Einfacher Brei mit Tee, eine Handvoll Reis oder günstige, aber ungesunde Lebensmittel. Für viele Familien weltweit sieht so das Frühstück aus. Häufig ist es die einzige Mahlzeit des Tages. Nährstoffreiche Lebensmitte stehen selten auf dem Speiseplan. Obst? Gemüse? Meist unerschwinglich für sie.
Ernährungsarmut bedeutet, dass Menschen nicht die Mittel haben, sich ausreichend und gesund zu ernähren – etwa, weil ihnen das Geld fehlt, sie selbst nicht genügend anbauen können oder Konflikte die Lebensmittel verknappen. Der Mangel an nährstoffreichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten hat oft schwerwiegende gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen. Ernährungsarmut verhindert nicht nur die individuelle, sondern auch die gesellschaftliche Entwicklung.
Wie groß das Ausmaß von Ernährungsarmut weltweit ist und welche Regionen und Länder besonders betroffen sind zeigt die jährliche Studie „Armutslücke Welternährung“.
Die Studie berechnet jährlich, wie viel Geld Menschen weltweit fehlt, um sich eine gesunde Ernährung leisten zu können. Zudem macht sie sichtbar, wie diese Armutslücke im Verhältnis zur globalen Wirtschaftsleistung steht. Die Ergebnisse der Studie zeigen das Ausmaß von Ernährungsarmut weltweit und wo Länder im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Dies erlaubt Rückschlüsse darauf, wo gehandelt werden muss, um die Armutslücke zu schließen und Ungleichheit zu reduzieren.
Indien, Brasilien, Pakistan, Ägypten und Nigeria weisen im Ländervergleich die größten Armutslücken auf. Dies liegt je nach Land an der hohen Zahl der Betroffenen oder auch am hohen Geldbetrag, der Betroffenen fehlt. Dieser ist hoch, wenn Ernährung teuer ist oder der Ausgabenanteil für andere Dinge, wie Wohnraum, hoch ist.
Die Belastung pro Person ist im Südsudan am höchsten. Einer durchschnittlichen Person fehlen dort 86 Prozent des Einkommens, das notwendig wäre, um sich gesund ernähren zu können. Fast die gesamte Bevölkerung ist nicht in der Lage, sich gesund zu ernähren.
Subsahara Afrika ist die Weltregion mit der größten Armutslücke und der höchsten Ernährungsarmut pro Person. Acht der zehn Länder mit der höchsten Belastung pro Person liegen in der Region.
Länder mit großer ökonomischer Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung weisen besonders große Armutslücken auf. In Ländern mit mittleren Einkommen ist dieser Zusammenhang besonders deutlich: In den Ländern mit der höchsten ökonomischen Ungleichheit dieser Einkommensgruppe ist die Armutslücke pro Person rund siebenmal größer als in den Ländern mit der geringsten Ungleichheit.