Schule statt Kinderarbeit

Kinderarbeit geschieht häufig im Verborgenen. Dabei sind weltweit rund 160 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen. Sie arbeiten zu lange und bekommen wenig Geld dafür. Die meisten Kinder sind abhängig von ihren Arbeitgebern und niemand schützt sie vor Gewalt oder sexuellen Übergriffen. Die meisten von ihnen arbeiten, um ihre Eltern finanziell zu unterstützen oder sich selbst Wünsche zu erfüllen.

So wie der 12-jährige Ariz. Er spart jeden verdienten Rupie, um sich die Anmeldegebühr für die Schule leisten zu können, weil seine Eltern sich das nicht leisten können. Doch er gibt seinen Traum nicht auf: Um den Anschluss nicht zu verlieren, besucht er regelmäßig das Learning Center der Organisation SPAN. Dort lernt er weiter und trifft auch seinen besten Freund. Und zwischendurch bleibt sogar noch Zeit, um hoch über den Dächern von Kolkata eine Runde Cricket zu spielen.

Familien stärken - Kinderarbeit verhindern

Den Kindern und Eltern klarzumachen, wie wichtig die Schule ist, ist das Hauptziel Misereor-Partnerorganisationen Vikas Sansthan und SPAN. Sie blicken ganzheitlich auf die Familien, die von Kinderarbeit oder Arbeit im ganzen Familienverbund betroffen sind. Kinder brauchen einen Zugang zu Bildung, um später einen Beruf zu ergreifen, der eine Perspektive bietet. Aber auch ihre Familien bekommen Unterstützung, damit es auf Dauer kein Einkommen durch die Kinder mehr braucht, um die Familie zu ernähren.

Auch die 12-jährige Amira besucht ein Lernzentrum von SPAN. Schule war für sie lange keine Option. Ihre Eltern mussten selbst schon im Kindesalter arbeiten, deshalb fehlten ihnen die Möglichkeiten und Ideen, ihre Kinder für die Schule zu motivieren. Erst durch die Unterstützung von SPAN änderte sich das. Besonders Amiras Mutter Sana ist dankbar, dass ihre Kinder zur Schule gehen. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Bildung ist, denn sie selbst musste schon als Kind ihrer Mutter auf dem Fischmarkt helfen. Amira darf beim Sortieren von Papier mitarbeiten – aber nur, wenn ihre Hausaufgaben erledigt sind. Wenn man bedenkt, wie Sana aufgewachsen ist, ist diese Einstellung ein Beweis dafür, wie viel sich bereits trotz allem in den Köpfen der Menschen getan hat.

Spielerisch auf den Lebensweg in die Zukunft

Neben den Lernzentren betreibt SPAN gemeinsam mit Freiwilligen und Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern auch das Programm „Jeevhan Path“, den „Lebensweg“. In Kooperation mit Grundschulen werden zweimal wöchentlich Lerninhalte vermittelt – spielerisch und nah am Alltag der Kinder. So können sie das Gelernte direkt mit ihrem eigenen Leben verbinden. Wenn Kinder verstehen, warum Lernen für sie persönlich wichtig ist, wächst auch ihre Motivation spürbar.

Frauen treiben den Wandel voran

Neben der direkten Unterstützung der Kinder organisieren die Partner Treffen auf lokaler Ebene, um die Öffentlichkeit über die negativen Folgen von Kinderarbeit aufzuklären. Gerade die Mütter sind hier Schlüsselpersonen.  Auch Themen wie Gesundheit und Ernährung der Kinder kommen zur Sprache. Der Austausch über mögliche Geschäftsideen, Vorschläge, wie sie finanzielle Unterstützung erhalten und ein Unternehmen gründen können, ist ein zusätzlicher Schritt in die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Familien. 

So sieht unser gemeinsamer Erfolg aus

  • Etwa 2000 Kinder erhielten Zugang zu Bildung
  • 102 Jugendleiter setzten sich auf lokaler Ebene für Kinderrechte ein
  • 184 Fälle von Kinderarbeit wurden aufgespürt und den staatlichen Stellen vorgelegt, 116 Kinderarbeiter besuchen nun reguläre Schulen
  • 3720 Familien machten ihre Ansprüche auf staatliche Leistungen geltend
  • 196 weibliche Führungskräfte wurden in die lokale Selbstverwaltung eingebunden
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13 €

Mit 13 Euro lässt sich zum Beispiel ein Klassenraum mit Lernmaterialien für die Schüler ausstatten.

50 €

50 Euro kosten beispielsweise Schiefertafeln und Kreide für 100 Kinder.

120 €

120 Euro beträgt zum Beispiel die Monatsmiete für ein Schulgebäude.

260 €

Mit 260 Euro kann zum Beispiel ein Sozialarbeiter angestellt werden, der arme Familien besucht, sie berät und begleitet.

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... können viel bewirken.

Mit 13 Euro lässt sich zum Beispiel ein Klassenraum mit Lernmaterialien für die Schüler ausstatten.

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