Regierung will Entwicklungszusammenarbeit weiter kürzen
Solidarität nicht kaputtsparen!
Kürzungen der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit bedrohen viele Millionen Menschen weltweit. Deshalb fordern über 100.000 Menschen von der Bundesregierung: Solidarität nicht kaputtsparen!
Vielen Dank für über 100.000 Unterschriften!
In einem großen Bündnis von humanitären und entwicklungspolitischen Organisationen haben wir am 8. September 2026 zum Auftakt der Haushaltsverhandlungen die Petition an Vertreter der Regierungsfraktionen von SPD und CDU/CSU übergeben. Bis zum 30. September 2026 haben insgesamt 100.529 Menschen unterschrieben. Danke an alle, die unterschrieben, geteilt und Unterschriften gesammelt haben.
Gemeinsam machen wir Druck …
Die Petition ist nur ein Teil unserer Kampagne. Gemeinsam haben wir auf die Folgen der Kürzungen aufmerksam gemacht – mit Aktionen, politischen Gesprächen und öffentlichem Protest.
…und lassen nicht locker
Denn hinter den Zahlen im Bundeshaushalt stehen Menschen: Wenn Gelder fehlen, können Hilfsprogramme nicht fortgeführt werden, Schulen und Gesundheitszentren müssen schließen und Menschen in Krisengebieten verlieren lebenswichtige Unterstützung.
Die Mehrheit will mehr Solidarität
Und wir sind mit unserer Forderung nicht allein. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Organisation „Aktion gegen den Hunger“ hat gezeigt: 73 Prozent der Befragten finden, dass die internationale Gemeinschaft mehr Mittel bereitstellen sollte, um Hunger und Armut weltweit zu bekämpfen. 86 Prozent sagen außerdem, dass sich humanitäre Hilfe an der Schwere der Not orientieren sollte – nicht an geopolitischen Interessen.
Fragen & Antworten zur Petition "Solidarität nicht kaputtsparen!"
Wer leidet besonders unter den Kürzungen?
Von Kürzungen betroffen sind vor allem Menschen in Krisensituationen – insbesondere in Konfliktgebieten. Dazu gehören besonders Kinder, Frauen und Menschen in Armut oder auf der Flucht.
Das Dossier belegt mit Zahlen und Fakten das Ausmaß und die weitreichenden Konsequenzen deutscher…
Das Dossier belegt mit Zahlen und Fakten das Ausmaß und die weitreichenden Konsequenzen deutscher und internationaler Kürzungen für die Internationale Zusammenarbeit und Humanitäre Hilfe.
- Herausgeber: ADRA, Aktion gegen den Hunger, Brot für die Welt, CARE, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Global Citizen, Help, Hirschfeld-Eddy-Stiftung, International Rescue Committee, Misereor, ONE, Oxfam, Terre des Hommes, Welthungerhilfe, Women for woman international
- Erscheinungsjahr: 2026
- Seitenanzahl: 4
Das Dossier belegt mit Zahlen und Fakten das Ausmaß und die weitreichenden Konsequenzen deutscher und internationaler Kürzungen für die Internationale Zusammenarbeit und Humanitäre Hilfe.
- Herausgeber: ADRA, Aktion gegen den Hunger, Brot für die Welt, CARE, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Global Citizen, Help, Hirschfeld-Eddy-Stiftung, International Rescue Committee, Misereor, ONE, Oxfam, Terre des Hommes, Welthungerhilfe, Women for woman international
- Erscheinungsjahr: 2026
- Seitenanzahl: 4
Was passiert konkret, wenn gekürzt wird?
Laut UN‑Berichten führt fehlende Finanzierung dazu, dass:
- Millionen Menschen keine Unterstützung erhalten,
- Lebensmittel, Wasser oder Medikamente nicht bereitgestellt werden,
- Hilfsprogramme reduziert oder eingestellt werden.
Schon heute erhalten über 100 Millionen Menschen in Not keine ausreichende Hilfe, weil Mittel fehlen.
Für Betroffene bedeutet das konkret: mehr Hunger, mehr Krankheit und weniger Überlebenschancen.
Was bringt Entwicklungszusammenarbeit überhaupt?
Internationale Zusammenarbeit hat messbare Erfolge erzielt, zum Beispiel
- hat sich seit dem Jahr 2000 die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert,
- ist seitdem die Müttersterblichkeit um über ein Drittel gesunken,
- Polio, auch bekannt als Kinderlähmung, wurde fast ausgerottet,
- HIV ist kein Todesurteil mehr; selbst in ärmeren Ländern gibt es erschwingliche Medikamente,
- Infektionskrankheiten wie Malaria oder Tuberkulose wurden stark zurückgedrängt,
- Hunger: war 2010 jedes dritte Kind aufgrund von Mangelernährung wachstumsverzögert, ist es heute nur etwa jedes fünfte.
- besuchen viele Kinder, insbesondere Mädchen, zum ersten Mal eine Schule, selbst in Krisengebieten.
Gleichzeitig warnen UN‑Organisationen: Diese Fortschritte sind gefährdet, wenn Mittel gekürzt werden. Internationale Zusammenarbeit wirkt – aber nur, wenn sie ausreichend finanziert ist.
Wieviel Geld gibt Deutschland für internationale Hilfe aus?
Im Jahr 2026 hat das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 10,06 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sind weniger als zwei Prozent des gesamten Bundeshaushalts. Für Nothilfe steht 2026 im Etat des Auswärtigen Amtes 1 Milliarde Euro zur Verfügung. Das sind 0,2 Prozent im Bundeshaushalt.
Zum Vergleich: Das Bundesministerium für Verteidigung bekommt knapp 16 Prozent vom Bundeshaushalt (weit über 82 Milliarden Euro). 2025 sind die Verteidigungsausgaben um 28 Prozent angewachsen. Der Tankrabatt 2026 kostet für zwei Monate 1,6 Mrd.
Warum soll Deutschland sich im Ausland engagieren?
Weltweit sind rund 239 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gleichzeitig leiden hunderte Millionen Menschen an Hunger. Erfahrungen aus Krisenregionen zeigen, dass fehlende Unterstützung Konflikte verschärft, Instabilität erhöht und Menschen zur Flucht zwingen kann. Internationale Hilfe ist daher eine Frage der gemeinsamen globalen Verantwortung und auch der Menschlichkeit.
Was gehen Deutschland die Krisen in anderen Ländern an?
Die Ungleichheit zwischen Nord und Süd hat historische und strukturelle Ursachen. Der Reichtum vieler Industrieländer ist eng mit der Epoche des Kolonialismus, Ressourcennutzung und ungleichen Handelsstrukturen verbunden. Auch die Klimakrise ist eng damit verknüpft: Sie ist das Ergebnis von Ressourcenverbrauch und Wirtschaftsweisen, von denen vor allem der globale Norden profitiert hat – während die Folgen besonders den globalen Süden treffen.
Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung für faire Handelsbedingungen, Klimagerechtigkeit und internationale Zusammenarbeit.
Solidarität ist kein Almosen – sondern ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit und Menschenwürde.
Was fordert die Petition „Solidarität nicht kaputtsparen“
Die Petition fordert die Bundesregierung auf die Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe zu stoppen und internationale Hilfe wieder zu stärken - mehr globale Verantwortung und Menschlichkeit.
Welche Organisationen machen mit?
ADRA, Aktion gegen den Hunger, Brot für die Welt, CARE, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Global Citizen, Help, Hirschfeld-Eddy-Stiftung, International Rescue Committee, Misereor, NRC Flüchtlingshilfe, ONE, Oxfam, Terre des Hommes, Welthungerhilfe und VENRO - stellvertretend für über 150 zivilgesellschaftliche Organisationen.
Quellen:
VENRO: ODA unter Druck. Wie verlässlich ist Deutschlands Engagement?
VENRO: Statement zu den Eckwerten des Bundeshaushalts 2027 (29.04.2026)
VENRO: Appell an die Bundesregierung: 150 NGOs fordern mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (29.04.2026)
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