Misereor - Ihr Hilfswerk
Suche schließen
Suchen nach:
    Top-Ergebnisse:
      Suchen in:

      © MISEREOR
      Berlin/Paris, 30. November 2015

      Klimaverhandlungen in Paris: Ehrgeizig, gerecht und mit Willen zu Veränderung

      (Aachen/Paris, 30. November 2015) Zu Beginn der Weltklimakonferenz in Paris müssen nach Ansicht von MISEREOR alle 195 Mitgliedsstaaten klare Signale für den Klimaschutz setzen; auch für die Zeit bis 2020. Klimagerechtigkeit zum Schutz der verletzlichsten und am stärksten vom Klimawandel betroffenen Menschen muss dabei im Zentrum der Verhandlungen stehen. "Zu ihrem Schutz muss eine Obergrenze der Erderwärmung von 1,5 Grad angestrebt werden, denn Fragen von Klimawandel und Armutsbekämpfung sind eng miteinander verbunden. Die Umweltkrise kann nicht getrennt von sozialen Krisen unserer Zeit betrachtet werden.", betonte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Montag.

      An Tag 1 der zweiwöchigen Verhandlungen um das Klimaabkommen haben Staats- und Regierungschefs das Wort. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich als G7-Präsidentin bereits für ehrgeizige Klimaziele ausgesprochen und wie Umweltministerin Barbara Hendricks für eine vollständige Dekarbonisierung stark gemacht. "Entsprechend muss sich Frau Merkel in Paris für das Ziel der Dekarbonisierung der Weltwirtschaft bis 2050 im Abkommen einsetzen", so Spiegel. Die Debatte um die Kosten der Energiewende in Deutschland mache zudem deutlich, dass vor allem Entwicklungsländer finanziell stärker im Aus- und Aufbau nachhaltiger Energieinfrastrukturen unterstützt werden müssten, als bisher zugesagt.

      Nahrungsunsicherheit nicht durch Klimaschutzmaßnahmen verschärfen

      Alle Klimaschutzmaßnahmen, ebenso wie die zur Anpassung an die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels, müssten unter Achtung und Gewährleistung der Menschenrechte umgesetzt werden. Aus Sicht von MISEREOR gilt dies insbesondere für das Recht auf Nahrung. Vielerorts werde Ernährungssicherheit durch Bäuerinnen und Bauern geleistet, so der MISEREOR-Chef. "Sie sind es aber auch, die am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leiden. Das neue Abkommen  muss die Bedrohung der Ernährungssicherheit durch den Klimawandel anerkennen und sicherstellen, dass diese durch Klimaschutzmaßnahmen nicht zusätzlich verstärkt wird." Dies betreffe vor allem nicht zielführende Lösungen wie die sogenannte 'Climate Smart Agriculture', die von Agrarkonzernen vorangetrieben wird und Emissionen bei Bäuerinnen und Bauern statt in der industriellen Landwirtschaft reduzieren will.

      Gemeinsame Verantwortung der 195 Staaten

      Auch wenn die Industriestaaten, die derzeit am wenigsten unter den Folgen des Klimawandels leiden, als Hauptverursacher des Klimawandels gelten: "Alle Staaten müssen auf der Konferenz dazu beitragen, dass ein ehrgeiziges, gerechtes und transformatives Abkommen zustande kommt. Nach dem Grundsatz der gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortung haben alle – entsprechend ihrer Fähigkeiten – Sorge zu tragen für das gemeinsame Haus, wie es Papst Franziskus in der Enzyklika Laudato Si‘ fordert." Dass Schwellenländer wie Indien oder Brasilien einen gewichtigeren Beitrag zu der globalen Aufgabe Klimaschutz leisten müssten, befreie die Industrieländer in den Verhandlungen nicht von ihrer historischen Verantwortung. "Deutschland kann ein wichtiger Impulsgeber sein und Signale setzen, um positive Tendenzen zu verstärken und Hindernisse zu überwinden", so Spiegel.

      Hinweis für Redaktionen

      MISEREOR ist vom 30. November bis zum 13. Dezember mit Experten auf der Klimakonferenz in Paris vertreten. Interviews in deutscher Sprache geben:


      Neben der Begleitung der Klimaverhandlungen plant MISEREOR folgende Aktionen:

      • Mittwoch, 7. Dezember ab 11.30 Uhr: Side-Event „Deal with it! People, Rights, Justice” mit Berichten aus Amazonien und   Ozeanien im Kontext Klimagerechtigkeit
      • Donnerstag/Freitag, 10. und 11. Dezember: Einordnung des Konferenzausgangs, Interviewmöglichkeiten
      Zurück

      Kontakt

      Mehr Informationen

      Hier gelangen Sie zur digitalen Pressemappe Paris COP 21