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      Aachen, 8. Oktober 2021

      Nobelpreis an Maria Ressa wichtiges Zeichen

      (Aachen, 8. Oktober 2021) Zur heutigen Verleihung des Friedennobelpreises an die philippinische Journalistin Maria Ressa äußert sich MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel:

      „Dass Maria Ressa, investigative Journalistin und Geschäftsführerin des Medienunternehmens und Online-Nachrichtenportals Rappler, zusammen mit Dmitri Muratow den Friedensnobelpreis 2021 erhält, ist ein starkes Zeichen und Anerkennung ihres Einsatzes und Kampfes für wahrheitsgemäße Berichterstattung als Grundvoraussetzung für Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden.

      Auch für unsere philippinischen Partnerorganisationen, die in ihrer Arbeit für Menschenrechte bedroht und eingeschränkt werden, sind diese Auszeichnung und die internationale Aufmerksamkeit sehr wichtig. Die Philippinen zählen zu den gefährlichsten Ländern weltweit für Menschen, die sich für Wahrheit und Menschenrechte einsetzen. Die Angriffe auf regierungskritische Medien sind in den letzten Jahren noch intensiver geworden. Maria Ressas Arbeit ist schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge der amtierenden Regierung unter Präsident Duterte. Unter seiner Präsidentschaft hat sich das Verbreiten von Falschnachrichten, dem „Patriotischen Trolling“ professionalisiert. Soziale Medien bieten hier eine besonders günstige und extrem breitenwirksame Möglichkeit der populistischen Meinungsbildung durch Schaffung eines Klimas der Angst, gepaart mit Botschaften einfacher Lösungen und gezielter Verbreitung von Fehlinformationen und Verleumdungen von politischen Gegnern. Dies erklärt zu einem gewissen Grad die nach wie vor hohe Zustimmung der Bevölkerung hinsichtlich des Politikstils und der Arbeit von Duterte, der nachweislich Menschenrechte mit Füßen tritt, Rechtsstaat und Demokratie beschädigt und demontiert und sogar öffentlich zur Tötung von Regierungskritiker*innen als Nestbeschmutzer auffordert. Seit Beginn der Amtszeit von Duterte wurden 17 Journalisten und Journalistinnen ermordet. Der internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat angesichts dieser Situation vor wenigen Tagen Ermittlungen gegen die philippinische Regierung aufgenommen.“

      Die Koordinatorin eines der größten Advocacy-Netzwerke zivilgesellschaftlicher Organisationen, Yolanda Esguerra vom Philippines Misereor Partnership Inc. (PMPI), hat heute auf die gute Nachricht der Preisverleihung mit großer Freudereagiert. Ein weiterer Grund zu feiern sei, dass sich eine der entschiedensten politischen Gegner*innen und amtierende Vizepräsidentin, Leni Robredo, die selbst Opfer von Fake News gewesen ist, sich gestern als Präsidentschaftskandidatin für die kommende Wahl im Mai 2022 aufstellen lassen hat.

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