Bei der EU-Agrarpolitik geht es auch um die Bekämpfung des Welthungers und um globale Gerechtigkeit. Deshalb ruft MISEREOR mit vielen anderen Organisationen zu einer breiten Debatte über unsere künftige Agrar- und Ernährungspolitik.
Woher kommt unser täglich Brot, woher stammen Wurst, Müsli, Käse, Ge- müse, Obst und Fleisch? Wie werden sie produziert?
Qualität, Werbung, Skandale, schlechtes Gewissen, Hektik verderben oft die Lust am Essen. Deutschland leidet an Übergewicht, nicht an Hunger.
11% des Einkommens kosten uns im Schnitt noch unsere Lebensmittel. Als Steuerzahlerinnen und –zahler finan-zieren wir dies über die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union.
40% des Einkommens vieler Bauern stammt aus öffentlichen Mitteln und deckt doch bei vielen nicht einmal die Kosten. 80% der Mittel gehen an 20% der Landwirte und Agrarunternehmen.
Wofür dürfen Steuergelder in der Landwirtschaft ausgegeben werden? Müssen Menschen in armen Ländern aufgrund unserer Agrarpolitik hungern? Diese Themen stellt die nun startende bundesweite Kampagne: "Meine Landwirtschaft – unsere Wahl" in den Mittelpunkt. Sie ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Anlass der Kampagne ist die anstehende Reform der EU-Agrarpolitik, die im Jahr 2011 in die entscheidende Phase eintritt.

MISEREOR beteiligt sich, weil die EU-Agrarpolitik erhebliche Auswirkungen auf Entwicklungsländer hat. Der Hunger in Entwicklungsländern und die Gründe und Folgen aktuell steigender Lebensmittelpreise dort sind ein wichtiger Teil der Kampagne.
Die europäische Agrarpolitik trägt vor allem mit dem Billigexport ihrer industriellen Überschussproduktion und ihrer gleichzeitigen Abhängigkeit von Futtermittelimporten zur Schwächung kleinbäuerlicher Strukturen und der Ernährungssicherheit in den Entwicklungsländern bei.
Diese Politik hat in den letzten Jahrzehnten zur Aushöhlung der Selbstversorgungskapazitäten vieler Länder des Südens beigetragen, die nun häufig weit über 50 Prozent ihrer Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt einkaufen müssen. Jetzt steigen die Agrarpreise auf dem Weltmarkt massiv an und die Leidtragenden sind die Armen.
Die Kampagne soll nicht zuletzt die Verbindungen zwischen der vorherrschenden Agrar- und Ernährungspolitik in Europa und dem Hunger in der Welt aufzeigen.
Wir wollen dafür gemeinsam Verantwortung übernehmen, Ziele formulieren und durchsetzen, praktische Alternativen finden. Wir wollen mehr Demokratie wagen, in der Landwirtschaft und beim Essen. Die Entscheidungen sind zu wichtig, um sie Lobbyisten zu überlassen.
Mehr als 15.000 Wählerinnen und Wähler haben sich an der Abstimmung "Meine Wahl" beteiligt und sich klar für einen Systemwechsel in der Landwirtschaftspolitik entschieden. Sie wollen mit ihren durchschnittlichen 100 € Steuergeld pro Jahr, die in die Agrarpolitik fließen, eine bäuerliche, ökologische, global gerechte und tierfreundliche Landwirtschaft fördern.
Zum Abstimmungsergebnis "Meine Wahl"
Studien, Artikel, Hintergrund-Infos von MISEREOR und mehr zum Thema
"Hunger bekämpfen"
2013 wird die EU ihre Agrarpolitik reformieren. Für viele Menschen sind diese Reformen ein wichtiges Thema. Welche Art von Landwirt- schaft wollen wir? Wie kann die EU allen Bäuerinnen und Bauern – auch global – gerecht werden? mehr
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Seit dem 16.Oktober finden bundesweit Bauern-Bürger-Dialoge statt, zu denen Landwirte auf ihre Höfe einladen.
Dokumentation der internationalen Tagung zu den Perspektiven für eine nachhaltige Tierhaltung und einen zukunftsfähigen Fleischkonsum. mehr (pdf, 1,1 MB)
"Meine Landwirtschaft" setzt sich für „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ ein. Mit Plakaten sollen möglichst viele Menschen für eine global verantwortliche, bäuerliche zukunftsfähige Landwirtschaft begeistert werden.
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