Zur Situation im Gaza-Streifen äußert sich Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer von Misereor:

„Die Lage in Gaza ist ein Albtraum – und ein politisches Versagen auf ganzer Linie. Das systematische Aushungern einer Zivilbevölkerung ist ein Kriegsverbrechen.

Als Organisation, die an der Seite der von Gewalt und Hass betroffenen Menschen in Israel und in den palästinensischen Gebieten steht, erinnern wir bei Misereor unmissverständlich daran: Aus der historischen Verantwortung unseres Staates ergibt sich die Pflicht, das Völkerrecht kompromisslos zu wahren. Diese Verantwortung wird derzeit massiv verletzt – auch durch die zurückhaltende Positionierung der Bundesregierung.

Wir fordern mit aller Deutlichkeit:  

  • Keine Genehmigung von Rüstungsexporten nach Israel, wenn ein hinreichender Verdacht besteht, dass die Rüstungsgüter zu schweren Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht benutzt werden könnten.
  • Die unverzügliche Öffnung sämtlicher Grenzübergänge für den ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe.  
  • Eine klare Absage an jede Form der Zwangsumsiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus Gaza sowie Forderungen nach einer Annexion des Westjordanlands –solche Pläne wären völkerrechtswidrig und inakzeptabel.

Die Partnerorganisationen von Misereor im Gaza-Streifen leisten Übermenschliches – unter Lebensgefahr, im Angesicht von Hunger, Bomben und des weitgehenden Zusammenbruchs medizinischer Versorgung. Sie kämpfen nicht nur für das Überleben der Betroffenen, sondern auch für Würde und Gerechtigkeit.

Was die Menschen in Gaza brauchen, ist eine sofortige Waffenruhe, die die Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Israel und den palästinensischen Gebieten bildet.“ 

Ralph Allgeier
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