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      Aachen, 19. Juni 2020

      Humanist und Vordenker globaler Gerechtigkeit

      MISEREOR gratuliert Amartya Sen zum Friedenpreis des Deutschen Buchhandels

      (Aachen, 19. Juni 2020) MISEREOR gratuliert dem Wirtschaftsprofessor, Philosophen und Nobelpreisträger Amartya Sen herzlich zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Dazu sagte der Freiburger Erzbischof Stephan Burger, der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz für MISEREOR zuständig ist, anlässlich der MISEREOR-Kommissionssitzung: „Amartya Sen ist ein verdienter Preisträger. Er steht leidenschaftlich an der Seite der Marginalisierten, Armen und Ausgegrenzten dieser Welt. In seiner Arbeit stellt er den Menschen in den Mittelpunkt der Wirtschaft. Dieser Maxime ist er als ‚Ökonom der Menschen‘ in seinen wissenschaftlichen Arbeiten wie seinen politischen Interventionen stets treu geblieben.“

      „Sen hat wesentlich zur Erkenntnis beigetragen, dass gesellschaftlicher Wohlstand nicht allein am Wirtschaftswachstum zu messen sei. Er stellt der orthodoxen monetären Wohlstandsmessung durch das Bruttoinlandsprodukt die Prinzipien eines guten und gelingenden Lebens entgegen. Mit seinen bahnbrechenden Forschungen zum Befähigungsansatz hat er die methodischen Grundlagen für unser heutiges mehrdimensionales Armutsverständnis gelegt. Er ist damit Wegweiser in eine menschengerechte und nachhaltige Zukunft. Auch die OECD erkennt an, dass Lebensqualität, Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit und die Verwirklichung von Chancen wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen,“ so Erzbischof Burger weiter.

      Wohlstandsindikator entwickelt

      Für die Vereinten Nationen entwickelte Sen 2009 als Teil der sogenannten Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission einen Wohlstandsindikator für Staaten, der Lebensqualität und sozialen Fortschritt nicht nur materiell misst, sondern auf Faktoren wie Bildung, persönliche Unabhängigkeit oder Ungleichheit unter den Geschlechtern Rücksicht nimmt. Die Armuts- und Reichtumsbericht-Erstattung in Deutschland fußt auf seinen Ideen. In seiner Heimat Indien setzt sich Sen mit Nachdruck für eine nachhaltige Verbesserung der sozialen und ökonomischen Lage vor allem bei den Benachteiligten ein. Erzbischof Burger freut sich mit MISEREOR, dass nach Sebastiao Salgado, der im vergangenen Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, mit Amartya Sen erneut ein Preisträger gewählt wurde, der dem Auftrag MISEREORS nahesteht und das Werk der Entwicklungszusammenarbeit inspiriert.

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