Berlin, 01. Dezember 2016

Mutiger Einsatz für Menschenrechte gewürdigt

MISEREOR-Partnerinnen erhalten Deutsch-Französischen Menschenrechtspreis

(Berlin, 01. Dezember 2016)  Das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR beglückwünscht Jacqueline Moudeina und Sunitha Krishnan. Die beiden international hoch angesehenen Menschenrechtsaktivistinnen gehören zu den Preisträgern des Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, der am heutigen Donnerstag in Berlin durch die Außenminister von Deutschland und Frankreich verliehen  wurde.

"Mit Sunitha Krishnan  und Jacqueline Moudeina  sind zwei Frauen ausgezeichnet worden, die sich in ihren Heimatländern Indien und Tschad mit bewundernswertem Mut und großer Entschlossenheit für Opfer von Gewalt und insbesondere für die Rechte von Frauen und Kindern einsetzen",  würdigt MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon die beiden Preisträgerinnen.

Jacqueline Moudeina: Kampf gegen Diktator Habré im Tschad

Die Rechtsanwältin Jacqueline Moudeina  ist Präsidentin der tschadischen Menschenrechtsorganisation "Association Tchadienne pour la Promotion des Droits de l’Homme", kurz ATPDH.  Als Anwältin hat sie die Opfer des diktatorischen Regimes von Hissène Habré (1982-1990) vertreten, unter dessen Gewaltherrschaft mindestens 40.000 Menschen ermordet wurden. Jahrelang kämpfte Moudeina dafür, dass Habré für seine Verbrechen vor Gericht gestellt wird. Immer wieder erhielt sie Morddrohungen und verlor bei einem Attentat fast ihr Leben. 2013 konnte der Diktator im Exil im Senegal festgenommen und vor Gericht gestellt werden. Jacqueline Moudeina vertrat die Opfer vor dem Tribunal in Dakar persönlich. "Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass Habré im Mai 2016 wegen schwerster Menschenrechtsverbrechen für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde", so Bröckelmann-Simon.

Sunitha Krishnan: Zwangsprostituierten ein Leben in Würde ermöglichen

Sunitha Krishnan ist Gründerin und Direktorin der indischen Frauenrechtsorganisation "Prajwala", die sich aktiv und vieler Widerstände zum Trotz gegen Menschenhandel von Frauen und Kindern und generell gegen sexuelle Gewalt und Ausbeutung engagiert. Die Arbeit setzt an unterschiedlichen Stellen an: Frauen und Kinder werden aus der Zwangsprostitution befreit, ihnen wird Schutz und therapeutische Hilfe zur Verfügung gestellt, es wird Präventions- und Aufklärungsarbeit geleistet. Durch private Grundbildung und soziale Betreuung wird Kindern von Zwangsprostituierten der Weg in die Regelschule geebnet und so verhindert, dass auch sie ins Rotlichtmilieu abrutschen. Das Engagement trägt Früchte: Viele machen erfolgreich ihren Abschluss und haben Arbeit als Angestellte in Krankenhäusern, Warenhäusern und anderen Geschäften gefunden. Prajwala heißt übersetzt "Ewige Flamme". "Und das ist genau das, was wir erreichen wollen", erklärt Sunitha Krishnan. "In den Herzen der Menschen, denen wir mit unserer Arbeit dienen, eine starke, immerwährende Flamme der Würde zu entzünden."

MISEREOR unterstützt die Arbeit von Sunitha Krishnan und Prajwala seit 2005 mit insgesamt 1.638.000 Euro in den Bereichen Grundbildung und Sozialarbeit für Kinder von Prostituierten, Präventionsmaßnahmen gegen und Aufklärung über sexuelle Ausbeutung. Bereits seit 1993 fördert MISEREOR die Organisation ATPDH mit ihrer Direktorin Jacqueline Moudeina. Seitdem wurden die Menschenrechtsarbeit im Tschad im Allgemeinen und die Lobbyarbeit zum Habré-Regime im Besonderen mit insgesamt 1.400.865 Euro unterstützt. ATPDH setzt sich insbesondere für stark benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Frauen und Kinder ein.

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