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      Erzbischof Stephan Burger und MISEREOR-Geschäftsführer Pirmin Spiegel auf ihrer Reise in Brasilien.© MISEREOR
      Freiburg/Aachen, 22. Dezember 2015

      Menschenwürde vor ökonomische Interessen stellen

      MISEREOR-Bischof Stephan Burger fordert bei Brasilienreise Unterstützung für Anwohner eines Staudammprojektes

      (Freiburg/Aachen, 22. Dezember 2015) Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat sich in Brasilien ein Bild von den Auswirkungen der dort geplanten großen Staudammprojekte gemacht. Burger, Vorsitzender der MISEREOR-Kommission, besuchte das südamerikanische Land gemeinsam mit MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel im Vorfeld der kommenden Fastenaktion des Werks für Entwicklungszusammenarbeit. Unter dem Motto "Das Recht ströme wie Wasser" rückt die Fastenaktion 2016 die bedrohten und verletzten Rechte verschiedener brasilianischer Bevölkerungsgruppen in den Mittelpunkt. Die Aktion führt MISEREOR gemeinsam mit dem Brasilianischen Rat der Christlichen Kirchen (CONIC) aus.

      Bei einem Besuch in der vom Bau des geplanten Wasserkraftwerkes Sao Luiz do Tapajos betroffenen Gemeinde Pimental zeigte sich Erzbischof Burger sehr betroffen von der schwierigen Situation des Volkes der Munduruku. Die Munduruku leben seit vielen Generationen am Fluss Tapajos. Ihr traditioneller Lebensraum ist nun akut bedroht. "Diese Menschen werden in ihrer Heimat nicht bleiben können, wenn der geplante Stausee ihr Land überflutet", erläuterte der Erzbischof am Dienstag in Freiburg. 80 Prozent der Familien hätten keinen Landtitel. Das mache es für sie besonders schwer, ihre Rechte gegenüber der brasilianischen Regierung geltend zu machen. Das Projekt Sao Luiz do Tapajos ist Teil eines großen Programms der brasilianischen Regierung zur Erschließung und kommerziellen Nutzung des Regenwaldes und zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in dem Land.

      Offizielle Registrierung ist wichtig

      "Es geht um Milliarden und um Brasiliens Rolle als künftige führende Wirtschaftsmacht", sagte Burger. "Es muss aber zuallererst um die Zukunft der Menschen gehen, die dort leben." Deshalb stehe MISEREOR gemeinsam mit seinen brasilianischen Partnerorganisationen an der Seite der von den vorgesehenen Staudammprojekten betroffenen Anwohner und kämpfe mit ihnen für Gerechtigkeit. Wichtig ist hier insbesondere, dass ihr Land offiziell registriert wird, denn solche so genannten Landtitel würden nach der brasilianischen Verfassung den Staudammbau erschweren. Viele Bewohnerinnen und Bewohner von Pimental gehen mit Hilfe der MISEREOR-Partnerorganisation CPT, der dortigen Landpastoral, juristisch gegen den Staudamm vor.

      Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehören zusammen

      MISEREOR verknüpft die kommende Fastenaktion mit dem von Papst Franziskus für 2016 verkündeten Jahr der Barmherzigkeit. "Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehören zusammen", betonte Erzbischof Burger. "Im Geiste Jesu wird die Gerechtigkeit zum gesellschaftlichen Ziel, und die Barmherzigkeit ist die Triebfeder für solches Handeln." In diesem Sinne dürfe uns das Leid der Ärmsten und Verletzlichsten in Brasilien und vielen anderen Teilen der Welt nicht gleichgültig sein, forderte Burger. "Gemeinsam müssen wir uns für eine Welt einsetzen, in der Gerechtigkeit, die Menschenwürde und ein auskömmliches Leben für alle Vorrang haben muss vor den ökonomischen Interessen großer Konzerne."

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