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      Aachen, 14. April 2021

      Kampf der Hütten-Bevölkerung ausgezeichnet

      (Aachen, 14. April 2021) MISEREOR begrüßt die Verleihung des im Auftrag der schwedischen Regierung vergebenen Per-Anger-Preises an den südafrikanischen Menschenrechtsaktivisten S'bu Innocent Zikode. „Wir freuen uns über diese hochverdiente Entscheidung“, sagt Klaus Teschner, Fachreferent für städtische Entwicklung bei MISEREOR. „Gemeinsam mit der Sozialbewegung Abahlali baseMjondolo setzt sich S‘bu Zikode seit vielen Jahren für das Recht auf Wohnen, für Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen in den selbstorganisierten Hüttensiedlungen der großen Städte Südafrikas ein. Ihm geht es ganz entscheidend um die Wiedergewinnung der Würde der hier lebenden Menschen, die sich ihrer Entrechtung sowie den tagtäglichen Erniedrigungen widersetzen und ihr Menschenrecht auf einen sicheren Platz zum Leben einfordern“, so Teschner.

      Sibusiso (S'bu) Innocent Zikode, langjähriger Projektpartner von MISEREOR, weist auf die schwierigen Lebensbedingungen der vielen Millionen Hüttenbewohnerinnen und -bewohner Südafrikas hin. „Eine Hütte ohne Wasser, Strom und sanitäre Anlagen ist es nicht wert, ein Zuhause genannt zu werden. Im Gegenteil, dies sind lebensbedrohende Umstände, die für Frauen, Kinder und Minderheiten besonders hart sind. Die Ungerechtigkeit wird jetzt noch deutlicher, da die Corona-Pandemie diejenigen trifft, die ohnehin schon benachteiligt sind“, sagt S'bu Zikode.

      Todesdrohungen und 18 Morde

      S'bu Zikode ist Präsident der Sozialbewegung Abahlali baseMjondolo („Bewegung der in Hütten Lebenden“), die er vor gut 15 Jahren mitbegründete, als er selbst in einer Barackensiedlung in der südafrikanischen Hafenstadt Durban lebte. Heute hat die demokratisch aufgebaute Bewegung etwa 82.000 Mitglieder. Ihr Ziel ist es nicht nur, bessere Lebensverhältnisse zu erreichen, sondern es geht ihr auch darum, Korruption, Machtmissbrauch oder Gewalt gegen Hüttenbewohnerinnen und Hüttenbewohner anzuprangern und diese Missstände mit rechtlichen Instrumenten sowie Medienarbeit zu bekämpfen. S'bu Zikode war wegen seines Einsatzes für Menschenrechte mehrfach Todesdrohungen ausgesetzt. Im Laufe der vergangenen Jahre wurden 18 Mitglieder von Abahlali baseMjondolo wegen ihres Engagements ermordet.

      Der Per-Anger-Preis für Verdienste um Menschenrechte und Demokratie wird im Auftrag der schwedischen Regierung jährlich vom Living History Forum vergeben. Die Preisverleihung findet am 21. April in der schwedischen Botschaft in Pretoria statt. Der Preis wurde 2004 in Anerkennung der Bemühungen des Diplomaten Per Anger während des Zweiten Weltkriegs ins Leben gerufen, als dieser ungarische Jüdinnen und Juden vor dem Holocaust rettete. Die Auswahl des Preisträgers für das Jahr 2021 erfolgte durch das Nominierungskomitee, dem folgende neun Organisationen angehören: Act Church of Sweden, Afrikagrupperna, Amnesty International, Civil Rights Defenders, Diakonia, Individuell Människohjälp (IM), der Stiftung Kvinna till Kvinna, Save the Children und We Effect.

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