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      Papst Franziskus am Altar
      © Getty Images Europe
      Aachen, 04. Oktober 2020

      Es geht nur noch zusammen

      MISEREOR zur heute veröffentlichten Papst Enzyklika „Fratelli tutti“

      (Aachen/ Berlin, 4. Oktober 2020) Anlässlich der heute veröffentlichten Enzyklika von Papst Franziskus appelliert MISEREOR, das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit, sich mit dem darin geäußerten Anliegen des Papstes trotz und wegen aller Krisenphänomene der Kirche ernsthaft auseinanderzusetzen. 

      Papst Franziskus hat sich an den Wirkungsort seines Namenspatrons und Vorbilds, den heiligen Franziskus nach Assisi begeben, um sich von dort aus mit einem dringlichen Appell an die Weltgemeinschaft zu Wort zu melden: Der nötige Wandel gelinge nur, wenn wir alle geschwisterlich und solidarisch zusammenarbeiten. 

      Enzyklika kommt zur rechten Zeit

      „Angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation mit existenziellen Krisen wie dem Klimanotstand, brennenden Regenwäldern, 690 Millionen chronisch Hungernden, schutzlosen Geflüchteten und der die weltweiten Missstände nochmals offenlegenden Corona-Pandemie kommt die Enzyklika des Papstes mehr als zur rechten Zeit“, erklärt dazu MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. „Sein Schreiben, das mit der Zeile ‚über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft’ untertitelt ist, kann im besten gemeinten Sinne all denjenigen den Rücken stärken, die sich gemeinschaftlich überall auf der Welt, jenseits von Religions- und Landesgrenzen tagtäglich für den Erhalt der Schöpfung einsetzen, Menschenrechtsverletzungen anprangern und sich nicht selten dafür in Lebensgefahr begeben. Dazu gehören auch viele unserer Projektpartner.“ Eben weil sie damit den egoistischen Macht- und kurzfristigen Gewinninteressen einzelner in die Quere kommen. 

      Diskriminierende und ausschließende Machtverhältnisse überwinden

      Mit deutlichen Worten kämpft Papst Franziskus für eine friedliche Zukunft der Menschheit. Er entlarve die zerstörerische Wirkung von nationalen Alleingängen und unser an Profit und Wachstum orientiertes Wirtschaftssystem, das nicht zögere, ‚Menschen auszubeuten, wegzuwerfen und sogar zu töten’. (FT 22) Franziskus prangert damit eine maßgebliche Ursache für die Zerstörung der Erde und folglich unserer eigenen Existenz an. „MISEREOR sieht das hohe persönliche Engagement von Papst Franziskus für die Zukunft der Menschheit“, erklärt Spiegel. „Das schließt zugleich untrennbar mit ein, auch auf die eigene Kirche zu schauen, selbst strukturelle Konsequenzen zu ziehen und konkret zu werden: Machtverhältnisse, die diskriminierend und ausschließend sind zu überwinden, Gleichberechtigung der Geschlechter umzusetzen, gesellschaftliche Veränderungen als Zeichen der Zeit wahr- und ernst zu nehmen und kulturelle Vorherrschaften infrage zu stellen.“ Erste konkrete Schritte sollten der unmittelbare Rückzug von Geldanlagen aus Kohle, Erdöl oder Gas sein und verbindliche Sorgfaltsregeln bei Lieferketten festzulegen. 

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