Thema - Frieden

Gerechtigkeit schafft Frieden

Frieden, das ist für MISEREOR ein zentrales Anliegen. Kriege haben über die direkte Waffengewalt und das unmittelbare Leid hinaus große Auswirkungen: Sie entziehen Menschen die Lebensgrundlage. Doch auch ohne direkte Gewalt leben Menschen weltweit überwiegend in Kontexten, die diskriminieren, ausgrenzen, perspektivlos und stark gewalttätig sind. Deshalb verfolgt MISEREOR einen ganzheitlichen Ansatz, der Frieden und Entwicklung zusammendenkt.

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg

2017 gab es weltweit 385 Konflikte. Davon waren 222 gewalttätig und 20 galten laut Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung sogar als ausgewachsene Kriege. Kriege haben über die direkte Waffengewalt und das unmittelbare Leid hinaus große Auswirkungen: Sie entziehen Menschen die Lebensgrundlage, indem sie unter anderem Krankenhäuser, Schulen, Felder und Straßen zerstören. Millionen von Menschen müssen jedes Jahr aufgrund von Krieg und Gewalt ihre Heimat verlassen.

 

Zu einem nachhaltigen Frieden gehört mehr als das Ende direkter Gewalt. Gewalt herrscht nicht nur im Krieg, sondern überall dort, wo Menschen ihre Menschenrechte und ein menschenwürdiges Leben vorenthalten werden.

 

Mangelnde Zugänge zu Bildung und zu begrenzten Ressourcen, wie Land, Wasser, oder auch Bodenschätzen, und zu politischer Teilhabe führen dazu, dass Menschen sich nicht aus eigener Kraft aus Armut befreien können. Diese sogenannte strukturelle Gewalt ist gleichermaßen Ursache und Folge von Armut, und oft auch von direkter Gewalt.

"Eine Welt, in der den meisten Menschen vorenthalten wird, was ein menschenwürdiges Leben ausmacht, ist nicht zukunftsfähig. Sie steckt auch dann voller Gewalt, wenn es keinen Krieg gibt. Verhältnisse fortdauernder schwerer Ungerechtigkeit sind in sich gewaltgeladen und gewaltträchtig. Daraus folgt positiv: ‚Gerechtigkeit schafft Frieden'."

Deutsche Bischofskonferenz, 2000, Hirtenwort „Gerechter FriedeN"

Jedes Jahr kommen weit mehr Menschen durch Hunger und fehlende medizinische Versorgung ums Leben als durch Waffen und Bomben. Laut Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (FAO) stieg die Zahl der Hungernden 2016 wieder an, nachdem sie in den zehn Jahren davor kontinuierlich gesunken war. Gründe dafür waren und sind neben dem Klimawandel vor allem Gewaltkonflikte. Laut FAO leben von den 815 Millionen Menschen, die weltweit Hunger leiden, fast 500 Millionen in Konfliktregionen.

 

Frieden durch gerechte Teilhabe

Friedensförderung muss also einem ganzheitlichen Ansatz folgen. Es reicht nicht, einzelne Symptome zu bekämpfen. Dabei geht es nicht darum, Konflikte zu vermeiden. Konflikte sind vielmehr notwendiger Bestandteil menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens.

 

 

Ohne Konflikte gäbe es keine Veränderung und Entwicklung. Vielmehr geht es darum, sie gewaltfrei und im Sinne eines gerechten Interessenausgleichs zu lösen. Gewaltfreie und zivile Maßnahmen zur Konfliktbearbeitung müssen erlernt und Frieden, Entwicklung, Menschenrechte, Ökologie und Ökonomie müssen zusammengedacht werden.

 

Zudem müssen alle Bevölkerungsgruppen und Konfliktparteien einbezogen, ihre Interessen gehört werden. Denn nur ein inklusiver Frieden ist dauerhaft. Mit gutem Grund haben die Vereinten Nationen (VN) 2015 in die „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ auch ein eigenes Friedensziel aufgenommen. Es verpflichtet die VN Mitgliedstaaten, friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz zu ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen.


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MISEREOR auf dem Weg zu mehr Frieden in der Welt

Das Gesicht des Krieges hat sich verändert. Nur noch wenige Gewaltkonflikte sind klassische, zwischenstaatliche Kriege. Die meisten sind innerstaatliche Bürgerkriege, Kriege um Ressourcen oder Kriege, in denen gezielt bestimmte Bevölkerungsgruppen verfolgt werden. Wurden früher Kämpfe vor allem zwischen Armeen verschiedener Staaten ausgetragen, überwiegen heute innerstaatliche oder grenzüberschreitende Konflikte, oft unter Beteiligung nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen. Oft ist die unbeteiligte Zivilbevölkerung der Hauptleidtragende.

 

Dennoch setzen sich Menschen mit Mut, Kreativität, Energie und mit Erfolg gegen die Gewalt ein – für ein Leben, in dem Konflikte gewaltfrei ausgetragen werden können und in dem ein menschenwürdiges Leben für alle möglich ist. Diese Menschen unterstützt MISEREOR, auch an Orten, an denen die Kameras der internationalen Medien nicht hinschauen. Und wir bleiben, wenn die internationale Aufmerksamkeit verflogen ist.

 

Denn Friedensprozesse ziehen sich oft über Jahre und Jahrzehnte hin. Sie sind geprägt von Rückschlägen und Enttäuschungen. Umso wichtiger sind die kontinuierliche Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor allem in Asien und Ozeanien, in Afrika und dem Nahen Osten, in Lateinamerika und der Karibik. Sie beweisen in ihrer Arbeit einen langen Atem.

 

MISEREOR-Partnerorganisationen …

  • … leisten in vielen Ländern einen wichtigen Beitrag, um die Lebenssituation der oft in extremer Armut lebenden Menschen konkret zu verbessern.

  • … verschaffen den berechtigten Bedürfnissen und Interessen der Menschen im Rahmen von Friedensverhandlungen auch auf höherer - nationaler oder internationaler – Ebene Gehör.

  • … beobachten Waffenstillstandsvereinbarungen und melden Verstöße.

  • … schaffen sichere Räume, in denen Betroffene sich äußern und austauschen können, und Dialogforen, um mit allen Konfliktparteien ins Gespräch zu kommen.

  • · … engagieren sich in Mediationsprozessen und in der Bearbeitung und Bewältigung von Traumata.

  • … organisieren Trainings in Konfliktanalyse und Friedensarbeit für ganz unterschiedliche Akteure.

  • … unterstützen Flüchtlinge, die vor Krieg und Gewalt fliehen mussten und arbeiten dort eng mit den aufnehmenden Gemeinden zusammen, um Verteilungskonflikte zu vermeiden. Lokale Gesundheits-, Bildungs- und Sozialdienste werden perspektivisch gestärkt.

MISEREOR selbst setzt sich zudem hier in Deutschland, in Europa und international in der Lobby-, Advocacy- und Öffentlichkeitsarbeit für eine kohärente Friedens- und Menschenrechtspolitik ein und dafür, dass die strukturellen Ursachen von Ungerechtigkeit und Gewalt beseitigt werden.


Über 7.000 Kinder und Jugendliche wurden im Bürgerkrieg als Kindersoldaten missbraucht. Viele von ihnen sind traumatisiert von ihren Erlebnissen. Mit dem Resozialisierungs-Projekt hilft MISEREOR diesen jungen Menschen in Sri Lanka, wieder ein normales und friedliches Leben zu führen.

© Don Bosco / MISEREOR

© Meissner / MISEREOR

Obwohl der Südsudan nach  Jahrzehnten des Krieges seit 2011 endlich ein unabhängiger Staat ist, kommt das Land nicht zur Ruhe. Politische Machtkämpfe um Rohstoffe und alte Stammesrivalitäten prägen die aktuelle Lage im Land. Der Bürgerkrieg hat Generationen von Analphabeten hinterlassen. MISEREOR unterstützt den Aufbau von Schulen, die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern und die Umsetzunvg von Friedenserziehung.



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MISEREOR ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit nach dem letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid des Finanzamtes Aachen-Stadt, Steuer-Nummer 201/5900/5748,nach § 5 Abs.1 Nr. 9 des Körperschaftssteuergesetzes von der Körperschaftssteuer befreit.