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      Ein Jahr nach dem Erdbeben in Nepal: Häuser sollen erdbebensicher wiederaufgebaut oder umgebaut werden. © Christian Nusch
      Aachen, 21. April 2016

      Einiges erreicht, aber noch viel zu tun

      Ein Jahr nach dem Erdbeben in Nepal: Grenzblockade verzögerte den Wiederaufbau.

      (Aachen, 20. April 2016). Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben sind in Nepal immer noch etwa 400.000 Menschen auf Nothilfe angewiesen. Etwa 3,3 Millionen Menschen leben in Notunterkünften oder selbstgebauten Hütten aus Plastik und Wellblech und konnten bisher nicht wieder in ihre ursprünglichen Häuser zurückkehren. Darauf machte das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR am Mittwoch aufmerksam.

      Erst in den vergangenen Tagen hat die Regierung in Kathmandu die endgültige Erlaubnis zum Wiederaufbau zerstörter Häuser und Dörfer gegeben. Die Nationale Wiederaufbaubehörde veröffentlichte entsprechende Richtlinien für Nichtregierungsorganisationen, die auch für Partner von MISEREOR gelten. Hinzu kam, dass durch eine Blockade der Grenze nach Indien, die sich seit dem Sommer vergangenen Jahres bis zum Februar hinzog, die Versorgungslage in Nepal dramatisch schlecht war.

      Innenpolitische Konflikte, außenpolitische Spannungen

      "Hauptproblem war ein Mangel an Benzin und Diesel", erläuterte Christine Kögel, Länderreferentin für Nepal bei MISEREOR. "Keines der Güter wie Treibstoff, Gas, Medikamente oder Baumaterialien, die über längere Strecken transportiert werden mussten, konnte seit August 2015 im erforderlichen Maße an die Orte gebracht werden, an denen es benötigt wurde." Innenpolitische Konflikte und außenpolitische Spannungen mit Indien verursachten den Versorgungsengpass. Die Grenzblockade war durch Proteste  gegen die neue Landesverfassung ausgelöst worden, die unter anderem eine Aufteilung Nepals in sieben Föderalstaaten vorsieht. Der Warenverkehr kommt nun allmählich wieder in Gang.

      Partner stehen in den Startlöchern

      "Es ist an der Zeit, mit dem Wiederaufbau endlich zu beginnen", sagte Kögel. Die MISEREOR-Partnerorganisationen wie Lumanti oder Caritas Nepal stünden in den Startlöchern, alle Pläne seien gemeinsam mit den Betroffenen ausgearbeitet worden. Unterstützt wurden sie dabei von einem Architektenteam aus Thailand und Indien, das viel Erfahrung im Wiederaufbau nach Naturkatastrophen mitbringt.

      Insgesamt hat MISEREOR zur Unterstützung von Erdbebenopfern in Nepal bislang fast 3,3 Millionen Euro bewilligt. Ein Teil des Geldes wurde neben einem Projekt zur Wiederherstellung lokaler Radiostationen, die für Menschen in ländlichen und bergigen Regionen eine wichtige und zeitnahe Informationsquelle sind, für Soforthilfemaßnahmen eingesetzt. Dazu gehörte etwa die Versorgung von Kindern, alten Menschen, Menschen mit Behinderung sowie schwangeren und stillenden Müttern oder aber die Bereitstellung von Wellblech, Nahrungsmitteln und Saatgut. Ebenso wurden mit dem Geld medizinische und psychologische Betreuung und die Wiederaufnahme von Schulunterricht finanziert.

      Nachdem viele Betroffene erst regnerische Monate und dann einen kalten Winter in Notbehausungen überstehen mussten, ist es jetzt höchste Zeit, den Wiederaufbau schnell und gleichzeitig nachhaltig umzusetzen. Von diesem sollen in einem ersten Schritt etwa 900 Haushalte profitieren. "Dazu ist es unbedingt notwendig, dass Häuser erdbebensicher neu gebaut oder umgebaut und repariert werden, denn weitere Beben sind in Nepal zu jeder Zeit wieder möglich", betonte Kögel. MISEREOR und seine Partnerorganisationen legten großen Wert darauf, "dass die Menschen in Planungs- und Umsetzungsprozesse von vornherein eingebunden sind und selbst Verantwortung übernehmen sowie eine gewisse Eigenleistung erbringen". Generell erhalten Betroffene  von MISEREOR nur einen Zuschuss für einen Teil der vorgesehenen Maßnahmen sowie fachliche Unterstützung.

      8.800 Menschen starben

      Bei den Erdbeben im April und Mai vergangenen Jahres waren in Nepal weit mehr als 600.000 Häuser völlig zerstört und mindestens weitere 289.000 Häuser so beschädigt worden, dass sie nicht mehr bewohnbar waren. Nach Regierungsangaben starben knapp 8.800 Menschen an den Folgen der Beben, rund 22.300 wurden dort verletzt.

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      Video: Ein Jahr nach dem Erdbeben


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