

„Mit 12 Jahren zerfetzte eine Landmine mein Bein. Ich spielte gerade mit Kindern aus dem Dorf auf dem Feld. Mein Freund kam ums Leben, ich wurde gerettet.“ Chan erinnert sich genau an diesen Moment und an die Zeit danach. Doch was Chan bedrückt ist, dass er dem Vater nicht mehr auf den Feldern helfen kann. Chan weiß: Er ist eine Belastung für die Familie, denkt sogar Selbstmord. Bis sich ihm vor zwei Jahren eine Riesenchance bot. „Ich stelle in einer Werkstatt Holzrollstühle her und verdiene eigenes Geld. So steuere ich auch zum Familienunterhalt bei. Ich bin wieder etwas wert.“ Chan hat es geschafft. Aber viele Landminen-Opfer warten noch immer auf Rollstühle oder eine Prothese. Und sie warten auch die Chance, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Eine Chance, aus der neuer Lebensmut wächst. Familien-Patenschaft hilft den Familien von Landminen-Opfern.
Kleinbauernfamilien aus der philippinischen Diözese Pagadian sehen endlich Licht am Ende des Tunnels. Sie haben sich aus der Abhängigkeit gerissener Saatguthändler befreit. Gutgläubig kauften sie ihnen teures Saatgut ab. Doch das wuchs nur mit teurem Dünger und teuren Pestiziden. Bezahlt mit Krediten, die ihnen die Luft abschnüren – das hat nun ein Ende. Die Familie von Belen Apale geht jetzt neue Wege in der Landwirtschaft. „Wir haben uns auf unsere Traditionen besonnen und unsere Anbaumethoden umgestellt. Nun stellen wir selbst Dünger her und verwenden gegen Schädlinge natürliche Mittel.“ Die Kirche hilft ihnen beim Aufbau einer nachhaltigen Landwirtschaft. Die Saatguthändler brauchen sie nicht mehr. „Plötzlich ist der Boden wieder fruchtbar und trägt reiche Ernte“, sagt Belen. „Und vom Erlös können unsere Kinder zur Schule gehen!“
Die Aktion „Starke Familien“ hilft Kleinbauern, ihre Familien gesund zu ernähren und den Lebensunterhalt zu sichern.

Der 12-jährige Silva Kumar stammt aus einem Fischerdorf in Südindien. Seine Eltern kamen bei dem Tsunami Weihnachten 2004 ums Leben. Noch heute steigen ihm Tränen in die Augen, wenn er sich erinnert, wie er seine Mutter unter den Trümmern findet. Sein Vater ertrank im Meer. Plötzlich hatte Silva keine Heimat mehr, war ratlos, suchte Hilfe. Die Ordensgemeinschaft der Salesianer kümmerte sich um ihn – und um viele andere Waisen. Das ersetzt nicht die Familie, aber es gibt ihm wieder Lebensmut. Jetzt kann er wieder zur Schule gehen. Silva will viel lernen. Um zu vergessen und um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Ordensschwestern haben mehr als 500 verwaiste Kinder in Notunterkünfte aufgenommen. Jetzt suchen sie nach einheimischen Pflegefamilien. Die Kinder sollen auch ohne Vater und Mutter wieder Geborgenheit erfahren und Hoffnung auf ein neues Leben schöpfen. Familien-Patenschaft schenkt Kindern Zukunft.