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      Aachen, 2. September 2020

      Für eine Kultur des Hinsehens und der Solidarität

      Die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Kirchschletten, Mutter Mechthild Thürmer, setzt sich für Kirchenasyl ein und sieht sich nun mit Ermittlungen wegen "Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt" konfrontiert.

      Dazu äußert sich Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR:

      "Mutter Mechthild steht für eine Kultur und eine Kirche des Hinsehens und der Solidarität, wie ich sie mir wünsche – das heißt auch gegen eine ‚Globalisierung der Gleichgültigkeit‘ anzugehen, wie es Papst Franziskus angemahnt hat. Das Kirchenasyl ist dafür Ausdruck, und das gilt es zu bewahren: Dass in besonderen Fällen und mit dem Wissen der Behörden ein solches Mittel zur abermaligen Prüfung der Schutzbedürftigkeit gewählt werden kann, ist ein humanitärer Akt und so auch mit den Bundesbehörden abgestimmt. Kirchenasyl unter diesen Voraussetzungen zu gewähren, bedeutet Mut und Mitmenschlichkeit und verdient ernsthafte Auseinandersetzung und Anerkennung für das humanitäre Motiv und nicht Ermittlungen und Gerichtsverhandlungen gegen die Helfenden. Wir sehen es an den europäischen Außengrenzen, auf dem Mittelmeer, aber auch in diesem Fall: Wer Hilfe zu kriminalisieren versucht, der braucht sich über die Entsolidarisierung von Gesellschaftsgruppen an anderer Stelle nicht zu wundern. Das Kirchenasyl wurde in den letzten Jahren bereits mehrfach politisch angegriffen – für mich ist und bleibt der kluge Einsatz dieses Instruments ein wichtiger Akt der Mitmenschlichkeit. Mutter Mechthild gilt unsere Solidarität und wir fühlen uns in unserer Arbeit mit ihrem Beispiel verbunden."  

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