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      Statt Moral Distancing braucht es jetzt den gesetzlichen Rahmen
      Aachen/ Berlin, 18. Juni 2020

      Folgen der Corona-Krise entlang der Lieferketten

      Initiative Lieferkettengesetz fordert von Bundesregierung Taten statt Worte

      (Aachen/Berlin, 18.06.2020) Transnationale Unternehmen wälzen die Verluste aus der Corona-Krise auf die schwächsten Glieder in den globalen Lieferketten ab – mit fatalen Folgen für die Beschäftigten im globalen Süden. Das zeigt das aktuelle Briefing der "Initiative Lieferkettengesetz" am Beispiel des Textilsektors, das heute veröffentlicht wurde. Das zivilgesellschaftliche Bündnis fordert von der Bundesregierung, deutsche Unternehmen noch in dieser Legislaturperiode per Gesetz zur Achtung von Menschenrechts- und Umweltstandards zu verpflichten.

      "Die Krise trifft uns in Deutschland schwer. Doch noch viel härter trifft es Menschen am Anfang der Lieferketten, die keine soziale Absicherung haben. Die Bundesregierung darf nicht zulassen, dass deutsche Unternehmen das auch noch befeuern. Statt auf 'Moral Distancing' zu setzen, muss sie jetzt ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag erfüllen und Unternehmen zu verantwortungsvollem Handeln verpflichten!", fordert Johannes Heeg, Sprecher der Initiative Lieferkettengesetz.

      Die Initiative Lieferkettengesetz kritisiert in ihrem Briefing den Umgang zahlreicher deutscher und europäischer Modekonzerne mit ihren Zulieferern in Bangladesch, Pakistan, Kambodscha oder Myanmar: Seit Beginn der Corona-Krise haben die Unternehmen aus dem globalen Norden Bestellungen in Milliardenhöhe storniert und verweigern zum Teil die Zahlung selbst für bereits produzierte Textilien.

      "Die rücksichtslose Krisenreaktion einiger Modekonzerne ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern trägt auch zur Verletzung sozialer Menschenrechte bei", kritisiert Armin Paasch, Referent für Wirtschaft und Menschenrechte bei MISEREOR. "Viele Unternehmen erhalten derzeit zurecht staatliche Hilfen. Doch wer Hilfe vom Staat annimmt, sollte auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Stattdessen versuchen Unternehmensverbände aber, die Corona-Krise zur Verhinderung eines Lieferkettengesetzes zu instrumentalisieren."

      Dr. Miriam Saage-Maaß, Leiterin des Programmbereichs "Wirtschaft und Menschenreche" des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin, betont: "Eine krisenfestere Gestaltung der globalen Lieferketten ist gerade in aller Munde. Die Maßnahmen dürfen sich jedoch nicht auf den Schutz vor Lieferengpässen und die Sicherstellung der Versorgung mit medizinischen Gütern beschränken. Es muss auch für besseren Schutz der Menschenrechte und der Umwelt entlang der Wertschöpfungsketten gesorgt werden."

      Maren Leifker, Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Brot für die Welt, kommentiert: "Zur Bewältigung der Corona-Krise ist internationale Solidarität notwendig. Deutschland steht als wirtschaftsstarke Nation jetzt in der Verantwortung, mit einem Lieferkettengesetz zur nachhaltigeren und gerechteren Gestaltung globaler Geschäftsbeziehungen beizutragen."

      MISEREOR, ECCHR und Brot für die Welt gehören zu den 18 Trägerorganisationen der Initiative Lieferkettengesetz. Diese eint 99 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchliche Akteure. Im September 2019 haben sie sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen und treten gemeinsam dafür ein, deutsche Unternehmen zum Schutz von Menschenrechten und Umweltstandards in ihren globalen Geschäften zu verpflichten.

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      Einige Unternehmen wälzen die Verluste aus der Corona-Krise auf die schwächsten Glieder in den globalen Lieferketten ab – mit fatalen Folgen für die Beschäftigten im globalen Süden. Das zeigt das aktuelle Briefing der „Initiative Lieferkettengesetz“ am Beispiel des Textilsektors. Mehr dazu lesen Sie hier

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