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      Angriffe in syrischem Rebellengebiet bei Damaskus
      © Samer Bouidani | dpa
      Aachen, 19.09.2019

      Weltfriedenstag

      Deutschland muss aktiver auf  Frieden in Syrien hinwirken

      (Aachen, 19. September 2019). Zum Weltfriedenstag am 21. September fordert MISEREOR von der deutschen Bundesregierung ein deutlich größeres politisches Engagement, um die Gewalt in Syrien zu beenden und den Menschen eine andere Zukunft zu ermöglichen. "Für den Krieg in Syrien wird es keine militärische Lösung geben, ihm ist angesichts der regional- und weltpolitischen Verstrickungen nur politisch zu begegnen. Deutschland muss daher im europäischen Verbund viel stärker auf Russland und die Türkei einwirken und sich aktiv für eine dauerhafte politische Lösung des Konflikts stark machen. Nur so können die Grundlagen für Frieden und Wiederaufbau geschaffen werden. Darauf hoffen viele unserer Partner in der Region", erklärt  Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR.

      Die Rolle Deutschlands werde in der Region als wichtig und positiv gesehen, nicht zuletzt wegen der Aufnahme vieler Flüchtlinge und der Rolle als bedeutender europäischer Geber. "Die Bundesregierung sollte daher stärker von ihrem politischen Einfluss Gebrauch machen und zudem auf die Einhaltung humanitärer Standards in der Versorgung syrischer Binnenvertriebener in Syrien, aber auch der Flüchtlinge in den angrenzenden Ländern dringen. Im Libanon und der Türkei bestimmen immer mehr Ausgrenzung und Diskriminierung die Politik, so dass Zugang zu Arbeit, medizinischer Versorgung  und einem staatlichen Bildungssystem versperrt werden. Zudem haben die Menschen oftmals keine adäquaten Unterkünfte und somit ausreichenden Schutz für ihre Familien", so Spiegel.

      Keine Rückführungen nach Syrien
      Der zunehmende Druck auf syrische Flüchtlinge zur Rückkehr, gerade im Libanon, aber ebenso in der Türkei oder auch hier in Deutschland, sei daher hoch problematisch. "Die Sicherheits- und Menschenrechtslage in Syrien ist immer noch desaströs. Alle Aufnahmeländer müssen von jeglichen Maßnahmen absehen, die den Druck auf die Geflüchteten zur Rückkehr nach Syrien erhöhen. Zurzeit und in naher Zukunft gibt es keine Rückkehrperspektive", betont Spiegel.

      Frieden fordern und fördern
      In allen weiteren politischen Gesprächen über die Gegenwart und die Zukunft Syriens müsse das Wohl und die menschliche Sicherheit der Bevölkerung an erster Stelle stehen, die tragende Rolle der Zivilgesellschaft anerkannt werden und ihre Perspektive einen Platz am Tisch der  verhandelnden Parteien finden. "Die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft sollten insgesamt deutlich mehr in die diplomatischen und politischen Bemühungen investieren. In Instrumenten der zivilen Krisenprävention und Friedensförderung sind die Ressourcen  deutlich besser aufgehoben als in Aufrüstung und militärischen Maßnahmen", fordert Spiegel.

      Hilfe für die Menschen in der Region
      Der Krieg in Syrien dauert nun schon fast neun Jahre an. Mehr als 6 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflohen. 11,7  Millionen Menschen in  Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. MISEREOR unterstützt seit Beginn des Krieges in Syrien und den Nachbarländern  Projekte in Höhe von über 11,6 Millionen Euro zur  Versorgung der Menschen, aktuell hauptsächlich für Basisgesundheit, psychosoziale Betreuung und Bildungsmaßnahmen. Darüber hinaus wird syrischen Kindern im Libanon der Schulbesuch ermöglicht und ihnen damit eine Perspektive für ein Leben in friedlicheren Zeiten eröffnet.

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