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      Aachen, 15. April 2021

      MISEREOR sieht Entwicklungserfolge massiv bedroht

      Zur Verkündung des vollständigen NATO-Truppenabzugs aus Afghanistan äußert sich Martin Bröckelmann-Simon, MISEREOR-Geschäftsführer:

      „Die westlichen Truppen verlassen nun in sehr kurzer Zeit eines der für die Zivilbevölkerung unfriedlichsten und gefährlichsten Länder der Welt, das in den 20 Jahren ihrer Präsenz keine Stabilität gefunden hat. Angesichts der Tatsache, dass allein in 2021 die Zahl der Kriegstoten bereits um 30 Prozent zugenommen hat, wird die Gewalt auch weiterhin ein alltäglicher Begleiter der Zivilbevölkerung in Afghanistan bleiben. Das sind katastrophale Aussichten für ein Land, dessen Bevölkerung ohnehin schon unter wachsender Not und Perspektivlosigkeit, einer drohenden Hungerkatastrophe sowie der COVID-19-Pandemie leidet. Humanitäre Hilfe und internationale Unterstützung werden auch nach dem Truppenabzug weiterhin notwendig sein.

      Deshalb wird MISEREOR seine langjährigen Partnerorganisationen vor Ort nicht im Stich lassen. Viele von ihnen waren schon vor dem Krieg unter dem Regime der Taliban tätig und nehmen bis heute wichtige soziale Aufgaben wahr, die der fragile Staat nicht leistet. Dazu zählen berufliche und schulische Bildung, auch von Frauen und Mädchen, ebenso wie die gesundheitliche Versorgung sowohl in Kabul als auch dörflichen Regionen. Diese Erfolge sind jedoch bei drohender Eskalation der Auseinandersetzungen und drohender Machtübernahme durch fundamentalistische Taliban massiv gefährdet.

      Afghanistan braucht daher auch weiterhin dringend internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung. Es ist angesichts der Befürchtungen von Chaos und weiter eskalierender Gewalt auch mit Blick auf die humanitäre Notlage im Lande umso unverantwortlicher, weiterhin Sammelabschiebungen nach Afghanistan durchzuführen.“

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