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      Thema – Unternehmensverantwortung

      Menschenrechte vor Profit

      MISEREOR tritt für eine Wirtschaftsordnung ein, in der Menschenrechte und Umwelt Vorrang haben und wirtschaftliche Entwicklung allen zugutekommt.

      „Diese Wirtschaft tötet“, erklärte Papst Franziskus 2013 in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium. Gemeint waren keineswegs alle Unternehmen, sondern eine bestimmte Form des Wirtschaftens, welche Umwelt und Menschenrechte rücksichtlos dem Profitstreben unterordnet.

      Keine Einzelfälle

      Viele Menschen hat dieses Wirtschaftsmodell tatsächlich das Leben gekostet: Hunderte Frauen und Männer starben in Pakistan und Bangladesch an ihrem Arbeitsplatz. Sie nähten in Textilfabriken als diese wegen Vernachlässigung der Gebäudesicherheit einstürzten oder niederbrannten. In Brasilien kamen 19 Menschen in einer giftigen Schlammlawine ums Leben. Der Damm einer Eisenerzmine nahe der Kleinstadt Mariana brach, verursachte eine der schlimmsten Umweltkatastrophen des Landes und zerstörte die Lebensgrundlagen tausender Menschen. Die honduranische Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres wurde im März 2016 ermordet – mutmaßlich wegen ihres Widerstands gegen das Staudammprojekt Agua Zarca.

      Sklaverei, Naturzerstörung, Gewalt

      Menschenrechtsverletzungen sind im globalen Wirtschaftsgeschehen keine Ausnahmefälle. Schätzungsweise 46 Millionen Menschen leben weltweit in „moderner Sklaverei“. Dieser Skandal umfasst so unterschiedliche Branchen wie Landwirtschaft, Textil, Bau oder Elektroindustrie.

      Auch deutsche Unternehmen

      Fast ein Drittel aller Menschenrechtsbeschwerden in der Wirtschaft betreffen große Energie- und Bergbauprojekte. Damit verbundene Waldrodungen, Bodenzerstörung, Wasser- und Luftverschmutzung machen ganze Landstriche unbewohnbar. Sie berauben die Menschen ihrer Einkommensgrundlagen in Landwirtschaft, Fischerei oder Tourismus. Widerstand gegen die Megaprojekte wird oft mit Gewalt unterdrückt. Dafür verantwortlich sind auch deutsche Konzerne: als Abnehmer von Rohstoffen und Waren, als Technologieexporteure, Dienstleister oder als Investoren. 


      Welche menschenrechtlichen Probleme Energieprojekte aufwerfen


      Unternehmensrecht sticht Menschenrecht?

      Es gibt einen rechtlichen Grundwiderspruch der Globalisierung. Opfer von Menschenrechtsverstößen haben kaum eine Chance, Mutterkonzerne an deren Hauptsitz gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen, wenn deren Tochter- und Zulieferbetrieb im Ausland die Menschenrechte mit Füßen tritt. Sehr wohl aber können dieselben Mutterkonzerne auf Basis von Handels- und Investitionsabkommen fremde Staaten verklagen, wenn diese durch Regulierungen die Gewinnerwartungen ihrer Tochterunternehmen einschränken. Das betrifft auch Regulierungen in Bereichen der Wasserversorgung, Umwelt- und Gesundheitsschutz oder der Landverteilung, welche der Umsetzung sozialer Menschenrechte dienen.


      Newsletter Politik

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      Neues UN-Menschenrechtsabkommen

      MISEREOR fordert daher gemeinsam mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen ein neues UN-Menschenrechtsabkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten, das

      • den Vorrang von Menschenrechten vor Gewinnerwartungen von Unternehmen völkerrechtlich festschreibt;
      • transnationale Konzerne verpflichtet, bei allen Auslandsgeschäften die Menschenrechte zu achten;
      • die Möglichkeit definiert, bei Verstößen Unternehmen in ihren Heimatstaaten zu verklagen.

      In Deutschland tritt MISEREOR dafür ein, dass Unternehmen ab 2020 gesetzlich zur menschenrechtlichen Sorgfalt bei ihren Auslandsgeschäften verpflichtet werden. Außerdem soll Betroffenen der Zugang zu deutschen Gerichten erleichtert werden.


      Geschacher um Menschenrechte

      Das Verfahren, die „Menschenrechtsleitprinzipien“ der UN in Deutschland verbindlich umzusetzen, zieht sich. MISEREOR-Menschenrechtsexperte Armin Paasch schildert im „Monitor“-Beitrag die aktuelle Situation.


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      Publikationen zum Thema

      Wenn nur die Kohle zählt

      In Südafrika verlieren Menschen in der Nähe von Kohleminen und -kraftwerken ihr Land, ihre Gesundheit und den Zugang zu Wasser. Deutsche Unternehmen tragen Mitverantwortung für derartige Probleme im Kohlesektor Südafrikas. Zum Dossier Kohle in Südafrika

      Initiative Lieferkettengesetz

      Die Erfahrung zeigt: Es reicht nicht aus, dass sich einige Unternehmen freiwillig um die Achtung der Menschenrechte in ihren Lieferketten bemühen. Es braucht gesetzliche Vorgaben, die von allen Unternehmen umgesetzt werden müssen. Zur Kampagne

      Konfliktrohstoff Coltan

      High-Tech auf dem Rücken der Armen: Der weltweit zunehmende Wohlstand verlangt nach immer mehr Rohstoffen. Die Kehrseite: Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung.

      Zum Themendossier Coltan


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      Gerechter Welthandel?

      Ungerechte Handelsbedingungen führen in vielen Ländern der Welt zu Armut und Elend. Deshalb tritt MISEREOR für eine neue Handelspolitik ein, die Menschenrechte und Umwelt in den Mittelpunkt stellt.
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      Publikationen zum Thema

      Profit statt Menschenrechte

      Publikation

      Menschenrechte gelten als Grundpfeiler der Demokratie und Inbegriff europäischer Werte. Wie wenig

      Menschenrechte gelten als Grundpfeiler der Demokratie und Inbegriff europäischer Werte. Wie wenig diese Werte allerdings zählen, wenn die Interessen europäischer Konzerne im Spiel sind, demonstrierte die EU zuletzt im Oktober in Genf bei den Verhandlungen über ein UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten.

      • Herausgeber: Blätter für deutsche und internationale Politik
      • Januar 2019
      • Seiten: 4

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      Regeln zu Wirtschaft und Menschenrechten – Wirtschaftslobby gegen jegliche Verbindlichkeit

      Publikation

      Das Briefing zeigt, wie sich deutsche Wirtschaftsverbände in den letzten Jahren durch gezielte

      Das Briefing zeigt, wie sich deutsche Wirtschaftsverbände in den letzten Jahren durch gezielte Lobbyarbeit gegen verbindliche Menschenrechtsauflagen gewehrt haben – sei es im deutschen Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte oder auf Ebene der Vereinten Nationen.

      • Herausgeber: Global Policy Forum, MISEREOR und Brot für die Welt.
      • Mai 2018

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      Titel Rohstoffe für die Energiewende

      Rohstoffe für die Energiewende

      Publikation

      Menschenrechtliche und ökologische Verantwortung in einem Zukunftsmarkt.

      Woher stammen die für die

      Menschenrechtliche und ökologische Verantwortung in einem Zukunftsmarkt.

      Woher stammen die für die Fertigung der Windkraft- und Photovoltaikanlagen benötigten Rohstoffe und unter welchen menschenrechtlichen und ökologischen Bedingungen werden diese abgebaut? Und: Welche Maßnahmen sind notwendig seitens der Unternehmen, der Politik wie auch der Konsumentinnen und Konsumenten, um Menschenrechtsverletzungen beim Rohstoffabbau zu verhindern. 

      Die Studie greift diese Fragestellung mit speziellem Blick auf die deutsche Wind- und Solarbranche auf.

      • Herausgeber: MISEREOR
      • Erscheinungsjahr: 2018
      • Seiten: 56

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      Globale Energiewirtschaft und Menschenrechte

      Publikation

      Deutsche Unternehmen und Politik auf dem Prüfstand. Deutsche  Unternehmen sind über den Import von

      Deutsche Unternehmen und Politik auf dem Prüfstand. Deutsche  Unternehmen sind über den Import von Energierohstoffen, aber auch über den Export von Kraftwerkstechnologien und Dienstleistungen mit der globalen Energiewirtschaft eng verflochten. Die Studie dokumentiert mehr als zehn Fälle, bei denen deutschen Unternehmen wie Siemens, EnBW oder Wintershall die Missachtung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht vorgeworfen wird. Ebenso richtet die Studie den Blick auf die Pflicht des Staates, für die Einhaltung der Menschenrechte in der Energiewirtschaft zu sorgen.

      • Herausgeber: Germanwatch, MISEREOR
      • Erscheinungsjahr: 2017
      • Seiten: 160

       

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      Kurzfassung der Studie: Wenn nur die Kohle zählt

      Publikation

      19 deutsche Unternehmen sind am Bau der Kohlekraftwerke Kusile und Medupi in Südafrika beteiligt,

      19 deutsche Unternehmen sind am Bau der Kohlekraftwerke Kusile und Medupi in Südafrika beteiligt, die die Menschenrechte auf Wasser, Gesundheit und Nahrung zum Teil erheblich gefährden. Auch Kredite der staatlichen KfW IPEX-Bank und zwei Exportkreditgarantien des Bundes haben den Bau ermöglicht. Doch weder die beteiligten Unternehmen haben eine Verantwortung für menschenrechtliche Folgen anerkannt, noch die Bundesregierung die absehbaren Risiken berücksichtigt.
      MISEREOR fordert daher von der Bundesregierung verbindliche Menschenrechtsvorgaben für das Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen und eine Reform der deutschen Außenwirtschaftsförderung.

      • Herausgeber: MISEREOR
      • April 2016
      • Seiten: 17

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      Menschenrechtliche Probleme im peruanischen Rohstoffsektor und die deutsche Mitverantwortung

      Publikation

      In dieser Studie macht MISEREOR auf systematische und gravierende Umweltzerstörungen und

      In dieser Studie macht MISEREOR auf systematische und gravierende Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen im Bergbau in Peru aufmerksam.

      • Herausgeber: MISEREOR
      • November 2013
      • Seiten: 64

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      Vom Erz zum Auto

      Publikation

      Umweltschäden, Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen gehören in vielen Abbauländern zum

      Umweltschäden, Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen gehören in vielen Abbauländern zum Tagesgeschäft dazu. Diese Studie liefert Informationen zu Abbaubedingungen und Lieferketten und verweist auf die Verantwortung der deutschen Automobilindustrie.

      • Herausgeber: MISEREOR, Brot für die Welt & Global Policy Forum Europe
      • September 2012
      • Seiten: 76

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      Fragwürdige Unternehmenstätigkeiten des Schweizer Bergbauriesen Glencore und die Verantwortung deutscher Banken

      Publikation

      In dieser Publikation werden einige der schwerwiegenden Vorwürfe gegen das Schweizer Unternehmen

      In dieser Publikation werden einige der schwerwiegenden Vorwürfe gegen das Schweizer Unternehmen Glencore und seine Tochter-Unternehmen skizziert. Anhand dieser wenigen Beispiele wird deutlich, dass das Unternehmen nicht dazu bereit ist, seine menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in vollem Umfang wahrzunehmen.

      • Herausgeber: MISEREOR, Facing Finance e.V
      • Erscheinungsjahr: 2017
      • Seiten: 28

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      Das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e. V. ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit nach dem Freistellungsbescheid des Finanzamtes Aachen-Stadt, Steuer-Nr. 201/5900/5748, vom 30.03.2020 für das Jahr 2018 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer befreit.