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      Aachen, 22. Dezember 2021

      Winter 2021 in Afghanistan: Hunger und Kälte

      Menschen in Afghanistan brauchen mehr Unterstützung

      (Aachen, 22. Dezember 2021). Der Winter im Jahr 2021 ist für die afghanische Bevölkerung einer der schlimmsten der letzten 20 Jahre. Aufgrund von jahrzehntelangem Krieg und Gewalt, Dürren und Überschwemmungen ist die wirtschaftliche Lage für die Menschen im gesamten Land katastrophal. Der Abzug der Nato-Truppen und die Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 haben die Not der Menschen noch einmal dramatisch verschärft und ihre Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation zunichte gemacht. MISEREOR und seine Partnerorganisationen in Afghanistan setzen daher alles daran, die Hilfe für die Menschen aufrecht zu erhalten.

      „Unsere Partnerorganisationen berichten von katastrophalen Zuständen: Die Not ist unvorstellbar, alle Nahrungsmittel-Reserven sind aufgebraucht. Die Menschen hungern und frieren. Und der Winter hat erst begonnen. Viele Familien haben ihr restliches Hab und Gut verkauft, um Geld für Lebensmittel und Heizmaterial zu bekommen. Die Menschen können sich weder eine medizinische Behandlung noch sauberes Wasser leisten. Kinder leiden daher in Massen unter Durchfallerkrankungen“, berichtet Anna Dirksmeier, Afghanistan-Länderreferentin bei MISEREOR.  Aktuell haben über 90 Prozent der Bevölkerung nicht genug zu Essen. Über 3 Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an akuter Mangelernährung. Die Not führt zu noch mehr Fluchtbewegungen.

      Wärme und Bildung trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt

      Trotz der politischen Verhältnisse im Land und der Machtübernahme der Taliban konnte MISEREOR bislang alle Projekte weiter unterstützen. „Wir dürfen trotz aller Schwierigkeiten die Menschen in Afghanistan nicht im Stich lassen “, so Dirksmeier. Neben der Versorgung von extrem bedürftigen Familien und Flüchtlingen mit Lebensmittelpaketen, warmen Decken, Mützen und Schals  in der Provinz Faryab im Nordwesten des Landes unterstützt MISEREOR  dort auch 75 Schulen und Bildungseinrichtungen mit Feuerholz und reparierten Öfen, damit  der Unterricht für Mädchen und Jungen fortgesetzt werden kann.  Da die Temperaturen jetzt weit unter den Gefrierpunkt fallen, müssen die Klassenzimmer geheizt werden. So können über 50.000 Kinder diesen Winter weiterhin im Warmen am Unterricht teilnehmen. Darüber hinaus werden weitere Nothilfeprojekte, Krankenhäuser und Gesundheitsstationen in anderen Regionen finanziert.

      Deutschland muss mehr Menschen aus Afghanistan Zuflucht gewähren

      Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bemühungen um Bildung und Menschenrechte der letzten Jahrzehnte zunichte gemacht werden “, so Dirksmeier. „Dafür brauchen wir die Unterstützung der Bundesregierung und die der Menschen in Deutschland.“ Darüber hinaus fordert MISEREOR, dass die Bundesregierung nicht nur akut humanitäre Hilfe leistet, sondern auch langfristig zum Strukturaufbau in dem kriegszerstörten Land beiträgt und die Zivilgesellschaft und ihre Rechte in Verhandlungen mit den Taliban stärkt. Überlässt man Afghanistan seinem Schicksal, ist eine weitere Radikalisierung zu befürchten. Akut müssen weitere geflüchtete Afghaninnen und Afghanen in Deutschland aufgenommen und die Familienzusammenführung für diejenigen, die schon in Deutschland Aufnahme gefunden haben, erleichtert werden. Deutschland hat hier eine besondere Verantwortung.

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