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      Rom, 14.10.2019

      CIDSE hofft auf dringend notwendigen Wandel

      (Rom, 14. Oktober 2019) Zu Beginn der zweiten Woche der Amazonassynode hoffen internationale katholische Entwicklungsorganisationen, die sich weltweit für soziale Gerechtigkeit einsetzen und im Dachverband CIDSE (Coopération Internationale pour le Développement et la Solidarité) verbunden sind, dass die Versammlung in Rom zu einem dringend notwendigen Wandel führen wird. Dieser Wandel ist erforderlich, um die dramatische Situation, von der der Amazonasregenwald, die dort lebende Bevölkerung und damit die gesamte Menschheit betroffen sind, zu verbessern.

      "Wenn wir den Stimmen Amazoniens zuhören, spüren wir die gleiche Dringlichkeit, die wir von Jugendlichen vernehmen und die uns aufrufen, unsere Lebensweise radikal zu ändern und unser Gemeinsames Haus zu retten", sagte Josianne Gauthier, Generalsekretärin der CIDSE, bei der heutigen Pressekonferenz der Synode.

      Die Bischofssynode, eine Sonderversammlung für Amazonien, findet in Rom vom 6. bis 27. Oktober statt und trägt den Titel „Neue Wege für die Kirche und eine integrale Ökologie“. Für Synodenvertreter des Amazonasgebietes ist es von essentieller Wichtigkeit, Alarm zu schlagen, dass das gegenwärtige globale System Land, Wasser, lokales Wissen, Kultur zerstört und Menschen tötet. Nur durch gemeinsame Anstrengungen zur Umkehr können Individualismus und Konsum eingeschränkt und neue Produktionsweisen gesucht werden. Durch diese Synode hat die Kirche die Möglichkeit, einen neuen Weg in Richtung eines globalen ökologischen Umdenkens zu ebnen.

      "Wie ich in der Synodenhalle hörte, muss unser Glaube stärker sein als unsere Angst vor Veränderungen. Als Verursacher haben wir einen großen Anteil an der Problematik, weshalb wir im globalen Norden eine besondere Verantwortung tragen. Wir müssen uns zu Wort melden und unseren Einfluss nutzen, um radikale Veränderungen anzustoßen", fügte Gauthier hinzu.

      Indigene Vertreter bei der Synode betonen auch, dass der Verlust ihrer Kultur ein Verlust für alle Völker ist. Ihre nachhaltige Lebensweise bietet Inspiration, um im Einklang mit der Natur zu leben und konkrete Alternativen wie Agrarökologie und erneuerbare Energiesysteme zu entwickeln. Dies erfordert eine Veränderung in unserem Verhältnis zur Natur und untereinander.

      "Das Leiden von Menschen und Schöpfung im Amazonasgebiet ist Folge einer imperialen Lebensweise. Die Wirtschaft lagert die Folgen ihrer Produktion immer wieder an andere aus. Nicht nur nach Amazonien. Dieses Entwicklungsmodell stört jedoch das Gleichgewicht der Erde und festigt globale Ungleichheit. Es hat keine Zukunft und wir müssen unsere Lebensweise und unsere Vorstellung von Entwicklung überdenken", sagte Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR, deutsches Mitglied von CIDSE.

      Wie Papst Franziskus in seinen einleitenden Bemerkungen betonte, ist es notwendig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Synode mit Demut zuhören und mutig sprechen. Seine Leitlinie hat die Synode mit einem Geist des Dialogs, der Reflexion und Befragung durchdrungen. Dies öffnet der Kirche die Tür, um ihr Engagement für die Schwächsten unserer Welt zu bekräftigen, indem sie nach einer Politik ruft, die die Menschenwürde fördert und den Planeten schützt.

      Die Mitgliedsorganisationen der CIDSE arbeiten seit Jahrzehnten im Amazonasgebiet und sehen in diesem Teil der Welt ein klares Fallbeispiel für systemischen Wandel und integrale Ökologie, weil es alle gängigen Muster sozialer und ökologischer Ungerechtigkeiten erlitten hat. Die ganze Welt ist mit Amazonien verbunden. Hoffentlich ist es das erste von weiteren Biomen in Afrika und Asien, deren besondere Schutzbedürftigkeit vor Zerstörung anerkannt wird.

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      Weitere Informationen

      Den Youtube-Kanal der CIDSE mit weiterenInhalten zur Amazonas-Synode finden Sie hier.