Misereor - Ihr Hilfswerk
Suche schließen
Suchen nach:
    Top-Ergebnisse:
      Suchen in:

      Schulbildung als Hoffnung für Flüchtlingskinder.© © Kathrin Harms / MISEREOR
      Aachen, 16. Oktober 2015

      Flüchtlingssituation im Libanon spitzt sich zu

      MISEREOR unterstützt Bildungsarbeit für palästinensische Flüchtlinge aus Syrien

      (Aachen, 16. Oktober 2015) Die Flüchtlingssituation im Libanon wird immer dramatischer. Durch die weitere Eskalation der Kämpfe in Syrien haben nun zehntausende Menschen überwiegend palästinensischer Herkunft das Flüchtlingslager Yarmouk bei Damaskus verlassen und sind ins Nachbarland geflohen. Dort leiden sie unter sozialer Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit. MISEREOR reagiert auf diese Situation mit der Förderung eines weiteren Projektes im Libanon, um diesen Menschen den Zugang zu Bildung und die Chance auf Integration zu ermöglichen.

      Im April dieses Jahres kam es in Yarmouk zu schweren Kämpfen, bei denen die palästinensischen Flüchtlinge zwischen die Fronten gerieten. "Über Monate wurden sie systematisch von der Versorgung abgeschnitten und vom Assad-Regime ausgehungert. Seit der Offensive des sogenannten Islamischen Staates hat sich die Lage noch zugespitzt und zu einem weiteren Exodus der Flüchtlinge in den Libanon geführt", berichtete Astrid Meyer, Nahost-Referentin bei MISEREOR. Seitdem habe die Einwohnerzahl des Yarmouk-Lagers sich von den zeitweise etwa 150.000 Bewohnerinnen und Bewohner auf 12.000 reduziert. Die meisten flohen ins kleine Nachbarland, wo bereits seit Jahren etwa 500.000 palästinensische Flüchtlinge leben.

      Flüchtlingslager werden zu Elendsvierteln

      "Die ohnehin schon prekäre Situation im Libanon hat sich dadurch auf dramatische Art weiter verschärft. Die palästinensischen Flüchtlingslager sind überfüllt und werden zu abgeriegelten Elendsvierteln. Die Folgen für die Zivilbevölkerung sind verheerend", sagte MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon am Freitag in Aachen. Bereits jetzt kämen auf 4,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge aus den syrischen Kriegsgebieten. Die Behörden und aufnehmende Gemeinschaften seien überstrapaziert. Libanesische Ordnungskräfte haben keinen Zutritt mehr zu den Lagern, verschiedene Milizen kämpfen um die Vormachtstellung.

      Bildungsarbeit für benachteiligte jugendliche Flüchtlinge

      Die Sicherheitslage ist daher äußerst angespannt. Zudem fehlt es an einer angemessenen Integration der Flüchtlingskinder in das libanesische Schulwesen, obwohl über die Hälfte der ankommenden Flüchtlinge im schulpflichtigen Alter ist. Angesichts dieser Situation verstärkt MISEREOR sein Engagement im Bildungsbereich in den Flüchtlingssiedlungen von Sidon, der Hauptstadt des Gouvernements Süd-Libanon. Das neu geförderte Projekt widmet sich der Schulbildung der benachteiligten und vom Unterricht ausgeschlossenen Flüchtlingskinder palästinensischer Herkunft. Die Pontifical Mission Beirut, seit 1982 Projektpartner des katholischen Hilfswerks für Entwicklungszusammenarbeit, bietet den Kindern und Jugendlichen Schul- und Förderunterricht an und unterstützt sie bei der Vorbereitung auf Abschlussprüfungen. "Wenn wir diese Jugendlichen nicht gezielt fördern, werden wir sie an lokale Milizen verlieren. Arbeits- und Perspektivlosigkeit sind der ideale Nährboden für Radikalisierung", warnte Bröckelmann-Simon. "Nur durch Bildung erhalten sie die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben."

      Zurück

      Kontakt

      Mehr Informationen

      MISEREOR-Nothilfe und Wiederaufbau in Syrien, im Nordirak und dem Libanon


      Ich unterstütze MISEREOR
      EINMALIG
      MONATLICH
      50 € 72 € 100 € 330 €
      So kann Ihre Spende helfen: 72 Euro ermöglichen es acht Frauen in Uganda, ein Saatgut-Paket zu erhalten.
      Spenden per Überweisung:      IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10      BIC GENODED1PAX     Pax-Bank Aachen