Angesichts des erneuten israelischen Luftangriffs auf das palästinensische Flüchtlingslager Ain el-Hilweh bei Saida im Libanon mit vielen Toten und Verletzten, kritisiert Misereor die Pläne der Bundesregierung, ab kommender Woche wieder Rüstungsexporte für Israel zuzulassen als zynisch.  

„Wir sind tief bestürzt über das Vorgehen der israelischen Armee, die bei ihrem Angriff viele zivile Opfer, darunter vor allem Jugendliche und Kinder, die auf einem Sportplatz Fußball spielten, in Kauf nimmt. Die gezielte Bombardierung eines dicht besiedelten Flüchtlingslagers stellt eine eklatante Missachtung des humanitären Völkerrechts dar und ist durch nichts zu rechtfertigen“, erklärt Andreas Frick, Misereor-Hauptgeschäftsführer. Die Bemühungen zur Stabilisierung des Libanon werden durch die Vorgehensweise der israelischen Armee konterkariert

Die Angst vor weiteren Angriffen ist allgegenwärtig

Die seelischen Wunden bei den Überlebenden und Angehörigen seien tief, viele von ihnen mussten Schreckliches mitansehen, berichtet Sylvia Haddad, Direktorin der Misereor- Partnerorganisation „The Joint Christian Committee“ (JCC) im Libanon, die im betroffenen Camp Bildungsprojekte für geflüchtete Jugendliche und Kinder durchführt. „Die Menschen im Camp stehen unter Schock. Viele Kinder und Familien wissen nicht, wie sie mit dem Erlebten umgehen sollen. Die Angst vor weiteren Angriffen ist allgegenwärtig. Israelische Drohnen sind ständig über dem Flüchtlingslager zu sehen und wir mussten den Schulbetrieb vorläufig einstellen“, so Haddad.

Misereor ruft die Bundesregierung dazu auf, die Waffenlieferungen an Israel weiterhin auszusetzen. „Zum jetzigen Zeitpunkt, Rüstungsexporte an Israel wieder zuzulassen, ist auch angesichts der jüngsten Vorfälle im Libanon und einer sehr fragilen Waffenruhe in Gaza nicht zu rechtfertigen.  Solange Israel weiterhin das humanitäre Völkerrecht so eklatant missachtet, darf Deutschland durch seine Rüstungsexporte keinen weiteren Menschenrechtsverletzungen und Angriffe auf Zivilisten Vorschub leisten. Deutschland macht sich mitschuldig“, betont Frick.  

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