"Kenia war eine ganz besondere Erfahrung", sagt Ann-Kathrin Borchert. Ein Schlüsselmoment war ihre Begegnung mit jungen Frauen in Kibera, einem informellen Stadtteil von Nairobi. "Eine lud uns spontan zu sich nach Hause ein" – in ihre vier Quadratmeter kleine Behausung ohne Wasser und Toilette.
Noch tiefer berührten sie die Geschichten der Frauen. Das Schlimmste war zu erfahren, dass manche minderjährige Mutter keinen anderen Ausweg sah, als ihr Neugeborenes einfach am Flussufer abzulegen.
In Kenia erkannte die angehende Lehrerin aber auch, was Bildung bewirken kann. Im Misereor-Partnerprojekt "Rescue Dada Centre" lernen junge Frauen von der Straße das Friseurhandwerk. "Jetzt führen sie ihre eigenen Haarstudios, in denen sie alle möglichen Styles anbieten, und ernähren damit die ganze Familie." Auch aus anderen Begegnungen hat Ann-Kathrin Borchert viel Positives mit nach Hause genommen.
"Es gibt so viel Innovation, Stolz, Fröhlichkeit, gegenseitige Unterstützung und eine herzenswarme Willkommenskultur." Genau diese Werte aus Kenia möchte Ann-Kathrin Borchert auch an ihrer Schule vermitteln. Deshalb engagiert sie sich weit über den Unterricht hinaus.
Ihre Arbeitsgruppe für Umweltschutz und Klimagerechtigkeit hat bereits einen Schulwald gepflanzt, Spendenläufe organisiert, über Plastikmüll aufgeklärt und ein Tauschregal aufgestellt. Weitere Aktionen sind geplant, deren Erlöse einem Misereor-Projekt zugutekommen könnten. Die Schulleitung unterstützt das Vorhaben mit Freude.
Der Zuspruch von allen Seiten zeigt der jungen Lehrerin, wie sehr sie mit ihrem Engagement die Menschen bewegt. Und er motiviert Ann-Kathrin Borchert, ihren Weg gegen die Ignoranz in der Welt weiterzugehen.