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      Geflüchtete treiben auf den offenen Meer
      © Picture Alliance
      Aachen, 19. Mai 2021

      Migration nicht nur mit Zäunen begegnen

      Zur Veröffentlichung des Berichts der Experten-Kommission Fluchtursachen, der der Bundesregierung Impulse für eine zukunftsfähige Einwanderungs- und Migrationspolitik geben soll, äußert sich für MISEREOR dessen Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel:

       „Die Arbeit der Kommission ist ein wichtiger Beitrag zur Versachlichung der Debatte um Einwanderung und Flucht und lenkt den Blick über Europa hinaus auf strukturelle Gründe für Migration. Dabei betonen die Expertinnen und Experten einerseits unsere eigene Verantwortung, etwa über unser Wirtschafts- und Wachstumsmodell, über Landwirtschaftspolitik und Rüstungsexporte. Andererseits werden politische Forderungen gestellt, die die künftige Bundesregierung in konkrete Politik umsetzen muss: Bleibeperspektiven für potenzielle Migrantinnen und Migranten durch bessere Förderung und gute Regierungsführung in deren Heimatländern, zugleich mehr und besser planbare Kontingente für die humanitäre Aufnahme in Europa sowie mehr geordnete legale Wege in die EU.

      Der Bericht zeigt, dass es zu wenig ist, den Blick nur auf die Lage in Europa und an dessen direkten Außengrenzen zu richten. Es geht ebenso um die Perspektiven für Menschen, die in ihren Heimatländern bleiben wollen oder dazu gezwungen sind. Gerade die Vertriebenen im eigenen Land benötigen mehr Solidarität, sie bilden die größte Gruppe Zwangsvertriebener weltweit und bekommen häufig am wenigsten Unterstützung von außen.

      Vor Ort muss die kommende Bundesregierung mehr für Krisen-Prävention tun und strukturelle Gründe von Migration wie den Klimawandel sowohl in Deutschland als auch weltweit angehen. Die Kommission hat dafür gute praktische Ansätze entworfen. Jetzt müssen Deutschland und die EU den festen politischen Willen aufbringen, Migration nicht nur mit Zäunen und der Grenzschutzagentur Frontex zu begegnen, sondern im Sinne der Fluchtursachen-Kommission die vielfältigen Herausforderungen mit einem ganzheitlichen Konzept weit über Europas Grenzen hinaus anzupacken.“

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