MISEREOR lädt Gäste ein

Jedes Jahr lädt MISEREOR zur Fastenaktion Gäste aus dem Partnerland nach Deutschland ein, die Sie gerne in Ihrer Gemeinde, Gruppe oder Schule besuchen kommen.

Die MISEREOR-Partner berichten aus ihren Heimatstädten und Heimatländern, von den Problemen ihrer Mitmenschen und ihrer täglichen Arbeit. Sie tauschen sich aber auch aus mit den Menschen, die sie während ihres Aufenthalts in Deutschland treffen. So tun sich im Gespräch und in der Begegnung neue Horizonte auf und gegenseitiges Verständnis wächst.


„Es ist wichtig, dass wir es nicht nur in der Theorie den Schülern beibringen, was in der Weltgeschichte passiert, sondern dass authentische Menschen vor Ort berichten: aus ihrem Leben, aus ihren Erfahrungen. Und deutlich machen, was passiert!“

Schulseelsorger Michael Tomaszewski aus dem Bistum Mainz nach dem Besuch des philippinischen Gastes im vergangenen Jahr



Das waren unsere Gäste aus Itaituba, Brasilien zur Fastenaktion 2016


Als Gast zur MISEREOR-Fastenaktion 2016 reist Dom Frei Wilmar SANTIN O. Carm. durch Deutschland und berichtet von seiner Arbeit in Brasilien.
Zu Gast in den Diözesen: Würzburg (10.-14.02. und 27.-28.02.), Speyer (17.-19.02.) und Bamberg (20.-25.02.)
Bischof der Prälatur Itaituba im Bundesstaat Pará, Brasilien

Dom Wilmar Santin ist Karmelit und seit 2011 Bischof der Prälatur Itaituba im Bundesstaat Pará, Brasilien. 194.200 Katholiken wohnen hier auf einer Fläche von 175.000 km².

Der Bischof kennt die Arbeit der Landpastoral (CPT) in seiner Prälatur sehr gut und unterstützt sie ausdrücklich. Er teilt die Sorgen der Menschen um die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und stellt sich an ihre Seite im Kampf gegen den Staudammbau am Tapajós.

 

 


Der Gast zur MISEREOR-Fastenaktion 2016 besucht Gemeinden, Gruppen und Schulen in Deutschland.
Zu Gast in den Diözesen: Mainz (27.02.-02.03.), Essen (03.03.-06.03), Köln (07.-10.03)
Pfarrer und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Landpastoral Itaituba (CPT)

Padre João Carlos I. Portes lebt und arbeitet seit 2007 in der Region. Er ist Pfarrer in Trinta und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Landpastoral Itaituba (CPT). Die Konflikte aus der Region (Landkonflikte, Konflikte um Wasser, Morde und sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse) hat er ins offizielle Konfliktbuch der CPT auf Bundesebene eintragen lassen. Padre João Carlos I. Portes arbeitet eng mit den Menschen vor Ort zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Zugang zu ihrem Land und zum Fluss Tapajós zu sichern und einen Beitrag zum Erhalt des sensiblen Ökosystems im Amazonasgebiet zu leisten.

„Es ist die komplette Unsicherheit, die so schwer zu ertragen ist.“, erzählt der Pfarrer, denn viele Fragen prägen die Arbeit: Schaffen sie es, den geplanten Bau des Staudamms am Tapajós abzuwenden? Was wird aus den Frauen, Männern und Kindern in Pimental, dem kleinen Ort am Fluss Tapajós, in dem 850 Familien ihr Zuhause haben? Werden alle umgesiedelt? Wird es eine Entschädigung geben?

Padre João Carlos I. Portes freut sich darauf, in Deutschland über seine Arbeit berichten zu können. Er hat darüber hinaus Interesse, Menschen kennen zu lernen, die, wie er, andere Menschen in der Einforderung ihrer Rechte unterstützen (zum Beispiel im Kontext des Vorrangs von wirtschaftlichen Interessen gegenüber den Interessen der Menschen). Er ist Pfarrer einer flächenmäßig sehr großen Pfarrei. Neben pastoralen Fragen interessieren ihn auch die Entwicklungen und Herausforderungen von ländlich strukturierten Pfarreien in Deutschland.


Der Brasilianer berichtet während der Fastenaktion 2016 von seiner Arbeit im Kampf für die Wohnrechte der Einheimischen.
Zu Gast in den Diözesen: Freiburg (01.- 04.03.), Rottenburg-Stuttgart (05.-08.03), München und Freising (09.-13.03.).
Ehrenamtlicher Mitarbeiter bei CPT und Mitorganisator der Fastenaktion in Brasilien

Bevor er in der Landwirtschaft tätig wurde, hatte Egidio Alves Sampaio Ende der 70er Jahre seinen ersten Job beim Bau des Tucuri-Staudamms. Heute kommt ihm diese Arbeit zugute: „Ich habe nicht nur eine Wissensgrundlage. Ich spreche nicht nur von theoretischen Kenntnissen, sondern ich habe auch eine persönliche Erfahrung und weiß, was bei einem Staudammbau passiert.“

Die Firmen, die am Fluss Tapajós einen neuen Staudamm bauen wollen, versprechen den Menschen eine bessere Entwicklung der Region mit Bau von Straßen und Universitäten sowie eine bessere Lebensqualität. Die Interessen der Menschen, die am und vom Fluss leben, sowie die der indigenen Bevölkerungsgruppen, werden dabei vernachlässigt. Darüber diskutiert die CPT Itaituba mit den Behörden. Egidio Alves Sampaio arbeitet seit dem Jahr 2000 mit der Landpastoral zusammen und ist Mitglied der CPT Pará auf Bundesebene. In seiner Region unterstützt er Menschen darin, Besitztitel für ihr Land zu erhalten und berät Kleinbauernfamilien in Fragen der Nachhaltigkeit.

Egidio Alves Sampaio freut sich darauf, in Deutschland über seine Arbeit zu berichten. Er hat darüber hinaus Interesse, Menschen kennen zu lernen, die, wie er, andere Menschen in der Einforderung ihrer Rechte unterstützen. Da er jedes Jahr in seiner Region die Fastenaktion organisiert, kann er vor dem Hintergrund der ersten gemeinsamen Fastenaktion mit Brasilien seine Erfahrungen mit Gruppen in Deutschland teilen.


Der Gast aus Brasilien reist für die Fastenaktion 2016 nach Deutschland
Zu Gast in den Diözesen: Würzburg (10.- 14.02.), Hamburg (15.-18.02), Augsburg (19.-23.02.) und Aachen (24.-25.02.).
Ehrenamtlicher Mitarbeiter, zuständig für die CPT-Kampagne "Kampf gegen die Sklavenarbeit"

Jurandir Alves da Silva kam mit 19 in die Region Itaituba und arbeitete zunächst als Goldsucher. Anschließend war er in der Landwirtschaft und als Angestellter in unterschiedlichen Firmen tätig. Neben seiner Berufstätigkeit engagierte er sich sozial und in seiner Pfarrei. Dadurch kam er 2012 zur Landpastoral (CPT) und ist seitdem dort zuständig für die CPT-Kampagne „Kampf gegen die Sklavenarbeit“.

Das hohe wirtschaftliche Interesse an der Region hat zu vielen Großbaustellen geführt (z. B. Staudammbau, Hafenbauten, Asphaltierung von Straßen). Dort arbeiten Menschen unter unrechtmäßigen Bedingungen, die sklavenähnliche Formen annehmen. Ausbeuterische Arbeitszeiten, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und die Abhängigkeit vom Chef im Hinblick auf Transport, Unterkunft, Essen und Gehalt führen zu einem Abhängigkeitsverhältnis. Die CPT hat eine Aufklärungskampagne gestartet. Sie hilft Menschen dabei, sich aus der Abhängigkeit zu befreien und geht juristisch gegen die Firmen vor. Jurandir Alves da Silva sagt: „Wir wissen, welche Gefahren es gibt, und je mehr Menschen wir zusammenbekommen und informieren, desto besser. Ich kann nicht danebenstehen und blind dafür sein, ohne etwas zu tun.“

Jurandir Alves da Silva freut sich darauf, Menschen in Deutschland von seiner Arbeit berichten zu können. Er interessiert sich insbesondere für Menschenrechtsarbeit und den Einsatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen. In diesem Zusammenhang könnten zum Beispiel Begegnungen mit Gewerkschaftsvertreter(inne)n für ihn eine Bereicherung sein.


Gäste aus São Paulo, Brasilien


Der gelernte Bauingenieur ist hauptamtlicher Direktor des Centro Gaspar Garcia (CGG).
Zu Gast in den Diözesen: Berlin (26.02.-02.03.), Limburg (03.-06.03.), Münster (07.-09.03.), Köln (10.-13.03)
Direktor des Centro Gaspar Garcia in São Paulo

René Ivo Gonçalves kommt aus einer katholischen Arbeiterfamilie. Er lebte lange in „zwei Welten“: An einer privaten Elite-Universität studierte er Bauingenieurwesen, daneben engagierte er sich in der Arbeit bei und mit den Menschen. Seinen politischen Einsatz speist er aus seinem Glauben. René Ivo Gonçalves arbeitete viele Jahre beim Centro Gaspar Garcia (CGG) als Koordinator und ehrenamtlicher Direktor. Seit 8 Jahren ist er nun hauptamtlich angestellt und damit für die Mitarbeiter(innen) sowie für die administrative und finanzielle Seite der Organisation verantwortlich.

Seine Tätigkeit bereitet ihm große Freude, weil er direkt an der Basis arbeiten kann. Er unterstützt die Obdachlosen in São Paulo, von denen es rund 15.900 in der Stadt gibt. René Ivo Gonçalves kümmert sich darum, dass es den 150 vom CGG betreuten Obdachlosen gut geht. Darüber hinaus arbeitet er mit weiteren Partnern daran, den Armen ein menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen.

Heute sagt er zu seinem beruflichen Werdegang: „Das Leben ist aus Entscheidungen gemacht und es tut mir nicht leid, dass ich mich so entschieden habe.“

René Ivo Gonçalves freut sich, in Deutschland über seine Erfahrungen mit den Menschen in São Paulo berichten zu können. Aufgrund seiner Arbeit in der Großstadt hat er Interesse, in Deutschland ähnliche Arbeits- und Engagementfelder kennenzulernen, z. B. Maßnahmen zur Eingliederung von Menschen in den ersten Arbeitsmarkt, Wohnungsbaugenossenschaften, ggf. auch Projekte der Mülltrennung.


Sie ist Mitarbeiterin des Centro Gaspar Garcia in Sao Pauolo, Brasilien.
Sozialarbeiterin im CGG und Leiterin des Programms "Wohnen in Würde"

Landbesetzungen, Räumungsklagen, prekäre Wohnverhältnisse: Das ist das tägliche Aufgabengebiet von Maria Dos Anjos Brás dos Santos. Die Sozialarbeiterin ist seit 2001 als fest angestellte Mitarbeiterin im CGG tätig und betreut das Programm „Wohnen in Würde“.

Weil die Bewohner(innen) gemeinsam mehr erreichen können als allein, unterstützt sie sie beim Aufbau von Organisationsstrukturen und zum Beispiel beim Beantragen von Wohnungsbauprojekten. Maria Dos Anjos Brás dos Santos engagiert sich bei Verhandlungen mit den Behörden und vertritt das Centro Gaspar Garcia im Stadtrat im Themenbereich Wohnungsbau. Oftmals ist das CGG die einzige und letzte  Hoffnung der Menschen, die Hilfe suchen.

Maria Dos Anjos Brás dos Santos freut sich, über ihre Arbeit in Deutschland berichten zu können. Als Sozialarbeiterin in einer Großstadt hat sie Interesse, vergleichbare Felder der sozialen und politischen Arbeit in Deutschland kennenzulernen, beispielsweise die Einwirkung der Zivilgesellschaft auf die Kommunalpolitik oder Prozesse der Stadtentwicklung.


Der studierte Bauingenieur ist auch MISEREOR-Berater vor Ort.
Leiter und Mitbegründer des Centro Gaspar Garcia in São Paulo

Luiz Kohara war schon 1988 Mitbegründer des Centro Gaspar Garcia (CGG) in São Paulo. Heute leitet er zusammen mit René Ivo Gonçalves das CGG. Beide kennen sich seit ihrer Jugend. Luiz Kohara ist studierter Bauingenieur. Zusätzlich hat er das Postgraduiertenstudium „Soziologie der Stadt“ absolviert. Seine Aufgabe ist es, die unterschiedlichen Gruppen und Bewegungen, die das CGG betreut, zu begleiten, sie miteinander in Kontakt zu bringen, zu vermitteln und für die Menschen Ausbildungskurse anzubieten. Im Zentrum steht die Zusammenarbeit mit Bewegungen, die sich in São Paulo für menschenwürdige Wohnbedingungen einsetzen. Nach der Einschätzung von Luiz Kohara haben in den Jahren seit der Regierung unter Präsident Lula da Silva die sozialen Bewegungen im allgemeinen zwar an Kraft verloren, nicht aber die Bewegung für menschenwürdigen Wohnraum. Es gebe sogar mit der aktuellen wirtschaftlichen Krise des Landes ein Wiederaufleben der Bewegung.

Seine Kraft schöpft Luiz Kohara aus der Empörung über die Widersprüche; seine Hoffnung aus der Botschaft des Evangeliums. „Wir dürfen aus den Widersprüchen der Gesellschaft nicht fliehen. Es gilt, gerade in ihnen die Möglichkeiten auszuloten und Spuren der Hoffnung aufzufinden.“ Neben seiner Tätigkeit als Direktor des CGG ist er auch ein MISEREOR-Berater vor Ort. Er gilt als ein sehr kompetenter und erfahrener Mann, besonders in den Bereichen Menschenrechte, Wohnbauprojekte, Stadtentwicklung und Urbanisierung.

Luiz Kohara freut sich, über seine Arbeit in Deutschland berichten zu können. Er hat Interesse, die „Soziologie deutscher Städte“ ganz praktisch kennen zu lernen, z. B. in Form von Obdachlosenarbeit oder sozialen Wohnungsbauprojekten.


In unterschiedlicher Weise tragen wir – in Deutschland wie in Brasilien – die Verantwortung für den Erhalt unseres gemeinsamen Hauses, unserer Erde. So bietet der Besuch eines Gastes aus Brasilien in Ihrer Gemeinde, Gruppe oder Schule Chancen in zwei Richtungen:

  • Der Gast kann authentisch von seiner Arbeit, seinen Sorgen und Nöten, aber auch von Freuden und Hoffnungen berichten und sie dadurch bereichern.
  • Die Gäste profitieren davon, wenn Sie sie mit Menschen zusammenbringen, die hier in Deutschland an ähnlichen Themen, Prozessen und Herausforderungen arbeiten wie die Menschen in Brasilien.

Gestalten Sie ihre Begegnung mit dem Gast so, dass beide Seiten inhaltlich und persönlich bereichert werden! Bei der Organisation helfen wir Ihnen gerne.


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