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      Aachen, 23. November 2020

      Gewalt gegen Frauen zerstört ganze Gesellschaften

      Anlässlich des "Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" am 25. November äußert sich Betina Beate, Abteilungsleiterin Lateinamerika bei MISEREOR:

      "25 Jahre ist die Weltfrauenkonferenz von Peking nun her. Damals wurde die dramatische Situation von mehr als 35 Prozent der Frauen weltweit, die Gewalt erleiden oder erlitten haben, publik gemacht. Machismo tötet, und jede Frau, die deswegen stirbt, ist eine zu viel! Einige wichtige Schritte sind seitdem unternommen worden. Vor allem auf der Ebene der Gesetzgebung gibt es in vielen Ländern Fortschritte. Doch die Anstrengungen reichen bei weitem nicht aus. In diesem Jahr hat sich die Situation von Frauen durch die Corona-Krise vielerorts dramatisch verschlechtert. Vor allem häusliche Gewalt, aber auch Menschenhandel, Zwangsprostitution und Zwangsheiraten haben zugenommen.

      Eine der gefährlichsten Regionen für Frauen und Mädchen ist Lateinamerika. Hier hat der Lockdown die Häuser vieler Frauen in ein Gefängnis der Folter und des Todes verwandelt. Aus Honduras etwa berichten uns Projektpartner, dass seit der Ausgangssperre durch COVID-19 bis September 195 Morde an Frauen, so genannte Femizide, registriert wurden. In Mexiko ist die Situation noch ernster: Bis September 2020 hat das "Observatorio de Feminicidios de México" 724 Frauenmorde gemeldet. Gewalt und Diskriminierung zerstören nicht allein die Frauen, sondern ganze Gesellschaften. In Mexiko etwa wurden nach Schätzungen von Fachleuten in der ersten Jahreshälfte 4.000 Kinder zu Waisen, nachdem ihre Mütter Opfer von Femiziden wurden.

      Diese unerträglichen Zahlen bilden nur einen Bruchteil des Problems ab, weil die meisten Gewalttaten nach wie vor nicht angezeigt werden.

      Es ist zwingend notwendig, jetzt zu handeln! Frauen sind nicht eine Minderheitengruppe, die um Anerkennung betteln muss. Wir sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung und unsere Menschenrechte müssen respektiert werden! Es braucht noch wirksamere Gesetze, um Straftaten wie Femizide besser ahnden zu können. Ausreichende Beratungsstellen sind notwendig und eine spezifische Genderausbildung von der Grundschule an. Jede und jeder von uns muss ein besonderes Augenmerk auf das Thema legen!"

      MISEREOR-Projektarbeit:

      In gut 60 Prozent, der mehr als zweieinhalbtausend Projekte, die MISEREOR aktuell weltweit fördert, spielt das Thema Gender und die Gleichberechtigung der Geschlechter eine wichtige Rolle. In rund 210 Projekten mit einer Fördersumme von mehr als 44 Millionen Euro ist Gender sogar der Schwerpunkt der Arbeit. Aktuell unterstützt MISEREOR mit einer Fördersumme von mehr als 5,4 Millionen Euro rund 30 Projekte weltweit, die sich explizit für die Beseitigung von Gewalt an Frauen einsetzen.

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      Weitere Informationen

      So unterstützen unsere Partnerorganisationen Frauen und Mädchen, die Gewalt erlitten haben: Blogbeitrag: Gegen Gewalt an Frauen

      Sie sind Visionärinnen und Trägerinnen von Entwicklung. Sie setzen sich für eine friedlichere Welt ein. Sie helfen Geflüchteten und Frauen und Kindern, die Gewalt erfahren haben und in Armut leben. Sie sind "Starke Frauen". In unserer neuen Reihe stellen wir sie und ihre Geschichten vor. BLogbeitrag: Starke Frauen weltweit