Gesundheit mit Tradition

In den ländlichen Regionen von Guatemala fehlt es vielen Menschen am Nötigsten, ganz besonders an Gesundheitsfürsorge. Die Folgen sind schwerwiegend. So sterben Menschen an Durchfall, Atemwegsinfekten, Zahnwurzelentzündungen oder anderen Krankheiten, die sich eigentlich gut behandeln lassen. Ins nächste Krankenhaus führt oft nur ein beschwerlicher Fußmarsch.

Wie so oft trifft es die Verletzlichsten besonders hart: Kinder, junge Mütter, schwangere Frauen. In Guatemala leidet beinahe die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren an Unter- oder Mangelernährung. Die Kinder, die das überleben, starten mit schwerem Gepäck: Viele von ihnen sind auf Dauer beeinträchtigt – keine gute Voraussetzung, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und aus der Spirale der Armut auszusteigen.

Hier setzt die Arbeit der Vereinigung Rxiin Tnamet an: Sie bildet freiwillige Gesundheitsberater*innen aus, die mit Hilfe traditioneller indigener Heilmittel und -methoden kultursensible Arbeit in indigenen Gemeinden leisten. Dazu gehört auch der Austausch auf der jeweils lokalen Sprache, vorrangig Maya Tzutuhil. Rxiin Tnamet kümmert sich so nicht nur um die Gesundheit der Menschen, sondern setzt auch ein Zeichen gegen ethnische Diskriminierung.

Vor Ort Hilfe aufbauen

Neben der Gesundheitsversorgung in den Gemeinden betreibt Rxiin Tnamet in Santiago Atitlán ein Gesundheitszentrum mit Labor, einer Apotheke und einer Zahnarztpraxis. Mit der Hilfe freiwilliger Helfer*innen kann der Partner so eine flächendeckende Gesundheits- und auch Schwangerschaftsvorsorge ermöglichen: In Workshops werden die Freiwilligen zu den Themen Gesundheit und Ernährung geschult und können dieses Wissen dann an ihre Patient*innen weiter tragen. So begleiten sie zum Beispiel Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft und verbessern langfristig ihre allgemeine Lebenssituation durch die Weitergabe ihres Wissens.

So sieht unser gemeinsamer Erfolg im letzten Jahr aus

  • Etwa 240.000 menschen werden durch Gesundheitsfachkräfte, Hebammen und Gemeindekliniken betreut.
  • 51 erfahrene Hebammen haben an einer Auffrischungsschulung teilgenommen.
  • 16 neue Hebammen, die im Rahmen des Projekts ausgebildet wurden, haben ein Kit mit Ausrüstung für die Geburtshilfe erhalten.
  • 57 neue Lehrmaterialien wurden entwickelt.
  • 20 medizinische und zahnmedizinische Kliniktage wurden in den Pfarrkliniken des Projekts abgehalten.
     
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