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      © Patrick Ngugi / AP
      Aachen, 03. März 2020

      Menschen leiden unter Dürre und Schädlingen

      Hungerkrise in zahlreichen Ländern Afrikas: MISEREOR bittet um Spenden

      (Aachen, 3. März 2020). Mit einer Nothilfe im Umfang von 200.000 Euro reagiert MISEREOR auf die Hungerkrise in Simbabwe. Die Zerstörungen von landwirtschaftlich genutzten Flächen durch Zyklone, ausbleibende Regenfälle und seit langem anhaltende ökonomische Probleme des Staates haben zu einer Situation beigetragen, in der mehr als sieben Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind.

      Mit dem von MISEREOR bereitgestellten Geld soll die Ernährung von bedürftigen Menschen in der Diözese Chinhoyi bis zum Frühsommer gesichert werden. Die Begünstigten erhalten Pakete mit Maismehl, Bohnen und Speiseöl. Gleichzeitig bemühen sich MISEREOR-Partnerorganisationen um langfristig wirkende Maßnahmen, damit die Bäuerinnen und Bauern der Region bei der nächsten Ernte wieder ausreichende Mengen an Nahrungsmitteln einfahren können.

      Gewässer trocknen aus

      Nach Angaben von Kathrin Resak, Fachreferentin für ländliche Entwicklung bei MISEREOR, ist in zahlreichen Ländern des südlichen Afrikas die ausreichende Ernährung der dortigen Menschen bedroht. Von einer als ernst einzustufenden Dürre sind demnach neben Simbabwe auch die Länder Angola, Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika und Sambia betroffen.  „Die bei der EU angesiedelte Organisation Global Drought Observatory schätzt, dass die Ernährungssicherheit von etwa 30 Millionen vorwiegend in den ländlichen Gebieten dieser Länder lebenden Menschen gefährdet ist“, so Resak. Viele der Betroffenen betreiben Regenfeldbau und extensive Viehhaltung und sind durch die Dürre in besonderem Maße in ihrer Existenz bedroht. Auch die Austrocknung natürlicher Gewässer und die Absenkung des Grundwasserspiegels nehmen besorgniserregende Ausmaße an.

      Heuschrecken auch in Uganda und Tansania

      Große Sorgen machen sich Partnerorganisationen von MISEREOR darüber hinaus wegen der Zunahme massiver Schädlingsattacken auf dem afrikanischen Kontinent und der arabischen Halbinsel, „die in Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels zu verstehen sind“, sagt Resak. „Aktuell werden Äthiopien, Somalia und Kenia von einer Plage historischen Ausmaßes durch die Wüstenheuschrecke heimgesucht, welche eine beispiellose Bedrohung für die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen am Horn von Afrika darstellt. Die Ausbreitung in benachbarte Länder wie Uganda und Tansania ist in vollem Gange und für den Südsudan wahrscheinlich.“ Der Welternährungsorganisation zufolge steht diese Plage in Zusammenhang mit zwei Zyklonen im Mai und Oktober 2018, die zu idealen Brutbedingungen für die Heuschrecken und einem sehr starken Anwachsen von deren Population geführt haben. Die Schwärme drohten nicht nur in weitere Länder des östlichen Afrikas einzufallen, sondern könnten sich in den nächsten Monaten bis auf das 500-fache der heutigen Population vermehren.

      Probleme mit dem Herbst-Heerwurm

      Laut Resak hat auch das Auftreten des sogenannten Herbst-Heerwurms in Ländern des östlichen und südlichen Afrikas zu enormen Ernteeinbußen geführt. Die invasive Art gelangte 2016 auf den afrikanischen Kontinent. Sollte sie sich unkontrolliert ausbreiten, könnte dies alleine in Afrika die Ernährungssicherheit von bis zu 300 Millionen Menschen gefährden, schätzt die Welternährungsorganisation. Angesichts der Schädlings-Invasion kommt langfristiger Projektarbeit der MISEREOR-Partner große Bedeutung zu. Die Umstellung auf eine vielfältige Bandbreite von Nahrungskulturen im Mischanbau statt Mais-Monokultur und die Nutzung von Methoden des integrierten Pflanzenschutzes, um eine neue Generation von Heuschrecken zu verhindern, werden als Beispiele für eine wirksame Vorsorge genannt.

      „Die Ernährungskrise ist in zahlreichen Ländern des afrikanischen Kontinents so groß, dass alle bisherigen Bemühungen verschiedenster Akteure zur Bewältigung der Lage nicht ausreichen“, betont Dorothee Klüppel, Leiterin der Afrika-Abteilung von MISEREOR. „Deshalb bitten wir dringend um Spenden, damit wir die langfristig angelegte Arbeit unserer Partner um Maßnahmen zur Linderung der Hungerproblematik ergänzen können.“

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