Misereor - Ihr Hilfswerk
Suche schließen
Suchen nach:
    Top-Ergebnisse:
      Suchen in:

      Aachen/ Berlin, 06. März 2020

      Weltfrauentag 2020: "Frauenförderung war gestern?"

      MISEREOR startet neue Reihe mit weiblichen Erfolgsgeschichten

      (Aachen/ Berlin,  6. März 2020) Starke Frauen – was heißt das überhaupt? Welche Themen brennen in unseren Partnerländern unter ihren Nägeln? Wer engagiert sich wo? MISEREOR, das Werk für Entwicklungszusammenarbeit, nimmt den Weltfrauentag am 8. März zum Anlass und startet eine neue Serie. Das Ziel: Aufzuzeigen, wo Frauen gerade dringend notwendige gesellschaftliche Prozesse anstoßen.

      "Reine Frauenförderung war gestern", sagt Anna Dirksmeier. "Wer Frauen in ihren Rechten stärken möchte, muss Männer mit einbinden." Dirksmeier weiß, wovon sie spricht. Sie ist Asien-Regionalreferentin bei MISEREOR, mit langjähriger Projekterfahrung, gerade auch im Genderbereich. Frauen würden in der Entwicklungszusammenarbeit zwar immer wieder und auch zu Recht als Trägerinnen von Entwicklung benannt. "Doch nur weil sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und dies auch tun, ist es kontraproduktiv, ihnen deshalb immer mehr Arbeit aufzubürden. Denn es festigt die bestehenden ungerechten Strukturen weiter", erklärt Dirksmeier. Es gebe Beispiele aus dem Kontext der Projektarbeit, dass Gewalt gegen Frauen zunimmt, wenn diese nicht mehr traditionellen Rollenbildern entsprechen und zum Beispiel eigenes Geld verdienen, was manche Männer als Bedrohung ihrer Stellung sehen würden. Letztlich ginge es um Machtverhältnisse. Darum, dass Männer ihre Privilegien aufgeben, damit Frauen zum Zuge kommen können. Dies verlangt Diskussion. Und den Mut, eingefahrene gesellschaftliche Rollenerwartungen an Mann und Frau zu hinterfragen und zu ändern. Geschlechtergerechtigkeit ist das Stichwort.

      Gesellschaftliche Entwicklung braucht Gerechtigkeit zwischen Mann und Frau

      Was das heißt? "Um veraltete Strukturen zu verändern und Machtverhältnisse aufzubrechen, müssen Veränderungsprozesse sowohl von Frauen als auch von Männern durchlaufen, müssen Verantwortung und Arbeit geteilt werden", fordert Dirksmeier. Und zwar in der häuslichen Situation, auf der Ebene der Dorfgemeinschaft, in den Parlamenten. Ohne Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern kann keine friedliche gesellschaftliche Entwicklung stattfinden. In der Entwicklungszusammenarbeit heißt das zum Beispiel, gleichen Zugang zu Bildung, zu politischen Mitwirkungsspielräumen, zu Ressourcen wie Wasser, zu Saatgut und Land zu erkämpfen. Erbschaftsregelungen, die Frauen ausschließen, müssen reformiert werden.

      Starke Frauen – neue Serie mit Erfolgsgeschichten

      Frauenrechte sind Menschenrechte. Es gilt, diese, wo nötig, nachdrücklich einzufordern und auf Konflikte einzugehen, die zwangsläufig bei Veränderungsprozessen auftauchen. Genau das tun Frauen weltweit bereits. Wo und wie möchte MISEREOR mit seiner neuen Serie "Starke Frauen" an Beispielen aus den Projektländern darstellen.

      Im Vorfeld der Wahlen im Mai wird MISEREOR zum Beispiel aus Malawi berichten. Hier müssen Frauen nach wie vor für ihre Rechte und politische Teilhabe kämpfen. In diesem Bereich leistet das Team unseres Projektpartners die „Justitia et Pax Kommission“ (CCJP) Blantyre wichtige Arbeit.

      In Timor gefährden zwischenregionale Konflikte und hohe Jugendarbeitslosigkeit vor allem auf dem Land die friedliche demokratische Entwicklung der noch jungen Nation. In einem Bildungszentrum unserer Partnerorganisation CTID (Centro Treinamento Integral e Desenvolvimento) werden Frauen ausgebildet. Das verbessert ihre soziale und wirtschaftliche Situation, aber auch die ihrer Familien und Gemeinden. So ist beispielsweise ein kleiner Laden „Loja Liras“ entstanden, in dem die Absolventinnen selbstproduzierte Waren verkaufen – mittlerweile bis nach Australien und Hong Kong. Auch darüber werden wir berichten.

      Ebenso über die mutige Arbeit der MISEREOR-Partnerorganisation PILIPINA. Trotz systematischer Einschüchterungen setzt sie sich unermüdlich gegen frauenfeindliche Angriffe von politischer Seite ein – mit Erfolg. So klagt PILIPINA zum Beispiel bei der Menschenrechtskommission gegen hochrangige Politiker, die öffentlich entwürdigende Äußerungen gegen Frauen gemacht hatten.

      Zurück

      Kontakt