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      © MISEREOR
      Berlin, 19. August 2021

      Menschen in Afghanistan und Haiti unterstützen

      (Berlin, 19. August 2021) Anlässlich der Bilanzpressekonferenz von MISEREOR fordern Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel gemeinsam mit dem Leiter der katholischen Zentralstelle für Entwicklungszusammenarbeit, Karl Jüsten die Bundesregierung und die EU auf, die Menschen in Afghanistan nicht im Stich zu lassen.

      Die Aussagen der EU, dass Entwicklungshilfe für Afghanistan künftig konditioniert werden soll, sehen MISEREOR und seine Partnerorganisationen vor Ort als die falsche Maßnahme.

      „Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Projektpartnern in Afghanistan. Sie setzen alles daran, an der Seite von Frauen und Mädchen zu bleiben und Bildungsprogramme aufrechtzuerhalten. Wir haben die Hoffnung, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird“, berichtet MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. MISEREOR unterstützt in Afghanistan aktuell zwölf Projekte, mit einem Gesamtvolumen von 7,5 Millionen Euro.

      „Deutschland trägt eine Mitschuld an der jetzigen Situation und darf ebenso wenig wie die internationale Staatengemeinschaft die Menschen in Afghanistan jetzt im Stich lassen. Sowohl aus humanitären, als auch aus entwicklungspolitischen Gründen ist dies dringend erforderlich. Daher muss mit der Taliban weiterverhandelt und um Menschenrechte, Gewaltvermeidung und zivilgesellschaftliche Freiheit gerungen werden, da nur dies Grundlage für zukünftige Zusammenarbeit sein kann. Zudem muss eine konstruktive Lösung für die Aufnahme von Flüchtlingen gefunden werden, die das Land verlassen mussten“, erklärt Prälat Karl Jüsten, Leiter der katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe.

      Nach Erdbeben auf Haiti

      Ebenso bräuchten die Menschen in Haiti nach dem schweren Erdbeben die Solidarität und Unterstützung aus Deutschland. MISEREOR stellt den einheimischen Partnerorganisationen 100.000 Euro an Nothilfe zur Verfügung, um damit die Verletzten und Obdachlosen Menschen zu versorgen. „Die Menschen in der betroffenen Region haben nach dem Hurricane Matthew im Jahr 2016 erneut ihre Lebensgrundlagen verloren und sind auf Unterstützung im Bereich der Gesundheits- und Lebensmittelversorgung angewiesen, sowie auf die Hilfe bei den Wiederaufbaumaßnahmen“, so Spiegel. Jüsten betonte auch die Notwendigkeit, das Land in einem politischen Prozess zu unterstützen, der das Land stärke. „Dieses Jahr sollen nach der Ermordung des Präsidenten noch demokratische Wahlen stattfinden. Hier braucht Haiti jede Unterstützung, auch aus Deutschland, damit ein funktionierender Staat Haiti in Zukunft in der Lage sein wird, auf Naturkatastrophen auch institutionelle besser vorbereitet zu sein“, so Jüsten

      Forderungen an die künftige Bundesregierung

      Mit Blick auf die Bundestagswahl im September forderte der MISEREOR-Hauptgeschäftsführer eine konsequentere Klimapolitik, um das in Paris vereinbarte Klimaziel zu erreichen und damit eine globale Zukunft zu ermöglichen. „Immer noch fließen in Deutschland jedes Jahr Milliarden an Subventionen in Technologien und Wirtschafszweige, die dem Klima schaden. Immer noch ist die deutsche Klimapolitik ängstlich und verzagt“, so Spiegel. Mit jedem Zehntelgrad weniger globaler Erderwärmung würden die Folgen für Menschen überall auf der Welt mindestens gelindert“

      Prälat Karl Jüsten forderte mehr Bemühungen bei der angestrebten weltweiten Zusammenarbeit zur Pandemiebekämpfung. „Die im Rahmen der WTO geführte Debatte über die Freigabe von Patenten auf Impfstoffe tritt seit Monaten auf der Stelle. Beim notwendigen Transfer von Know-How und dem schnellen Aufbau von Kapazitäten für die Produktion von Impfstoffen ist viel wertvolle Zeit verspielt worden. Selbst wenn man die Hürden für die Freigabe von Patenten als zu hoch ansieht, bleibt es für uns ein Anliegen, dass die Zurverfügungstellung von ausreichenden Impfstoffen auch zu erschwinglichen Preisen erfolgt und die Anschaffung die Ärmsten der Armen nicht noch ärmer macht. Bislang sind beispielsweise nur ca. 1, 7 Prozent der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent geimpft“, erklärte Jüsten.

      Globale Gesundheit muss auf die Tagesordnung gesetzt werden

      Dr. Sabine Gies vom Missionsärztlichen Institut wies auf die aktuell durch die Corona-Pandemie eröffnete Chance hin, globale Gesundheit auf die Tagesordnung zu setzen. „Wir müssen spätestens jetzt Gesundheitssysteme international so stärken und ausbauen, dass nicht nur die Pandemie beendet werden kann, sondern alle Menschen überall auf der Welt Zugang zu allgemeiner Gesundheitsversorgung haben und ihr Grundrecht auf Gesundheit wahrnehmen können“, erklärte Gies. Ohne eine adäquate Basisgesundheitsversorgung für alle könne auch die Pandemiebekämpfung nicht zum Erfolg führen.

      MISEREOR zieht Bilanz

      MISEREOR hat im vergangenen Jahr mit 66,9 Millionen Euro nahezu zehn Millionen Euro mehr an Spenden erhalten als im Jahr 2019. Insgesamt standen MISEREOR 2020 einschließlich der Gelder aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 214,9 Millionen Euro zur Verfügung, die für Projekt-, Advocacy- und Lobbyarbeit in aktuell 87 Ländern Afrikas und des Nahen Ostens, Asiens und Ozeaniens, Lateinamerikas und der Karibik sowie in Deutschland eingesetzt werden.  Aktuell unterstützt MISEREOR mehr als 3000 Projekte, die von fast 1800 Partnerorganisationen umgesetzt werden. Die Aufwendungen für Werbung, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit hatten im Gesamtetat einen Anteil von 6,3 Prozent.

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      Weitere Informationen rund um die Jahrespressekonferenz und die Jahresbilanz finden Sie in der digitalen Pressemappe