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      Mit Menschen. Gegen Verachtung.


      Mit Kampfgeist und Gemeinsinn gegen die Verachtung

      Wenn es um den Fluss geht, wird Luciana O. (49)  zur Kämpferin: Seit der Bergbau-Katastrophe am Rio Doce in Brasilien setzt sich die Lehrerin unermüdlich ein für die Rechte tausender Überlebender und für die Wiederbelebung der Natur. 

      „Wenn ich die Augen schließe, sehe ich mich im Fluss“, sagt Luciana und Tränen rollen ihr die Wangen hinab. Sie sitzt in Regência am Hafen, einem kleinen Ort an der Mündung des Rio Doce in den Atlantik. Ein Idyll, könnte man denken, bis Luciana weitererzählt:  

      "Als der Schlamm hier ankam, sind wir alle an den Fluss gelaufen, um uns zu verabschieden."

      Gestorben ist der „süße Fluss“ am 5. November 2015, als rund 700 Kilometer flussaufwärts zwei Dämme einer Eisenerzmine brachen. 50 Millionen Kubikmeter giftige Klärschlämme rollten über Bäume, Felder und Häuser den gesamten Rio Doce entlang bis in den Atlantik. 
       

      Fünf Jahre danach. Die Mine darf wieder produzieren, aber tausende Menschen leiden weiter unter den Folgen der Katastrophe. Jede Regenzeit spült erneut giftigen Schlamm über die Ufer. Der Minenbetreiber wurde zwar zu einer hohen Entschädigung verurteilt, darf die Verteilung der Abfindungen aber selbst mit den Opfern verhandeln und die Aufräumarbeiten koordinieren.

      Das bringt Luciana auf die Barrikaden. Zusammen mit anderen Menschen demonstriert sie zum Beispiel gegen die neuste Drohung der Minenfirma, Hilfen für Fischer zu streichen – der Fluss sei ja wieder sauber, die Fische genießbar. 

      Eine dreiste Behauptung. Die Katastrophe hat Fischerei, Landwirtschaft, Tourismus, Handel zerstört – und die Menschen entlang des Rio Doce aus der Selbstbestimmung in die Abhängigkeit vom Gutdünken des Minenkonzerns gedrängt. Außerdem habe die Minengesellschaft die Gemeinschaft gespalten, erklärt Luciana:

      Manche seien entschädigt worden, andere nicht. 

      Auch deshalb denkt Luciana O. heute darüber nach, in die Politik zu gehen, um weiter zu kämpfen: Gegen die Verantwortungslosigkeit des mächtigen Minenkonzerns – aber vor allen Dingen für die Gemeinschaft der Menschen am Rio Doce

      *Der Name wird zum Schutz der Person nicht ausgeschrieben.


      MISEREOR unterstützt Organisationen, die sich entlang des Rio Doce für die Rechte der Überlebenden des Dammbruchs einsetzen: mit technischem Rat, mit Rechtsberatung, mit Aufklärung und als Sprachrohr für die Geschädigten, damit die Katastrophe nicht in Vergessenheit gerät. 


      Alles, was wir hier haben, verdanken wir dem Fluss. Was wäre ich, wenn ich aufhöre zu kämpfen?

      Luciana O.


      Die Recherche in Brasilien wurde gefördert durch MISEREOR und Brot für die Welt mit Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes.


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      Rubbert

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