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      Kinder stehen hintereinander und blicken in die Kamera
      Aachen, 26. März 2021

      Nothilfe für den Jemen ausgeweitet

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      8 Kommentare
      229 Menschen haben schon
      41.217 € online gespendet!

      (Aachen, 26. März 2021). Seit Jahren bezeichnen die Vereinten Nationen die Situation im Jemen als die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Mehr als 20 Millionen Jemenitinnen und Jemeniten bei einer Gesamtbevölkerungszahl von knapp 30 Millionen sind auf humanitäre Hilfe oder Unterstützung durch Hilfsorganisationen angewiesen. Über 130.000 Menschen sind an Hunger und Krankheit gestorben. Menschenrechtsverletzungen, Verbrechen und Gewalt gegenüber der Zivilbevölkerung sind nach sechs Jahren Krieg vollkommen in den Hintergrund geraten.

      Laut Angaben des UN-Koordinierungsbüros für humanitäre Angelegenheiten (UN OCHA) sind die finanziellen Ressourcen der notleidenden Bevölkerung aufgebraucht, aus eigenen Mitteln können sie ihr Leben nicht mehr bestreiten. MISEREOR weitet daher die Nothilfemaßnahmen und langfristige Projektarbeit unter schwierigsten Bedingungen aus und unterstützt die Menschen im Gesundheitsbereich und in der langfristigen Versorgung mit Nahrungsmitteln. Darüber hinaus wird ein Projekt zur Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen gefördert, mit dem von allen für den Konflikt verantwortlichen Parteien Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht eingefordert werden sollen - das schließt Länder wie Deutschland ein, die Waffen in die Region exportieren.

      Höchste Corona-Sterblichkeitsrate der Welt

      „Die COVID-19-Pandemie verschärft die Not und das Elend, das viele Menschen im Jemen bereits durch anhaltende Konflikte, Cholera- und andere Krankheitsausbrüche, Überschwemmungen, die Heuschreckenplage und die Vertreibung der Bevölkerung erfahren haben“, erklärt Dorothee Klüppel, Abteilungsleiterin für Afrika und den Nahen Osten bei MISEREOR. „Die Situation im Land ist sehr kritisch, es hat die höchste Corona-Sterblichkeitsrate weltweit, denn das Virus trifft auf eine ohnehin stark geschwächte Bevölkerung. Über 70 Prozent der Corona-Infizierten sind Männer. Somit sterben die Ernährer der Familie.“

      In der Hauptstadt Sana‘a und Umgebung fördert MISEREOR über einheimische Projektpartner die medizinische Versorgung in drei Krankenhäusern und mehreren Gesundheitsstationen. Der MISEREOR-Partner International Medical Corps (IMC) schult medizinisches Personal, verteilt Schutzausrüstungen, Desinfektionsmittel und Hygieneartikel. Auch sauberes Wasser wird durch Wasseraufbereitungsanlagen zur Verfügung gestellt.

      Im ältesten Waisenhaus des Jemen: Medizinische Versorgung für Kinder und Familien

      „Tausende Kinder haben ihre Eltern und Verwandten verloren. Seit die Regierung 2016 die Finanzierung auch für Waisenhäuser eingestellt hat, ist es für die wenigen noch offenen Einrichtungen sehr schwer, die Bedürfnisse der Kinder in ihrer Obhut zu sichern“, berichtet Klüppel. Im ältesten Waisenhaus des Landes und dessen Umgebung, bekannt als „Orphanage City“ im Einzugsgebiet von Sana’a, werden daher in den nächsten Monaten mit der Hilfe von MISEREOR circa 1500 Kinder und weitere 500 Familien medizinisch versorgt.

      „Da eine Lösung des Konflikts momentan ferner denn je ist, müssen wir davon ausgehen, dass sich die Lebensbedingungen für die Bevölkerung noch weiter verschlechtern werden“, so Klüppel. „Das bedeutet für uns, dass Deutschland Waffenexporte stoppen muss, auch an Länder wie Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate, über die militärische Güter bislang an die unmittelbaren Kriegsparteien gelangen. Die Bundesregierung sollte sich zudem stark machen für eine internationale Allianz, die Druck auf die Konfliktparteien ausübt und sie an den Verhandlungstisch bringt. Frieden ist möglich, doch dazu ist nicht nur humanitäre Hilfe und Entwicklungs-Unterstützung nötig, die Verantwortlichen im Kriegsgeschehen müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden.“

      Stabilität im Land könne es nur geben, wenn die Menschen in der Lage sind, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Aus diesem Grund ist MISEREOR gerade dabei, mit Partnerorganisationen neue Perspektiven aufzubauen – etwa indem Bedürftige die Chance erhalten, über Viehwirtschaft Einkommen zu generieren und Selbstversorgung zu organisieren.

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      Kontakt

      Weitere Informationen

      Sie können mit Ihrer Spende die Menschen im Jemen unterstützen:

      Stichwort: Jemen
      Pax Bank Aachen
      IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10
      BIC: GENODED1PAX