesetz“ am Beispiel des Textilsektors. Das zivilgesellschaftliche Bündnis fordert von der Bundesregierung, deutsche Unternehmen noch in dieser Legislaturperiode per Gesetz zur Achtung von Menschenrechts- und Umweltstandards zu verpflichten.

      • Herausgeber: Initiative Lieferkettengesetz
      • Erscheinungsjahr: 18.6.2020
      • Seiten: 11

      Globale Agrarwirtschaft und Menschenrechte

      Globale Agrarwirtschaft und Menschenrechte

      Publikation

      Deutsche Unternehmen und Politik  auf dem Prüfstand

      • Herausgeber: germanwatch & MISEREOR
      • Erscheinun

      Deutsche Unternehmen und Politik  auf dem Prüfstand

      • Herausgeber: germanwatch & MISEREOR
      • Erscheinungsjahr: 2020
      • Seiten: 59

      Globale Energiewirtschaft und Menschenrechte

      Globale Energiewirtschaft und Menschenrechte

      Publikation

      Deutsche Unternehmen und Politik auf dem Prüfstand. Deutsche  Unternehmen sind über den Import von

      Deutsche Unternehmen und Politik auf dem Prüfstand. Deutsche  Unternehmen sind über den Import von Energierohstoffen, aber auch über den Export von Kraftwerkstechnologien und Dienstleistungen mit der globalen Energiewirtschaft eng verflochten. Die Studie dokumentiert mehr als zehn Fälle, bei denen deutschen Unternehmen wie Siemens, EnBW oder Wintershall die Missachtung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht vorgeworfen wird. Ebenso richtet die Studie den Blick auf die Pflicht des Staates, für die Einhaltung der Menschenrechte in der Energiewirtschaft zu sorgen.

      • Herausgeber: Germanwatch, MISEREOR
      • Erscheinungsjahr: 2017
      • Seiten: 160

       


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