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      Leerer Teller wird überschattet von Corona-Virus
      Aachen/ Berlin, 29. September 2021

      MISEREOR: Kampf gegen Hunger verstärken!

      Nach der Bundestagswahl: Kampf gegen Hunger muss verstärkt werden

      (Aachen/ Berlin, 29. September 2021) Anlässlich des Erntedankfestes am 3. Oktober mahnt MISEREOR, die sich ausweitenden Ernährungskrisen stärker als bisher auf die politische Agenda zu setzen.

      „Wir beobachten mit tiefer Besorgnis, dass immer mehr Menschen weltweit Hunger leiden“, erklärt Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR, dem Werk für Entwicklungszusammenarbeit. „Jeder Zehnte Mensch auf der Erde hat nicht genug zu essen, obwohl ausreichend Nahrungsmittel hergestellt werden und vorhanden sind. Das ist nicht hinnehmbar.“

      Bundestagswahl: Landwirtschaft und Ernährung kaum Thema

      „Die Klimakrise und der richtige Umgang damit haben im Wahlkampf eine zentrale Rolle gespielt. Das ist positiv zu bewerten“, sagt Markus Wolter, Experte für Landwirtschaft und Ernährung bei MISEREOR. Bei der Diskussion darüber, mit welchen Maßnahmen den gefährlichen Entwicklungen begegnet werden könne, hätten die Schlüsselbereiche Landwirtschaft und Ernährung aber viel zu wenig Beachtung gefunden. „Es kann nicht sein, dass wir unsere Verantwortung ignorieren – für die Klima-Erhitzung, den Verlust von Artenvielfalt und die Degradation von Böden, die Hunger verursachen.“ Um einerseits die Ernährung von bald zehn Milliarden Menschen weltweit zu sichern und gleichzeitig die negativen Folgen der Klimakrise für die Landwirtschaft einzudämmen, brauche es eine schrittweise Umstellung der Ernährungssysteme. 24 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Landwirtschaft. Davon sind fast 70 Prozent der Tierhaltung zuzurechnen. „Für die kommende Regierung bedeutet das unter anderem, dass die Tierhaltung an die Fläche gebunden werden muss, um Futtermittelimporte aus Übersee zu vermeiden“, fordert der MISEREOR-Landwirtschaftsexperte. Zudem müssten die Gesamtnutztierbestände reduziert und der Konsum tierischer Produkte dementsprechend gesenkt werden.

      Corona verstärkt Hunger

      Die Corona-Pandemie verstärkt die Hungergefahr weiter. Das zeigt das „Jahresheft Welternährung 2021“ von MISEREOR, das zum diesjährigen Erntedankfest erstmals erscheint: In den Metropolen Asiens etwa hat die Armut vielerorts eine breite Mittelschicht erreicht. In Subsahara-Afrika hat sich als Folge der Corona-Krise die Ernährungs- und Lebenssituation der ländlichen Bevölkerung erheblich verschlechtert. In vielen Ländern Lateinamerikas weitet sich der Landraub dramatisch aus. „Das sind besorgniserregende Rückschritte im Kampf gegen den Hunger weltweit“, so Pirmin Spiegel.

      Erntedank ist politisch

      1958 als „Werk gegen Hunger und Krankheit in der Welt“ gegründet, nimmt MISEREOR das Erntedankfest zum Anlass einer neuen Publikationsreihe, in der aktuelle Herausforderungen bei der Hungerbekämpfung herausgestellt, Vorschläge gemacht und Lösungswege zu mehr Ernährungssouveränität skizziert werden. Der Anlass ist bewusst gewählt wie Spiegel herausstellt: „Die Fähigkeit der Erde, in Fülle zu geben, wird nach wie vor bis aufs Äußerste ausgereizt, die planetaren Grenzen sind weit überschritten. Das Erntedankfest mahnt uns zu einem anderen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.“

      Herausforderung Hunger. Jahresheft Welternährung 2021

      Herausforderung Hunger. Jahresheft Welternährung 2021

      Publikation

      Über viele Jahre ist die Zahl der weltweit Hungernden zurückgegangen. Doch nun steigt sie

      Über viele Jahre ist die Zahl der weltweit Hungernden zurückgegangen. Doch nun steigt sie kontinuierlich an. Mit dramatischen Folgen für die Betroffenen. Wie kann man dieser enormen Herausforderung begegnen? Wie lässt sich SDG2 „Eine Welt ohne Hunger“ bis 2030 noch erreichen? Das MISEREOR „Jahresheft Welternährung 2021“ zeigt Lösungswege auf. Heftschwerpunkt: Wie Corona den Kampf gegen Hunger hemmt – und was wir dagegen tun können.

      • Herausgeber: MISEREOR
      • Erscheinunsjahr: September 2021
      • Seiten: 16
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