© M. Khadafi Badjerey & Yunardin
Aachen, 5. Oktober 2018

Nach Katastrophe in Indonesien: MISEREOR weitet Hilfe aus

Bedarf an Unterstützung auf Sulawesi ist weiterhin hoch. MISEREOR-Partner leisten breite Nothilfe

(Berlin, Aachen, 05. Oktober 2018) Mit weiteren 50.000 Euro unterstützt das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR die Nothilfe auf der indonesischen Insel Sulawesi. Mit den insgesamt 100.000 Euro werden unter anderem dringend benötigte Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente und Kleidung für die betroffenen Menschen bereitgestellt.

"Nach dem Erdbeben und dem Tsunami ist die Situation auf der Insel Sulawesi noch immer dramatisch. Die Angst vor weiteren Beben lässt die Menschen nicht zur Ruhe kommen", erklärt Elisabeth Bially, Asien-Abteilungsleiterin bei MISEREOR. "Nach Angaben unserer Partner sind bislang mehr als 1.700 Todesopfer zu beklagen. Wir  gehen davon aus, dass die Zahl in den kommenden Tagen noch ansteigen wird. Die Menschen stehen unter Schock, viele sind traumatisiert. Unsere Partner sprechen von 70.000 Menschen, die geflohen sind. Sie leben  an ungefähr 140Standorten notdürftig in Zelten, viele sind noch obdachlos."
 
MISEREOR hatte unmittelbar nach der Katastrophe einen Fonds über 50.000 EUR eingerichtet, um den verletzten und obdachlosen Menschen so schnell wie möglich zu helfen. "Da der Bedarf weiterhin sehr hoch ist, stocken wir unsere Hilfe um weitere 50.000 auf insgesamt 100.000 EUR auf", erklärt Elisabeth Bially.

Notsituation wird noch Wochen andauern

"Die Situation ist an vielen Orten noch immer chaotisch", berichtet Nur Hidayati, Direktorin des MISEREOR-Projektpartners Walhi. "Das liegt vor allem daran, dass viele, vom Erdbeben betroffene Gebiete, noch immer von der Außenwelt abgeschnitten sind, weil  Straßen und Brücken zerstört wurden." Derzeit werde seitens der Regierung versucht, diese Regionen auf dem Wasserweg zu erreichen. Nur Hidayati geht davon aus, dass die Notsituation noch Wochen andauern wird, bis alle Menschen evakuiert, Verletzte versorgt und Obdachlose in Notunterkünften untergebracht sind. "Das größte Problem besteht derzeit in der Bereitstellung von Trinkwasser. Knapp sind auch Benzin und Gas zum Kochen."
 
Die nationale Umweltorganisation Walhi ist in Indonesien gut vernetzt und konnte deshalb schnell Freiwillige mobilisieren. Aktuell koordiniert Walhi die Nothilfeaktivitäten von aktuell zehn zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Region Palu und Dongala. Unter Mithilfe von erfahrenen Freiwilligen, darunter Ärztinnen, Ärzte und Studierende, werden Trinkwasser, Nahrungsmittel, Zelte, Decken, Hygienekits und weitere dringend notwendige Utensilien an die betroffene Bevölkerung verteilt.

Breite Hilfe durch vernetzte Partner und Freiwillige möglich

MISEREOR unterstützt auf Sulawesi zudem die Arbeit seines Projektpartners Bina Desa. Auch Bina Desa arbeitet in Indonesien landesweit mit lokalen Netzwerken zusammen. Schwerpunkt der Arbeit ist der Aufbau von öffentlichen Küchen im stark betroffenen Sigi-Distrikt, um die Überlebenden in verschiedenen Evakuierungszentren mit Nahrung zu versorgen. Außerdem werden Verletzte mit Medikamenten und Obdachlose, vor allem Frauen und Kinder, mit Kleidung versorgt.
 
Der MISEREOR-Projektpartner Perdhaki, die nationale Gesundheits-Dachorganisation der katholischen Kirche in Indonesien, arbeitet in der am meisten betroffenen Region in enger Abstimmung mit der nationalen Caritas mit mobilen Gesundheitsteams, darunter sind Ärztinnen, Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger, um notwendige erste Hilfe und wenn möglich weitere Krankenversorgung zu gewährleisten.

Zurück

Kontakt

Weitere Informationen

Pressemeldung  vom 30. September 2018: MISEREOR stellt 50.000 Euro für die Opfer des Erdbebens in Indonesien zur Verfügung