Menü / Home öffnen
© Meerpohl/MISEREOR
Aachen, 10. August 2017

Ruth Pfau: "Wir müssen nah bei den Menschen sein"

Ruth Pfau: "Wir müssen nah bei den Menschen sein"

(Aachen, 10. August 2017) Zum Tod der international bekannten Lepra-Ärztin und katholischen Ordensfrau Ruth Pfau würdigt MISEREOR ihre Verdienste für Lepra- und Tuberkuloseerkrankte in Pakistan, Afghanistan und weltweit. "Ruth Pfau hat mit Authentizität und voller Aufopferung dazu beigetragen, dass Lepra-Erkrankte wieder einen Platz in der Gesellschaft haben und ein würdevolles Leben führen können", betont MISEREOR-Geschäftsführer Thomas Antkowiak am Donnerstag.

Mehr als 50 Jahre lang setzte sich Dr. Ruth Pfau in MISEREOR-Projekten in Pakistan und Afghanistan für Lepra- und Tuberkuloseerkrankte sowie für die Ausgestoßenen der Gesellschaft ein. Sie erarbeitete sich das Vertrauen der pakistanischen Regierung und der Bevölkerung, baute ein flächendeckendes Netz von Leprastationen auf und erreichte so Erkrankte in den entlegensten Gebieten Pakistans. In den frühen 1980er Jahren behandelte Ruth Pfau afghanische Flüchtlinge in Lagern in Pakistan: aus diesem Engagement heraus entstand das Leprosy Control Programme (LEPCO), das seit 1984 bis heute durch MISEREOR gefördert wird. Mehr als 20.000 Patientinnen und Patienten erhalten dort jährlich eine medizinische Grundversorgung.

Nach etlichen Krisen und Katastrophen organisierte Ruth Pfau mit ihrem Team in Pakistan Hilfe. So auch nach dem Erdbeben 2005 und in entlegene Kaschmir-Regionen. "Ruth Pfau war voller Aufmerksamkeit für die Opfer und unermüdlich im Einsatz für die, die Hilfe brauchten. Sie erkannte schnell, dass die Menschen nicht nur materielle Hilfe brauchen, sondern auch Zeit, um Schock und Trauer zu bewältigen. Ruth Pfau hat ihnen zugehört, gemeinsam mit ihnen getrauert und so wichtige Traumaarbeit geleistet", berichtet Hermann Rupp, ehemaliger MISEREOR-Länderreferent für Pakistan.

Ruth Pfau hat bis zuletzt in Karachi im Kreise ihrer Mitarbeiter in ihrem Krankenhaus gelebt. "Wir wünschen, dass Ruths Pfaus Traum, dass ihre Arbeit über ihren Tod hinaus von denen, die sie Jahrzehnte lang begleitet haben, mit der gleichen Motivation weitergeführt wird", betont Thomas Antkowiak. Gerade in Pakistan ist entscheidend, dass die arme Bevölkerung weiterhin Menschen wie Ruth Pfau an ihrer Seite hat, die sich ihrer Bedürfnisse und Anliegen annehmen und ihnen auch international eine Stimme verleihen."

Zurück