Marrakesch, 18. November 2016

Auf verlässliche Zusagen kommt es jetzt an | MISEREOR

MISEREOR zum Klimagipfel

(Marrakesch, 18. November 2016) Beim Klimagipfel in Marrakesch hat die Bundesregierung die Unterstützung für Schwellen- und Entwicklungsländer mit Geld, Beratung und Technik zur Umsetzung der Klimaziele von Paris vorangetrieben. Gerade deshalb muss sie auch bei der Umsetzung der eigenen Klimaschutzziele deutlicher vorangehen. Und das bereits vor Inkrafttreten des Pariser Abkommens im Jahr 2020, fordert das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR zum voraussichtlichen Ende der Konferenz am heutigen Freitag.

"Die in Marrakesch vorgestellte Africa Renewable EnergyInitiative (AREI) zeigt, dass viele Entwicklungs- und Schwellenländer stärker auf klimafreundliche Energien setzen wollen, während die Bundesregierung und andere Industrienationen den unausweichlichen Schritt zum Kohleausstieg noch immer hinauszögern", kritisiert MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. "Je länger wir aber mit dem Kohleausstieg und der Abschaffung von Subventionen für fossile Energien warten, desto unwahrscheinlicher wird es, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Dann bleibt das positive Signal, das Paris und Marrakesch für den Klimaschutz gesetzt haben, nur heiße Luft.

"Vor allem das geplante Partnerschaftsprogramm, in dem Industriestaaten die ärmeren Nationen mit Geld, Beratung und Technik zur Erreichung ihrer nationalen Klimaziele (NDCs) unterstützen, ist für Pirmin Spiegel ein entscheidender Fortschritt. "In den vereinbarten Maßnahmen zeigt sich, dass nicht nur die gemeinsame Verantwortung für den Schutz des Klimas endlich ernster genommen wird, sondern auch der Schutz der Verletzlichsten und am stärksten vom Klimawandel Betroffenen." 42 Länder und Organisationen wollen im Rahmen der Partnerschaft Pläne zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel entwickeln.

Für das Vertrauen in das Pariser Abkommen sei jedoch nicht nur wichtig, dass ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen für ärmere Länder zur Verfügung stehen. "Die Industrienationen müssen hier noch deutlicher nachlegen und vor allem die Unterstützung der Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel verbindlich und verlässlich klären", betont der MISEREOR-Chef.

In Berlin stritten zuletzt Koalition und Bundesregierung monatelang über den Klimaschutzplan für Deutschland bis 2050 – eine Einigung kam erst kurz vor der Reise von Ministerin Barbara Hendricks nach Marrakesch zustande. "Die deutsche G20-Präsidentschaft im kommenden Jahr muss von der Bundesregierung genutzt werden, auch alle anderen Staaten der G20 ab sofort für ambitionierte, langfristige Strategien zum Klimaschutz zu verpflichten, die regelmäßig überprüft und vor allem verbessert werden", so Pirmin Spiegel.

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