Misereor - Ihr Hilfswerk
Suche schließen
Suchen nach:
    Top-Ergebnisse:
      Suchen in:

      Aachen, 10. November 2015

      Afrika-EU-Gipfel in La Valletta

      Europas Probleme sind nicht diejenigen Afrikas!

      MISEREOR fordert legale Flucht- und Migrationswege

      (Aachen, 10. November 2015) Anlässlich des am 11. und 12. November im maltesischen La Valletta stattfindenden Afrika-EU-Gipfels warnt das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR davor, menschenrechtliche Grundsätze aufzugeben, um Flüchtlinge und Migranten von den Toren Europas fernzuhalten. Die Bundesregierung dürfe Kooperationen nur unter Bedingungen eingehen, welche die Ausreise von Schutzbedürftigen nicht gefährden. So sei es dringend notwendig, auf legale Möglichkeiten der Flucht und Migration hinzuwirken.

      "Das Ziel, die Schleuserkriminalität zu bekämpfen, darf keineswegs dazu führen, dass Menschen in ihren Möglichkeiten zur Flucht und Migration gehindert werden", erklärt MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. "Wegen fehlender legaler Einreisemöglichkeiten sind Schleuser für sie häufig die einzige Möglichkeit, ihr Menschenrecht auf Asyl wahrzunehmen. Wer Schleuser bekämpft, zugleich aber keine legalen Alternativen zur Einreise schafft, bekämpft Flüchtende indirekt mit." So würde sich zu oft eine Förderung von Grenzsicherungsmaßnahmen in der Konsequenz nicht allein gegen Schleuser richten, sondern auch gegen verzweifelte Menschen.

      Positiver Blick auf Migration

      Positiv bewertet MISEREOR, dass auf dem Gipfel nicht nur über die Probleme, sondern auch über die Chancen von Migration gesprochen werden soll. Ohnehin sei Afrika selbst weitaus stärker von Flucht, Vertreibung und Migration betroffen als die EU und trage nach wie vor weitaus grössere Lasten als das reiche Europa. "Insofern sind Europas derzeitige Probleme nicht diejenigen Afrikas, sondern es verhält sich genau umgekehrt", so Martin Bröckelmann-Simon. Die Frage einer möglichen Kooperationsbereitschaft afrikanischer Staaten zur Eindämmung von Migration dürfe nicht zum Maßstab für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten gemacht werden. "Wichtig ist vielmehr, Migration so zu gestalten, dass sie ihre positiven Impulse entfalten kann."

      Perspektivlosigkeit der Jugend  bekämpfen

      Ein weiteres Ziel des EU-Afrika-Gipfels ist die Beschäftigung mit den Ursachen von Flucht und Migration. "Wenn die EU dieses Ziel ernst meint, dann sollte sie auch ihre Wirtschaftspolitik und ihre Wertehaltung gegenüber den afrikanischen Regierungen kritisch hinterfragen und Fragen schlechter Regierungsführung nicht ausblenden", so Bröckelmann-Simon. "Undemokratische Verhältnisse und politisch verantwortungslose Eliten werden häufig billigend in Kauf genommen und der Aufbau selbst tragender Binnenmärkte in Afrika in vielen Branchen durch wettbewerbsverzerrende Einflüsse  der EU-Handelspolitik wie auch europäischer Unternehmen behindert.

      "Die eigentlichen Fluchthelfer seien allzu oft die verzweifelte Lage und Perspektivlosigkeit junger afrikanischer Menschen, die mit aussichtslosen Arbeitsmärkten, Politikversagen, mangelhaften sozialen Grunddiensten und düsteren Zukunftsaussichten konfrontiert seien. "Die EU muss ihre  Verantwortung hier ernst nehmen und darf gegenüber ihren afrikanischen Verhandlungspartnern nicht hinter ihre eigenen Werte zurückfallen." MISEREOR leistet hierzu seit vielen Jahren mit seinen afrikanischen Partnern in Kirche und Zivilgesellschaft seinen Beitrag, ist aber dabei zwingend auf  entwicklungsfördernde Rahmenbedingungen und verantwortungsvolles Handeln der Politik angewiesen. MISEREOR fördert zurzeit in 46 Ländern Afrikas 1024 Projekte mit einer Gesamtsumme von fast 200 Millionen Euro. Förderschwerpunkte sind ländliche Entwicklung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

      Zurück

      Kontakt


      Ich unterstütze MISEREOR
      EINMALIG
      MONATLICH
      50 € 72 € 100 € 330 €
      So kann Ihre Spende helfen: 72 Euro ermöglichen es acht Frauen in Uganda, ein Saatgut-Paket zu erhalten.
      Spenden per Überweisung:      IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10      BIC GENODED1PAX     Pax-Bank Aachen