Vor der am Montag beginnenden Weltklimakonferenz COP31 im türkischen Antalya blickt Misereor mit Hoffnung und klaren Erwartungen auf die anstehenden Verhandlungen: Die Konferenz kann die globale Energiewende voranbringen. Dafür braucht es internationale Solidarität, eine verlässliche Klimafinanzierung und den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Kürzungen bei der internationalen Klima- und Entwicklungsfinanzierung gefährden jedoch weitere Fortschritte und das Vertrauen zwischen den Staaten.
Madeleine Wörner, Klima- und Energieexpertin bei Misereor, hat gerade die Mitradel-Aktion Road2COP31 beendet und verbindet die Erfahrungen während der Tour mit den Erwartungen an die internationale Energiewende:
„Auf unserer Road2COP31 quer durch Deutschland haben wir erlebt, wie viel gemeinsam möglich ist: Gerade bei Gegenwind hilft es, sich gegenseitig Windschatten zu geben. Genau diese Solidarität und gemeinsame Anstrengung brauchen wir auch für die globale Energiewende, etwa mit weltweitem Zugang zu erneuerbaren Energien und mit einer größeren Allianz für den fossilen Ausstieg. Die Begegnungen unterwegs haben zugleich gezeigt, dass die Abkehr von Kohle, Öl und Gas vielerorts schon begonnen hat. Jetzt kommt es aber darauf an, sie konsequent weiterzuführen, global zu verstetigen und politisch zu unterstützen. Dieser Umbau gelingt nur, wenn er sozial gerecht ist und die Perspektiven der Menschen im Globalen Süden einbezieht.“
Anika Schroeder, Misereor-Expertin für internationale Klimapolitik, warnt angesichts zunehmender Folgen der Erderhitzung vor Kürzungen bei der internationalen Klimafinanzierung:
„Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe werden zunehmend zum Reparaturbetrieb für eine verschleppte Klimapolitik: Sie werden immer wichtiger, um die Auswirkungen sich häufender Extremwetterereignisse abzufedern und Menschen dabei zu unterstützen, sich besser an die Folgen der Klimakrise anzupassen. Der aktuelle El Niño verschärft die Situation erheblich. Umso widersprüchlicher ist es, dass Geberländer wie Deutschland ausgerechnet jetzt die Mittel für Klima- und Entwicklungszusammenarbeit kürzen. Notwendige Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in den Ländern des Globalen Südens drohen dadurch zu scheitern. Auch wird internationales Vertrauen verspielt, das in der gegenwärtig angespannten geopolitischen Lage eine wichtige Voraussetzung für Fortschritte bei der COP ist.“
Zur COP31:
Die 31. Weltklimakonferenz (COP31) findet vom 9. bis 20. November in Antalya statt. Die Türkei ist Gastgeberin und übernimmt den Vorsitz, Australien leitet die Verhandlungen. Vertreter*innen aus aller Welt beraten über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.
Hinweis für Redaktionen:
Anika Schroeder und Madeleine Wörner sind während der COP31 in Antalya vor Ort. Medienanfragen zu Interviews und Hintergrundgesprächen können über die Pressestelle vermittelt werden.