Aachen/Berlin, 17. Mai 2018

Wachsende Hunger- und Seuchengefahr in Kenia

MISEREOR warnt vor erneuten Ernteausfällen


(Aachen/Berlin, 17. Mai 2018) Für die Menschen in Kenia hat sich die Ernährungslage auch 2018 nicht verbessert. Im Gegenteil. "Während Anfang Januar noch Dürre herrschte, leidet das Land nun seit Wochen unter extremen Niederschlägen, was zu einer weiteren dramatischen Verschlechterung der Lage führt", berichtet Selina Orsi-Coutts, MISEREOR-Verbindungsstellenleiterin in Kenia.

"Der saisonale Regen fällt dieses Jahr weitaus extremer aus als üblich, es kommt zu massiven Überschwemmungen", so Orsi-Coutts weiter. "Felder können das Wasser nicht aufnehmen, Straßen sind unpassierbar. Kinder erreichen ihre Schulen nicht. Die Seuchengefahr wächst. Es gab bereits tausende Cholerafälle, darüber hinaus wird über erste Ausbrüche von Malaria, Masern und Denguefieber berichtet."

MISEREOR unterstützt Hilfe für unternährte Kinder

Unter der dramatischen humanitären Lage leiden vor allem die unterernährten Kinder, die sich nicht von den Folgen der Dürre erholen konnten. Sie müssen dringend medizinisch versorgt und wegen Unterernährung behandelt werden. MISEREOR unterstützt deshalb seinen Projektpartner "Consolata Missionairies" mit einer Soforthilfe von 60.000 Euro. Ziel der Hilfe ist die medizinische Behandlung und Ernährung von 10.000 unterernährten Kindern. 

"Mehr als 3 Millionen Menschen haben infolge der Dürre nicht genügend Nahrung, 500.000 kein Trinkwasser. Unsere kenianischen Partner warnen nun vor erneuten massiven Ernteausfällen. Das wäre das dritte Jahr in Folge", warnt Orsi-Coutts. „Wenn jetzt nicht durch Hilfsmaßnahmen gegengesteuert wird, geraten wir sehenden Auges in die nächste Krise."

Erst Dürre, dann schwere Überschwemmungen

Ausgerechnet die Menschen, die im vergangenen Jahr besonders unter der Dürre litten, sind jetzt in erheblichem Maße von den Überschwemmungen betroffen. Im Bezirk Homa Bay in Westkenia zum Beispiel wurden ganze Felder zerstört. MISEREOR unterstützt dort ein Projekt zum organischen Landbau für HIV-infizierte Frauen. "Unsere Partner gehen davon aus, dass zwischen 45 und 65 Prozent der angebauten Pflanzen, vor allem Gemüse und Getreide, von den Wassermassen weggespült oder unter Schlamm begraben wurden."
Auch aus Moyale im Bezirk Marsabit im Norden des Landes kommen von den MISEREOR-Partnern beunruhigende Nachrichten. "Menschen sind in den Fluten ums Leben gekommen, zahlreiche Häuser, Regenwasserauffangbecken und Dämme wurden zerstört." Viele Straßen sind unpassierbar, was die Versorgung der Gesundheitseinrichtungen mit Medikamenten erschwert. In der Hauptstadt Nairobi sind vor allem die Ärmsten betroffen. "Viele Menschen in den Armenvierteln stehen in ihren eigenen Hütten im Wasser", berichtet Selina Orsi-Coutts. "Sie halten ihre Kinder hoch und hoffen, dass das Dach hält. Vor allem nachts ist das eine unerträgliche Situation."

Die Menschen in Kenia sind dringend auf Hilfe angewiesen. Das Aufeinanderfolgen extremer Wetterereignisse wie Dürre und Flut trifft die Menschen in ganz Ostafrika schon seit vielen Jahren. Aktuell unterstützt MISEREOR zum Thema "Dürre- und  Hungerkatastrophen in Ostafrika" 26 Projekte mit einer Fördersumme von 4,7 Millionen Euro.

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kosten 10 Moskitonetze, die Schutz bieten vor Malaria.
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Selina Orsi-Coutts, MISEREOR-Verbindungsstellenleiterin in Kenia und Barbara Schirmel, Kenia-Länderreferentin bei MISEREOR stehen für Interviews zur Verfügung.