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      Gerecht ist klüger
      © Canva
      Aachen, 31. Mai 2021

      MISEREOR fordert Stärkung ökolog. Landwirtschaft

      (Aachen, 31. Mai 2021). Anlässlich der heutigen Sitzung der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) betont das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR die zentrale Bedeutung der Landwirtschaft für den Klimaschutz und die Entwicklungschancen von Menschen im globalen Süden. „Wir unterstützen die Zukunftskommission in ihrem Vorhaben, jetzt Leitplanken für einen echten ökologischen Systemwechsel in der Landwirtschaft zu setzen. Heimische Bäuerinnen und Bauern müssen bei einem Umbau hin zu einer nachhaltigen, ökologischeren Landwirtschaft unterstützt werden,  denn damit schützen wir nicht nur unsere Umwelt sondern fördern auch Lebenschancen armer Menschen in anderen Kontinenten, die durch die Auswirkungen unseres jetzigen Landwirtschaftsmodells gefährdet werden. “, so Markus Wolter, Landwirtschaftsexperte bei MISEREOR.

      Im Rahmen der MISEREOR-Kampagne „Gerecht ist klüger“ fordert MISEREOR u.a. die Importe von Soja aus Übersee für Futtermittel zu reduzieren und damit die Zerstörung von Lebensräumen für Menschen in den Südkontinenten zu stoppen. Heimische Nutztiere müssten zu großen Teilen mit hofeigenen und regionalen Futtermitteln versorgt werden. Damit verbunden ist eine Reduzierung der Tierbestände. „Wir müssen bei unserem Fleischkonsum wieder auf ein gesundes Maß kommen, das im Einklang mit der Umwelt, dem Klima und unserer Gesundheit steht“, so Wolter. Dies sei ein entscheidender Faktor für einen sozial-ökologischen Wandel, den auch die Zukunftskommission Landwirtschaft anstrebe.

      Deutschland kann Vorreiter für klimaschonende Ernährungsgewohnheiten sein

      MISEREOR fordert die Bundesregierung auf, in der kommenden Legislaturperiode konsequent eine Landwirtschafts-Politik zur Einhaltung des 1,5 Grad Limits zu verfolgen, damit eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen und die Menschen im globalen Süden möglich ist.

      Von daher sei auch eine neue nationale Ernährungsstrategie, die den Konsum von gesunden, regionalen, biologisch und fair produzierten Lebensmitteln fördert, von entscheidender Bedeutung.  „Klimaschutz, Gesundheit und internationale Verantwortung müssen in der Landwirtschaft ganzheitlich gedacht werden“, erklärt Wolter. Das vor zwei Wochen veröffentlichte ZKL-Papier der beiden Vorsitzenden von Bund der deutschen Landjungend (BDL) und BUND Jugend habe dazu vielversprechende Vorschläge gemacht, wie die Umstellung des Lebensmittel-Angebots in allen öffentlichen Einrichtungen. „Wenn beispielsweise in öffentlichen Einrichtungen des Bundes der Fleischanteil halbiert und ein Mindestanteil von 50 Prozent Bio- und fairen Produkten angeboten wird, steigt die lokale Nachfrage nach Bio-Produkten deutlich. So werden Anreize für eine ökologische und klimafreundliche Landwirtschaft gesetzt, die allen hilft“, erklärt Wolter. Damit könne Deutschland eine Vorreiterrolle für klimaschonende Ernährungsgewohnheiten weltweit einnehmen.

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