Aachen, 20. Juni 2016

Es fehlt an Wasser, Nahrung und Saatgut

Prekäre Lage durch Dürren und Regenfluten in Äthiopien und Malawi

(Aachen, 20. Juni 2016) Trotz zuletzt eingetretener Regenfälle leidet die Bevölkerung in Äthiopien weiter unter den Folgen mehrerer schwerer Dürren. Das teilte das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR am Montag in Aachen mit. „Das Land hat zuletzt die schlimmste Trockenheit seit etwa 30 Jahren erlebt“, sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. „Rund zehn Millionen Menschen sind von ihren Auswirkungen betroffen.“

Besonders stark leiden nomadisch lebende Tierhalter im Osten Äthiopiens unter der Situation. Ihre Lage hat sich durch immer häufiger auftretende Dürren nach und nach  verschlechtert. „Eine große Zahl an Nutztieren, die für die Nomaden die Lebensgrundlage darstellen, sind wegen der extremen Trockenheit bereits umgekommen. Sie verenden vor Durst“, berichtete Spiegel. Viele Viehhirten hätten sich von den Klimakrisen der vergangenen Jahre kaum erholen können und verfügten über keinerlei Reserven, um anhaltende Dürren aus eigener Kraft zu überstehen. Sie müssten zum Teil große Strapazen hinnehmen, um sich mit Trinkwasser zu versorgen. Darüber hinaus sei viel Weideland verödet, Felder seien verdorrt, und etwa 1,7 Millionen Menschen fehle es an ausreichenden Mengen Saatgut für den nächsten Feldanbau.

Ein Jahr der Wetterextreme

Insgesamt erlebt Äthiopien ein Jahr der Wetterextreme, die viele Experten auf den Einfluss des El-Nino-Phänomens zurückführen. Infolgedessen wurden nach der monatelangen Dürre nun vor allem einige Landstriche im Tiefland von Regenmassen so überflutet, dass dabei Menschen und  Tiere getötet, Häuser und Ackerfrüchte weggeschwemmt wurden. Bei einem vom Regen ausgelösten Erdrutsch kamen 32 Menschen ums Leben.

Auch in Malawi spitzt sich die Situation in Folge der Dürre weiter zu. Nach offiziellen Regierungsangaben droht dort in den nächsten Monaten etwa 6,5 Millionen Menschen eine Hungerkrise. Ein Großteil der für dieses Jahr vorgesehenen Ernte ist aufgrund einer neuerlichen Dürrephase verdorrt. Nun sind in  25 von 28 Distrikten des Landes die Nahrungsmittel knapp geworden. Malawi gehört zu den Ländern Afrikas, in denen sowohl Trockenperioden als auch überproportional starke Niederschläge große Schäden anrichten. 2015 fielen zum Beispiel die Ernten aufgrund einer Flutwelle um 30 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor.

Vorsorge für die nächste Krise

Partnerorganisationen von MISEREOR versorgen notleidende Menschen, insbesondere Nomadengruppen, in beiden genannten Ländern mit Nahrungsmitteln, Wasser, Saatgut und Tierfutter und unterstützen sie bei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Die unmittelbare Nothilfe wird dabei mit langfristigen Maßnahmen verknüpft, etwa in der Weise, dass Setzlinge dürreresistenter Pflanzen verteilt und Strategien zur Risikoprävention auf Gemeindeebene entwickelt werden. Neben Wassertransporten in die Krisengebiete werden Infrastrukturmaßnahmen wie die Finanzierung von Regenrückhaltebecken und Wassertanks gefördert, die der Bevölkerung helfen, gegen zukünftige Dürren Vorsorge zu treffen.

„Fernsehkameras sind seit langem besonders auf den Mittleren Osten ausgerichtet“, sagte Spiegel. „Darüber dürfen wir nicht die hungernden Menschen in mehreren afrikanischen Ländern vergessen. Um diese wirkungsvoll unterstützen zu können, benötigt MISEREOR dringend weitere Spenden.“

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