Bundesweite Er?ffnung der 59. MISEREOR-Fastenaktion im Bistum Trier
© Misereor/Wolfgang Radtke
Trier, 5. März 2017

Afrikas Ideen und Potenziale unterstützen

MISEREOR eröffnet in Trier die Fastenaktion 2017. Burkina Faso im Blickpunkt

(Trier, 5. März 2017) Mit einem festlichen Gottesdienst ist im Trierer Dom die Fastenaktion 2017 von MISEREOR eröffnet worden. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Die Welt ist voller Ideen. Lass sie wachsen.“ und stellt die Innovationskraft afrikanischer Bäuerinnen und Bauern in den Blickpunkt. Dabei thematisiert das Werk für Entwicklungszusammenarbeit bei zahlreichen Veranstaltungen während der Fastenzeit in ganz Deutschland insbesondere die Lage in Burkina Faso, einem jener Länder der Welt mit einem besonders hohen Anteil an Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. MISEREOR ruft dazu auf, Afrika aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Es handele sich nicht allein um einen Kontinent der Krisen, Katastrophen, Krankheiten, Kriege und Korruption. Afrika ist viel komplexer, eine Weltregion, wo Menschen mit großem Ideenreichtum, mit Findigkeit und beeindruckendem Durchhaltevermögen an der Lösung ihrer Probleme arbeiten. 


Bis zum Ostersonntag sammelt MISEREOR in bundesweit mehr als 10.000 katholischen Pfarrgemeinden Spenden für seine Projekt- und Lobbyarbeit in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten, in Asien und Ozeanien. Am 5. Sonntag der Fastenzeit, dem 2. April, werden die Gläubigen in allen katholischen Gottesdiensten über die Arbeit von MISEREOR informiert und um Unterstützung gebeten. Die Kollekten in den katholischen Pfarrgemeinden erbrachten im vergangenen Jahr bundesweit rund zwölf Millionen Euro.

 „Da helfen keine Zäune und Mauern“

In seiner Predigt lobte der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann die vielen kreativen Initiativen, von denen er sich bei einem Besuch in Burkina Faso selbst ein Bild gemacht hatte. „Mithilfe der einheimischen Partner unterstützt MISEREOR einige davon, ob das die Minimolkerei ist, die Frauen in ihrem Dorf gegründet haben und die ihnen erlaubt, Milch in größeren Mengen zu produzieren, aufzubewahren und weiterzuverarbeiten, um dadurch einen besseren Preis zu erzielen. Oder ob das die Bäuerinnen und Bauern sind, die mithilfe von traditionellen und modernen Methoden natürliche Mittel gegen Schädlinge und Krankheiten entwickeln und mit staatlicher Anerkennung verkaufen.“

Der Bischof mahnte einen bewussteren und die Interessen aller Menschen berücksichtigenden Lebensstil in Deutschland an. „Wir wissen sehr genau, dass unsere Weise zu konsumieren und Ressourcen dieser Erde zu verbrauchen zulasten der Armen geht, und doch tun wir uns schwer, unsere Lebensweise umzustellen.“ Und ebenso sei klar: „Solange so viele Menschen wie bisher, vor allem in den Ländern des Südens dieser Erde, reeller Lebenschancen beraubt bleiben, bleiben auch Frieden und Sicherheit international gefährdet. Da helfen auf Dauer keine Zäune und Mauern, so hoch und so lang sie auch sein mögen.“

Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR, eröffnete die Fastenaktion 2017 mit dem Hinweis darauf, dass Burkina Faso übersetzt heiße: „Land der aufrechten Menschen“. „Aufrechten Menschen bin ich in den Projekten unserer Partner begegnet. Sie suchen nach Möglichkeiten, die Lebensbedingungen ihrer Familien zu verbessern. Ihre Ideen sollen wachsen. Dafür brauchen sie unsere Unterstützung: finanziell durch unsere Spenden und politisch durch unser Eintreten für ihre Anliegen.“

Bei der anschließenden Begegnung in St. Maximin sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Anspielung auf die Predigt von Bischof Ackermann, an Erkenntnis darüber, was die Politik, aber auch jeder einzelne in Deutschland für eine größere Gerechtigkeit weltweit tun könne, fehle es nicht. „Es kommt nun auf alle an, das endlich umzusetzen.“

Fotos vom Eröffnungsgottesdienst der MISEREOR-Fastenaktion 2017 sind heute ab circa 15.30 Uhr unter diesem Link kostenlos herunterzuladen: www.misereor.de/fa-pressefotos.

Die Bilder müssen mit dem Urhebervermerk „Foto: Wolfgang Radtke/MISEREOR gekennzeichnet sein. 

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