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      Freiburg/Aachen, 10. Dezember 2019

      Statement zur Verleihung des Friedensnobelpreises

      Zur Verleihung des Friedensnobelpreises an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed erklärt der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz für MISEREOR zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger:

      „Der Friedensnobelpreis für Abyi Ahmed sollte Äthiopien darin bestärken, den über den Friedensschluss mit Eritrea eingeleiteten Weg zu Versöhnung, Freiheit und Gerechtigkeit unbeirrt fortzusetzen. Ich appelliere an die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft, das ostafrikanische Land auf diesem Weg stark zu unterstützen. Zwar gibt es in Äthiopien die berechtigte Hoffnung auf eine friedliche Zukunft und eine positive Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Andererseits kämpft das Land mit großen Problemen und Unwägbarkeiten.

      Die derzeitige Situation ist weit entfernt von Frieden und Stabilität. Es gibt mehr als drei Millionen intern vertriebene Menschen, es existiert noch kein verlässliches Rechtssystem, und aktuell sind auch die Straßen ins einst verfeindete Nachbarland von eritreischer Seite aus wieder gesperrt worden. Innerhalb des Landes wachsen die Spannungen im Zusammenleben der verschiedenen ethnischen Gruppen, in denen der Ruf nach mehr Autonomie lauter wird. Auch innerhalb der Regierung von Abyi Ahmed ist es zuletzt zu erheblichen Konflikten in der aus vier Parteien bestehenden Koalition gekommen, deren Fortbestand zumindest stark gefährdet ist. Nicht zuletzt ist Äthiopien nach massiven Überflutungen aufgrund starker Regenfälle im Oktober auf internationale Solidarität angewiesen. Von den Folgen des  Klimawandels, der sich auch durch langanhaltende Dürreperioden zeigt, ist Äthiopien überdurchschnittlich stark betroffen. Daher bitte ich eindringlich darum, Äthiopien bei der Bewältigung vielfältiger Herausforderungen nicht allein zu lassen.“

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