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      © Claudia Fahlbusch
      Aachen, 23. November 2021

      Gewalt gegen Frauen im Netz entschieden entgegnen

      Menschenrechtsorganisationen ziehen gemischte Bilanz

      Die Gewalt gegen Frauen hat seit Beginn der Corona-Pandemie besonders tragische Ausmaße angenommen. Zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" am 25. November äußert sich Betina Beate, Abteilungsleiterin Lateinamerika bei MISEREOR:

      „Am häufigsten erfahren Frauen Gewalt durch enge Vertraute wie ihren Partner oder Ex-Partner. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Frauen durch die zahlreichen Ausgangsbeschränkungen mit ihren Peinigern buchstäblich eingesperrt und haben keine Chance, ihnen zu entkommen. Die sogenannte genderspezifische Gewalt nimmt immer weiter zu, und auch von dem bald erscheinenden UN-Women-Bericht ist zu erwarten, dass er vor allem negative Entwicklungen aufzeigt.

      Mit großer Besorgnis beobachten wir insbesondere den zunehmenden Frauenhass im Netz. Es steht zu befürchten, dass das Phänomen weltweit noch weiter um sich greift. Auch unsere Partnerorganisationen wie die Caritas der Diözese San Pedro Sula in Honduras teilen diese Sorgen. Durch die Anonymität in den Sozialen Medien, können Täter Frauen ohne Scheu angreifen, zum Beispiel, indem sie ihnen physische und sexuelle Gewalt androhen. Noch dramatischer geht es in frauenfeindlichen Foren zu. Dort tauschen Männer ihre Fantasien über Gewalttaten aus und motivieren sich gegenseitig, sie in die Tat umzusetzen. Mit Beweisfotos von vergewaltigen und verprügelten Frauen geben sie dann auch noch damit an.

      Hier gibt es, genau wie in der real-physischen Welt, viel zu wenige Maßnahmen und Gesetze für die Prävention von Gewalt sowie für den Schutz der Opfer. Ganz zu schweigen davon, wie selten die Täter wirklich überführt und bestraft werden. Wir bei MISEREOR fordern gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen, dass sich das ändert. Das Internet funktioniert über Ländergrenzen hinweg und so müssen auch Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Das Vorgehen gegen Gewalt gegen Frauen im „World Wide Web“ muss auf internationaler Ebene angegangen werden, damit alle Frauen, ob in Deutschland oder Honduras, vor Angriffen geschützt werden und Täter aufgespürt und bestraft werden.“

      MISEREOR-Projektarbeit:

      In gut 60 Prozent, der rund dreitausend MISEREOR-Projekte spielen Genderthemen und Gleichberechtigung der Geschlechter eine wichtige Rolle. 215 Projekte haben Gender als Themenschwerpunkt, sie werden mit mehr als 51 Millionen Euro gefördert. Aktuell unterstützt MISEREOR mit einer Fördersumme von mehr als 7,4 Millionen Euro rund 35 Projekte weltweit, die sich explizit für die Beseitigung von Gewalt an Frauen einsetzen.

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      Kontakt

      Weitere Informationen

      Hier gelangen Sie zum kompletten Interview mit Betina Beate

      Sie sind Visionärinnen und Trägerinnen von Entwicklung. Sie setzen sich für eine friedlichere Welt ein. Sie helfen Geflüchteten, Frauen und Kindern, die Gewalt erfahren haben und in Armut leben. Sie sind "Starke Frauen". In unserer neuen Reihe stellen wir sie und ihre Geschichten vor. Zur Blogserie

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