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      Mit Menschen. Gegen Gewalt.


      Mit unerschütterlicher Kraft gegen die Gewalt

      Alvera hat eine Gabe. Sie kann Schreckliches in Schönes verwandeln. Wenn die junge Powerfrau auf dem Sportplatz hoch über dem Meer mit Flüchtlingskindern aus dem Irak zu lauter Musik tanzt und springt, dann leuchten deren Gesichter in der Abendsonne. Hier oben erleben sie ein Stück Normalität. Alvera T.* weiß, was die Kinder brauchen. Sie weiß, wie sie ihnen helfen kann, denn sie versteht sie. Die 23-Jährige kam vor fünf Jahren selbst als Flüchtling aus dem Irak nach Beirut.

      „Wenn Kinder aus Kriegsgebieten hier im Libanon ankommen, dann sind sie sehr gestresst – durch die fremde Umgebung und nicht zuletzt das, was sie erlebt haben“, sagt Alvera. „Wenn sie hier zu uns in die Schule kommen, lernen sie Neues kennen, können ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und haben die Möglichkeit zu zeigen, was in ihnen steckt“. 

      Das hilft den Kindern, mit traumatischen Erlebnissen umzugehen, die Hilflosigkeit und Einsamkeit eine Zeit lang zu vergessen, weil sie sich selbst wieder als handlungsfähig erfahren. Sie können sich frei bewegen, spielen, toben, tanzen, haben feste Bezugspersonen, zu denen sie aufschauen.

      Genau das ist es, was auch Alvera geholfen hat, als sie mit 18 Jahren nach mehr als einem Jahr auf der Flucht im Libanon ankam. Sie fand damals Anschluss bei den Jugendtreffen einer christlichen Gemeinde und damit Halt, war nicht mehr allein. Ihr großes Vorbild ist Pater Youssef, der Geistliche, der sie von Anfang an unterstützte und ihre Familie begleitete. Er verteilte für die MISEREOR-Partnerorganisation Pontifical Mission Lebensmittelpakete und Medizin an die irakische Community. Das beeindruckte die Jugendliche. Als eine Stelle in der Sozialarbeit frei wurde, wusste Alvera sofort: „Das möchte ich machen.“ Anderen helfen. Ihnen zeigen, wie man sich selbst helfen kann, wenn man erlebt hat, was sie erlebt haben.

      „Ich habe so viel Furchtbares mitgemacht. In Mossul wurden wir zehn Jahre lang von Terrorgruppen wie dem IS bedroht, weil wir Christen sind.“ Alveras Vater und Brüder überlebten mehrere Attentate nur knapp, eine Bombe zerstörte das Haus der Familie, nach einem Autobombenanschlag war die Straße übersät mit Leichen. 

      Alvera war zehn Jahre alt, als sie das mit ansah. Trotz ihres schweren Traumas sagt sie heute: „Das ist jetzt meine Stärke: Ich habe das Gefühl, dass ich alles bewältigen und alles schaffen kann.“ Deshalb will sie ihr Leben der Kirche widmen, als Menschenrechtsaktivistin oder Anwältin. „Denn ich war dort, ich weiß, was es heißt zu kämpfen, was es einem abverlangt – und was Menschen im Krieg und danach brauchen.“

      Sie hat das Schreckliche in ihrem Leben in etwas Schönes gewendet. Diese Fähigkeit entwickelte Alvera in einer ausweglosen Situation. Sie verarbeitete ihre Gefühle in Bildern, die sie malte – die Angst, die Unsicherheit, die Hilflosigkeit, die Wut. „Wenn ich die Bomben hörte, dann zeichnete ich. Die Geräusche des Krieges, mein Zusammenzucken bei jedem Knall, bewegten meinen Stift“, so erklärt die junge Frau, wie es anfing. Doch erst im Libanon gab es für die Jugendliche die Mittel und das Material, so professionell zu malen, dass sie ihre Bilder in Ausstellungen zeigen konnte.

      „Wenn ich male, dann vergesse ich alles und gerate in einen Flow: Acht Stunden am Stück bin ich dann in meiner Welt aus Farben und Formen“, beschreibt sie die Wirkung, die Kunst auf sie hat. Manchmal verkauft sie ihre Bilder und spendet das Geld der Schule, für die sie arbeitet, wenn andere Einnahmen dort gerade knapp sind. „Das ist Schönheit für mich: für Andere da sein.“

      *Der Name wird zum Schutz der Person nicht ausgeschrieben.


      Wenn Kinder aus Kriegsgebieten hier ankommen, sind sie sehr gestresst — durch die fremde Umgebung und alles, was sie erlebt haben. Bei uns in der Schule lernen sie Neues kennen und haben die Möglichkeit zu zeigen, was in ihnen steckt.

      Alvera T. 


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      Rubbert

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