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      Aachen, 31.10.2019

      MISEREOR gedenkt gestorbener Flüchtlinge

      (Aachen, 31. Oktober 2019) Anlässlich des katholischen Feiertages Allerseelen am Samstag ruft MISEREOR zum Gedenken an all jene Menschen auf, die auf der Flucht gestorben sind oder die ermordet wurden, weil sie sich für Menschenrechte, das Leben marginalisierter und armgemachter Mitbürgerinnen und Mitbürger oder für Umweltschutz eingesetzt haben.

      "Ich sehe mit großer Besorgnis, dass die Europäische Union immer noch nicht in ausreichendem Maße den Willen für eine humane Flüchtlingspolitik und eine gerechte Verteilung von Menschen aufbringt, die über das Mittelmeer gekommen sind und bei uns Schutz suchen", sagt MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. "Es ist ein Skandal, dass nach wie vor Rettungsschiffe mit Hunderten von Flüchtlingen an Bord tagelang keine Erlaubnis erhalten, in einem Hafen der EU anzulanden. Dabei ist es ein Gebot der Humanität, dass das wohlhabende Europa sich dieser Menschen erbarmt", so Spiegel.

      In der Wüste verhungert und verdurstet

      Nach Erhebungen der Internationalen Organisation für Migration sind global in diesem Jahr bisher 2581 Menschen auf der Flucht ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen im Mittelmeer, weitere beim Versuch, Flüsse zu durchschwimmen – etwa an der Grenze zu den Vereinigten Staaten. Viele Flüchtlinge starben auf dem afrikanischen Kontinent. Dort vor allem in der Sahara-Wüste. "Die Dunkelziffer an Toten dürfte hoch sein", so Spiegel. "Es ist zu befürchten, dass zahlreiche Menschen dort auf der Flucht gestorben sind, ohne dass dies je statistisch erfasst worden wäre oder wird." Die Todesursachen, soweit sie bekannt sind, reichen von Verdursten und Verhungern in der Wüste, medizinischen Notfällen, bei denen es keine rasche Hilfe gab, bis hin zu Mord und massiver körperlicher Gewalt.

      Zahl der Selbstmorde steigt

      "Auch jene Flüchtlinge, die vermeintlich Schutz gefunden haben, brauchen weiterhin Unterstützung", fordert der MISEREOR-Chef. Nach Berichten von MISEREOR-Partnern nehmen etwa in und um Vertriebenen-Camps im Nordirak Selbstmordversuche zu – von Menschen, die schlimmste Erlebnisse verarbeiten müssen, seit Jahren in Lagern leben und die angesichts der anhaltenden Gewalt keine Perspektive für sich sehen. Sie werden so auch Opfer ihrer Vertreibung.

      Bedrohung und Ermordung von Menschenrechtsverteidigern

      MISEREOR gedenkt an Allerseelen auch aller Aktivist*innen, die sich für eine gerechtere und nachhaltigere Welt eingesetzt haben und deswegen ermordet wurden. Stellvertretend für sie alle sei erinnert an die brasilianische Umweltaktivistin Dilma Ferreira Silva. Die 47-Jährige war für die Bewegung der von Staudammbauten Betroffenen aktiv und wurde im März gemeinsam mit ihrem Ehemann und einem Freund ihrer Familie getötet. Sie hatte sich seit Jahren für die Rechte jener Menschen eingesetzt, denen wegen der Errichtung von Staudämmen Vertreibung droht oder die aus diesem Grund ihre Heimat bereits verlassen mussten. Die ständig anhaltende Gewalt an Indigenen zeigte sich im Juli im nördlichen brasilianischen Bundesstaat Amapá.  Dort wurde der Häuptling der Wajapi, Cacique Emyra Wajapi (68) von einer Gruppe von Eindringlingen in das indigene Gebiet ermordet.

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